Mattias Ekström will den Titelkampf in Hockenheim offen halten

DTM 2010

— 23.09.2010

Deutschlandfinale in Hockenheim: Audi will kontern

Ausblick: In Hockenheim kann die Titelentscheidung zugunsten von Mercedes fallen, doch Audi will das verhindern - Viel Druck auf Tabellenführer Bruno Spengler

Noch ist die Titelentscheidung in der DTM offen, aber Mercedes kann beim großen Deutschland-Finale am 17. Oktober in Hockenheim zumindest die Entscheidung zugunsten des Stuttgarter Automobilherstellers entscheiden. Allerdings wird Audi alles daran setzen, die Entscheidung im neunten von elf Saisonrennen zu verhindern. Die Ingolstädter stellten in den vergangenen Jahren dreimal in Folge den Champion der DTM, haben nun aber nur noch ein Eisen im Feuer.

Der amtierende DTM-Champion Timo Scheider ist aufgrund eines Reifenschadens zuletzt in Oschersleben nicht nur um seinen möglichen ersten Saisonsieg gebracht worden, sondern gleichzeitig auch aus dem Titelrennen ausgeschieden. Seine Chancen gewahrt hat dagegen der ebenfalls zweimalige DTM-Champion Mattias Ekström mit seinem dritten Platz in der Magdeburger Börde.

Die ganz großen Titelfavoriten fahren in dieser Saison aber eine Mercedes C-Klasse. Nach drei Jahren ohne die begehrte Meistertrophäe für die Stuttgarter ringen in dieser Saison gleich drei Sternfahrer um den Pokal. Die besten Karten hat Tabellenführer Bruno Spengler. Der im Elsass lebende Kanadier hat sich die Führung dank seiner Konstanz erarbeitet. Der 27-Jährige holte bei jedem Rennen Punkte. Auf dem EuroSpeedway Lausitz und dem Nürburgring feierte er Siege, bei vier weiteren Rennen jubelte er als Zweiter auf dem Podium, einmal wurde er Dritter. 60 Punkte sind die Ausbeute aus dieser erfolgreichen Saison für Spengler, der schon in den Jahren 2006 und 2007 Vize-Champion der DTM war.

Druck auf Spengler

Gemütlich ist es für den Kanadier allerdings nicht an der Tabellenspitze. Denn sein Markenkollege Paul Di Resta hat nach eher mäßigem Saisonstart die Kurve bekommen: Mit drei zweiten Plätzen und zwei Siegen bei den letzten beiden Rennen in Brands Hatch und Oschersleben kommt er bis auf sieben Zähler an Spengler ran. Und der Schotte hat nichts anderes als den Titelgewinn im Sinn.

Der dritte Titelaspirant, der 2005er -DTM-Champion Gary Paffett, startete mit einem Sieg beim Auftaktrennen in Hockenheim vielversprechend in die Saison 2010. Dann folgten jedoch drei mäßige Platzierungen des Briten, bis es am Nürburgring mit Rang drei und in Zandvoort mit dem Saisonsieg Nummer zwei wieder bergauf ging. Die Gesamtbilanz des dreifachen Familienvaters mit seinen drei Podiumserfolgen schlägt sich aber in der Abrechnung nieder: Der 29-Jährige, wie Di Resta im Nebenjob Testfahrer in der Formel 1, hat vor dem Deutschlandfinale bereits 16 Zähler Rückstand auf Spengler und neun auf Di Resta.

Erst auf dem vierten Tabellenplatz folgt mit zehn Punkten Rückstand auf Paffett der Schwede Mattias Ekström - als erster Pilot in einem Audi A4 DTM. Der 32-Jährige mit Wahlheimat Schweiz ist auch der einzige Audi-Pilot mit einem Sieg in diesem Jahr. Ekström feierte ihn bei der Valencia-Premiere der DTM im Mai. Außerdem holte der DTM-Champion der Jahre 2004 und 2007 als Zweiter und Dritter zwei weitere Podestplätze und als Vierter und Siebter weitere Punkteplatzierungen. Demgegenüber stehen aber zwei Ausfälle auf dem EuroSpeedway Lausitz und in Brands Hatch. Beide Male war Mattias Ekström schuldloses Opfer von Startrangeleien - doch das ist nur ein schwacher Trost.

