Mattias Ekström holte Platz drei und hat noch theoretische Titelchancen

DTM 2010

— 19.09.2010

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Mattias Ekström hält sich mit Platz drei in Oschersleben weiter im Titelrennen, für Timo Scheider ist der Zug nach einem Reifenschaden jedoch abgefahren

Die DTM 2010 entscheidet sich frühestens am 17. Oktober beim Deutschland-Finale in Hockenheim. Nach einem dritten Platz in Oschersleben ist Mattias Ekström der einzige Audi-Pilot mit Titelchancen. Nicht mehr im Titelrennen ist dagegen Timo Scheider, der vor 62.000 Zuschauern auf dem besten Weg war, seinen dritten Oschersleben-Sieg in Folge zu schaffen. Ein früher zweiter Boxenstopp brachte Scheider zwischen die beiden aus der ersten Reihe gestarteten Mercedes und vor Tabellenführer Bruno Spengler.

Mit Rekordrunden und einem neuen DTM-Streckenrekord schien der amtierende Champion auch in der Lage, den Trainingsschnellsten Paul di Resta zu überholen. Ein Reifenschaden in Runde 34 brachte Scheider jedoch um den möglichen Sieg. Von Scheiders Pech profitierte Mattias Ekström, der bei seinem 101. DTM-Rennen mit den ersten beiden Reifensätzen nicht das Tempo der Spitzengruppe mitgehen konnte. Mit dem dritten Satz gelang es dem Schweden jedoch, Gary Paffett in Schach zu halten und sich den dritten Platz zu sichern. Damit hielt Ekström den Titelkampf mit 26 Punkten Rückstand bei noch 30 zu vergebenden Punkten zumindest rechnerisch offen.

Mit Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat auf den Plätzen fünf und sechs gelang dem Phoenix-Team ein doppelter Punktegewinn. Das Team aus der Eifel stellte in Oschersleben die beiden besten 2008er-Fahrzeuge. Martin Tomczyk holte bei seinem 100. DTM-Rennen als Achter einen Punkt, obwohl er bei einem harten Zweikampf mit Gary Paffett wichtige aeordynamische Teile am Heck seines A4 DTM verlor und in der Folge mit fehlendem Abtrieb an der Hinterachse zu kämpfen hatte.

Auch Oliver Jarvis, der unmittelbar hinter Timo Scheider Zwölfter wurde, litt während des gesamten Rennens unter einem waidwunden Fahrzeug. Der Brite wurde in der ersten Runde von Gary Paffett attackiert und dabei in seinen Teamkollegen Miguel Molina geschoben. Für Molina endete das Rennen durch diese Kettenreaktion bereits in Runde eins. Einen Totalausfall musste das Rosberg-Team hinnehmen: Markus Winkelhock traf die Randsteine der schnellen Schikane zu hart und drehte sich ins Kiesbett. Katherine Legge stellte nach einer Berührung mit David Coulthard ihren beschädigten und dadurch schwer fahrbaren A4 vorzeitig in der Box ab.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Der Sieg war heute zum Greifen nahe. Das tut dann besonders weh, denn unsere Leistung und unsere Strategie waren richtig gut. Dann fiel die Entscheidung durch etwas, was man nicht in der Hand hat. Für Timo ist es besonders enttäuschend, weil sich die Meisterschaft für ihn erledigt hat. 'Eki' hat zumindest noch eine theoretische Chance. Die Leistungskurve unserer Jungs und des Teams ist in den vergangenen Rennen deutlich gesteigert worden. Das wollen wir jetzt endlich in einen Sieg umsetzen. Ich bin weiter überzeugt: Wenn uns einer gelingt, ist die Chance, dass uns auch zwei gelingen, sehr groß."

Mattias Ekström: "Das Rennen war ganz okay, mehr aber auch nicht. Der Start war prima. In der ersten Kurve war es vor mir etwas wild, doch dann wurde es ruhiger. Ich merkte bald, dass ich nicht schnell genug für den Sieg war. Ich fuhr so schnell es ging und wollte das Auto heil nach Hause bringen. Am Ende war das gut genug für Platz drei. Das ist okay, wenn man bedenkt, dass es einfach kein fantastischer Tag war."

Mike Rockenfeller: "Ich hatte einen sehr guten Start und war außen. Die beiden Mercedes haben sehr spät gebremst und sich selber etwas beharkt. Dadurch kam ich nicht mehr innen rein und blieb Dritter. Anschließend hatte ich Geräusche und Rauchentwicklung im Auto. Das hat mich so irritiert, dass Timo und Eki an mir vorbei kamen. Ich habe den Rest des Rennens mit dem Auto gekämpft und nur gehofft, dass es hält. Am Ende war ich froh, Platz fünf nach Hause gebracht zu haben."

Alexandre Prémat: "Das war ein sagenhaftes Rennen. Ich bin als Zwölfter losgefahren. Ich war nach kurzer Zeit Neunter und habe bald danach Martin Tomczyk überholt. Die Strategie war super. Es ist natürlich immer toll, Punkte zu sammeln. Wie ich nach Brands Hatch bereits gesagt habe: Das ist seit einigen Rennen mein Ziel. Jetzt haben wir drei Zähler mehr. Das Team hat eine tolle Leistung gezeigt, obwohl das Qualifying nicht gut gelaufen ist. Ich bin zufrieden für Rocky, das Team und mich."

