Matthias Ekström wird in den restlichen Rennen voll auf Angriff fahren

DTM 2010

— 16.09.2010

Ekström: "Es gibt nur volle Attacke"

Die Meisterschaft läuft für Mercedes - Timo Scheider und Matthias Ekström analysieren die Audi-Chancen vor dem Rennen in Oschersleben

Die DTM steuert auf das Saisonfinale zu. Vier Rennen sind noch zu fahren und Mercedes ist der große Titelfavorit. Bruno Spengler war nur in Zandvoort nicht auf dem Podium zu finden. Mit dieser Erfolgsserie führt der Kanadier souverän die Meisterschaft vor seinen Markenkollegen Paul Di Resta und Gary Paffett an. Konkurrent Audi hat bisher nur einmal gewonnen. Timo Scheider liegt auf Platz vier und hat 23 Punkte Rückstand auf Spengler, Matthias Ekström ist einen Zähler dahinter. Beide haben die Hoffnungen auf den Titel noch nicht aufgegeben.

"Allgemein gesehen ist unsere Titelchance seit Jahresbeginn gut gewesen. Wir waren in Hockenheim und Valencia richtig schnell. In der Lausitz hatte ich einen kleinen Unfall, aber am Norisring haben wir wieder um den Sieg gekämpft. Beim letzten Rennen in Brands Hatch habe ich dann weniger Punkte als Bruno geholt", resümiert Ekström. "Aus eigener Kraft ist es natürlich schwer noch Meister zu werden. Ich werde alles geben, aber wenn er keinen Fehler macht, dann wird es richtig schwer."

Ähnlich sieht es der amtierende Champion Scheider. "Im Moment rechne ich wenig damit. In den letzten Rennen ist eine klare Steigerung zu Saisonbeginn zu sehen. Wir wollen die verbleibenden Rennwochenenden so gut wie möglich abarbeiten. Für mich ist es schön leistungsmäßig wieder da zu sein. Natürlich wären wir gerne noch etwas weiter vorne und zwar vor Mercedes."

"Natürlich sind 23 Punkte sehr viel und nicht normal für gewöhnliche DTM-Verhältnisse. Solange rechnerisch eine Möglichkeit besteht, werden wir alles probieren. Wir lassen uns von dem Abstand nicht beirren und versuchen, das Maximale herauszuholen. Es wäre schön, wenn uns das in Oschersleben gelingt, wo wir in den vergangenen beiden Jahren gewonnen haben. Sollte es funktionieren, können wir einen kleinen Schritt gutmachen. Aber wir wissen alle wie gut und hart die DTM ist. Man darf keine Wunder erwarten."

Das nächste Rennen findet in Oschersleben statt, wo Scheider in der Vergangenheit glänzen konnte. "Ich bin dort immer eingestiegen und war sofort in einem guten Rhythmus. Es war die letzten Jahre immer so", erinnert sich der 31-Jährige. "Man braucht ein gutes mechanisches Auto. Im hinteren Teil der Strecke zählt die Aerodynamik. Es ist das Geheimnis, dass man das Auto dahingehend zum Funktionieren bringt. Natürlich muss man sich auf der Strecke wohlfühlen. Oschersleben gehört deshalb zu meinen Lieblingspisten."

Spengler muss aufpassen

In der Magdeburger Börde sind die beiden Audi-Speerspitzen zum Erfolg verdammt. Gehen sie leer aus und Spengler sammelt viele Punkte, dann ist die Meisterschaft praktisch entschieden. "Wenn man nicht die Tabelle anführt ist der Druck verhältnismäßig klein", findet Scheider. "Wir müssen den bestmöglichen Job machen und dieser Druck ist an jedem Wochenende gleich."

"Die Abt-Mannschaft ist cool und entspannt. Jeder ist fokussiert und weiß worauf es ankommt. Unter dem Strich ist es das Wichtigste, wenn man sagen kann, dass man das Maximum herausgeholt hat. Egal welches Ergebnis man erzielt hat. Natürlich ist es unser Ziel, die Meisterschaft hinaus zu zögern. Dafür habe ich ein gutes Gefühl.

Auch Ekström lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. "Der größte Druck kommt immer von mir selbst. Ich will gewinnen, das ist das Hauptziel. Wenn man die Meisterschaft anführt muss man mehr nachdenken. Man passt mehr auf und geht nur gegen Fahrer Risiken ein, die in einer ähnlichen Situation sind. In meiner Position gibt es jetzt nur volle Attacke."

"Das ist eigentlich das Schönste als Rennfahrer. Mann kann das Maximum geben und muss nichts zurückhalten. Wenn ich hinter Spengler bin, kann ich voll angreifen. Wenn es gut geht, dann geht es gut. Läuft es schief, dann hat er in seiner Position mehr verloren als ich. Deshalb muss der Meisterschaftsführende mehr aufpassen als der Jäger."

Mercedes mit besserer Traktion

Wo sieht Scheider die Stärken von Mercedes und Spengler? In Brands Hatch ist der Deutsche fast das gesamte Rennen hinter dem Meisterschaftsspitzenreiter hergefahren. "Es ist altbekannt, dass der Mercedes eine gute Traktion zu haben scheint. In den aerodynamischen Passagen sind wir nach wie vor gut."

"Wenn man sich die Rundenzeiten im Detail ansieht war Audi mit Miguel Molina am schnellsten. Die beste Rennrunde von Di Resta und mir war nur wenige Hundertstel auseinander. Ich glaube wir werden mit unserem Auto in Oschersleben wieder gut aufgestellt sein. In Brands Hatch hat man in Kurve eins folgendes gemerkt: Wenn man zu dicht aufschließt, dann kommt man in die Luftverwirbelungen und bekommt Probleme. Das war auch bei mir hinter Bruno der Fall, weshalb ich dort immer etwas abreißen lassen musste."

"Bruno hat mehr zu verlieren, das hat auch sein Verhalten in Brands Hatch gezeigt. Nach dem Rennen ist er zu mir gekommen und hat sich bedankt, dass ich so fair gefahren bin. Es ist ein Eiertanz wenn man ganz vorne liegt. Man muss sich ganz genau überlegen welche Manöver man setzt."

Fotoquelle: xpb.cc

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