Martin Tomczyk: "Mein Start hat sehr gut funktioniert. Dann wurde es etwas eng in der ersten Kurve und Mattias zog an mir vorbei. Dann musste ich mit dem Auto kämpfen. Zwei, drei Mal sammelte ich mit den Reifen Gummiabrieb auf. Mein Auto war nicht gut zu fahren. Dann kam Gary Paffett und berührte mich beim ersten Mal sehr unsanft. Dabei gingen viele hintere Aerodynamik-Teile verloren. Mein Auto lag gar nicht mehr gut. Dann gab es noch einmal einen harten Kampf mit Gary, doch bei diesem zweiten Mal war das Duell in Ordnung. Mein Auto war allerdings nicht mehr wirklich gut zu fahren. Ich konnte also nur noch mitschwimmen."

Timo Scheider: "Das war extrem enttäuschend. Ich hatte einen sehr guten Start. Danach wurde das Feld extrem langsam und ich spürte im Stau hinten rechts einen Schlag. Die hintere rechte Flügelbank hat gefehlt. Dennoch blieb die Performance ganz gut. Danach waren Strategie und Rundenzeiten hervorragend. Plötzlich habe ich gemerkt, auf Platz zwei bzw. sogar auf Rang eins fahren zu können. Die Strategie und die Boxenstopps halfen dabei perfekt. Irgendwann merkte ich, dass die Balance schlecht wird. Beim Einlenken stimmte hinten rechts etwas am Auto nicht. Ich bekam ein mulmiges Gefühl. Zwei Runden später dann die Bestätigung: Der Reifen verlor Luft und platzte zum Schluss."

Oliver Jarvis: "Ich hatte einen guten Start, war in der ersten Kurve aber sehr vorsichtig. Es gab viele Berührungen und ich habe einige Plätze verloren. In Turn 3 hat mich Gary innen ziemlich aggressiv attackiert. Wir haben uns berührt und er hat mich in Miguel geschoben. Danach war das Auto einfach nicht mehr schnell genug. Wir müssen analysieren, warum ich so starkes Übersteuern hatte."

Katherine Legge: "Ich hatte einen kleinen Unfall mit David, was mein Rennen beendet hat. Es war einfach zu viel Schaden an meinem Auto, um weiterzufahren. Das Team hat festgestellt, dass die Aufhängung beschädigt worden ist. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, abzufliegen und noch mehr Schaden anzurichten. Das ist sehr bedauerlich, denn im ersten Renndrittel waren wir ganz flott unterwegs und ich hatte mich aus allem herausgehalten."

Markus Winkelhock: "Mein Start war super. Ich konnte direkt zwischen den Autos in der Reihe vor mir durchfahren. Ich kam auch gut durch die ersten zwei, drei Ecken. So kam ich von Startplatz 13 direkt auf die neunte Position nach vorn. Aber leider habe ich einen Fehler gemacht. Ich muss mich dafür an die eigene Nase fassen. Ich bin zu hart über einen Randstein gefahren. Dabei hat das Auto so extrem versetzt, dass ich mich direkt gedreht habe. Vier Mal in Folge hatte ich Pech. Beim fünften Anlauf hatte ich die Chance auf ein gutes Ergebnis und mache selbst einen Fehler."

Miguel Molina: "Das Rennen hatte gut begonnen, doch dann spürte ich einen Schlag und fand mich im Kiesbett wieder. Die Situation müssen wir im Detail analysieren, bevor wir irgendwelche Schlüsse ziehen. Ich will jedes Rennen beenden und ständig dazulernen in meiner Debütsaison. Dazu hatte ich hier heute leider keine Chance. Umso wichtiger ist es, alle verbleibenden Rennen zu beenden. Ich hoffe, dass es dann wieder vorwärts geht."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Das Team hat wahnsinnig gut gearbeitet und eine erstklassige Strategie umgesetzt. Letztendlich hat der Renngott uns und Timo nicht unterstützt. Das ist sehr schade in einer Phase, in der wir gezeigt haben, dass wir ganz vorn sein können. Wir hatten schon eine knappe Chance auf den Sieg. Das tut mir sehr leid für Timo. Wir müssen es abhaken und uns für die nächsten Rennen wieder perfekt vorbereiten."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Es ist schön, dass wir beide Autos in den Zählern haben. Bei Rocky haben wir erwartet, dass er in den Punkten ankommt, wenn er als Dritter startet. Besonders schön ist, dass Alex von Platz zwölf noch auf die sechste Position vorfuhr. Ein super Team-Ergebnis. Wir haben drei richtig gute Stopps gemacht. Ein riesiges Lob an die Mannschaft. Im Rennen war unser Tempo nicht gut genug, um ganz nach vorn zu fahren. Also mussten wir einfach nachgeben. Wir sind sehr zufrieden mit dem Team-Ergebnis."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Unser Rennen hat positiv begonnen mit einem guten Start von Markus. Er kam bereits als Neunter aus der ersten Runde zurück. Dann hat er leider in der Schikane das Auto verloren. Damit war sein Rennen schon vorbei. Katherine hat einen kleinen Fehler nach dem Stopp bei der Boxenausfahrt gemacht. Sie stieß mit David Coulthard zusammen, obwohl dies etwas mehr auf sein Konto ging. Dass lange vor Rennende beide Autos in unserer Garage standen, ist natürlich traurig. Wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, kommt es trotzdem noch schlimmer."

Fotoquelle: xpb.cc

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