Entgegen aller Erwartungen kam Timo Scheider, Champion der vergangenen zwei Jahre, nur mittelmäßig in die neue Saison. Zwar war der Titelverteidiger Stammgast in den Punkterängen, aber erst im sechsten Rennen in Zandvoort sah man den 31-Jährigen dort, wo er in den Vorjahren tatsächlich einen Stammplatz hatte: auf dem Podium. Nach dem siebten Lauf in Brands Hatch freute sich der aus Lahnstein stammende Deutsche erneut über den dritten Rang und hoffte, damit seine Titelchancen obsolet zu halten. In Oschersleben gelang ihm das zunächst auch. Scheider fuhr ein furioses Rennen um seinen Durchbruch zum ersten Saisonsieg, als ein Reifenschaden ihn auf Platz elf zurückwarf: keine Punkte, raus aus dem Titelkampf, aktuell Vierter der Gesamtwertung.

Gemischte Bilanz der Ex-F1-Stars

Sie sorgen für den Glamour großer Namen aus der Formel 1, blicken aber beide auf eine eher gemischte Saison zurück - Ralf Schumacher und David Coulthard. Wobei der Schotte nicht unzufrieden sein muss. Er kam im Frühjahr neu in die DTM und absolviert sein Lehrjahr - wie zuvor auch Schumacher - beim Berliner Mücke-Team. Seine bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen: Platz zehn auf dem Nürburgring, dreimal sah er als Zwölfter die Zielflagge, zweimal als 13., einmal als 14. Und daneben sorgt der Formel-1-Vizemeister des Jahres 2001 und 13-malige Grand-Prix-Gewinner mit seinem trockenen Humor für hohe Sympathiewerte.

Ralf Schumacher, nicht weniger selbstkritisch als sein Markenkollege, hatte sich deutlich mehr von seiner dritten DTM-Saison versprochen. Vier Mal verpasste er die Punkteränge mit einem neunten Platz denkbar knapp. Auf dem Nürnberger Stadtkurs Norisring sollte endlich der Knoten platzen. Ausgerechnet auf der 2,3 Kilometer kurzen, aber äußerst trickreichen Strecke gelang dem 35-Jährigen seine erste Pole-Position. Beim Saisonhöhepunkt sorgte der sechsmalige Grand-Prix-Sieger für positive Schlagzeilen - aber dann auch leider für einen kapitalen Fehlstart von dieser Position aus. So sind drei Punkte eine magere Saisonausbeute.

Nur einen Zähler weniger als der berühmte Kollege in der aktuellen C-Klasse hat Susie Stoddart gesammelt. Die Schottin schaffte in ihrem fünften DTM-Jahr auf dem EuroSpeedway Lausitz als Siebte den Sprung in die Punkteränge und wurde zwei Mal in diesem Jahr Zehnte. Damit hat die 27-Jährige im Gesamtklassement als 13. ihre mit Abstand beste Platzierung eingefahren und den direkten Vergleich mit der Geschlechtsgenossin Katherine Legge, die ihre dritte Saison für Audi fährt, klar gewonnen. Vier Mal holte die Britin als bestes Resultat Rang 14, außerdem wurde sie je einmal 15. und 16. Damit rangiert die 30-Jährige vor dem Deutschland-Finale ohne Punkte auf dem 18. Tabellenplatz.

Auch der Schwabe Markus Winkelhock hat eine für seine Begriffe schlechte Saison hinter sich. Nach vier Ausfällen, lediglich einem Topresultat als Zehnter auf dem EuroSpeedway Lausitz und drei 15. Plätzen hat auch er vor seinem Heimrennen null Zähler auf dem Konto. Der 30-Jährige, im vergangenen Jahr im Audi-Jahreswagen noch Zehnter der Gesamtwertung, rutsche damit auf den 15. Tabellenplatz ab. Winkelhock hofft nun auf ein versöhnliches Rennen im Badischen, wo sich erfahrungsgemäß viele Winkelhock-Fans aus Schwaben versammeln.

Neue Streckenvariante, günstigere Tickets

Das Deutschlandfinale wird auf einer um etwa 20 Prozent verkürzten Streckenvariante ausgetragen. Die DTM-Boliden von Audi und Mercedes-Benz kommen so etwa 20 Prozent häufiger an den Zuschauern vorbei. Um dies zu ermöglichen, wird die Spitzkehre des Grand-Prix-Kurses gekappt. Die Fahrer biegen schon circa 400 Meter vorher in der Parabolika zwei Mal scharf nach rechts in Richtung Motodrom.

Auf die ohnehin familienfreundlichen Ticketpreise gibt es zusätzlich 20 Prozent Rabatt; und zwar auf alle Wochenendtickets der Kategorie Bronze für die Innentribüne A. Ansonsten gilt auch fürs Deutschlandfinale: Wer früher bucht, kann Geld sparen. Das günstigste Wochenendticket kostet lediglich 20 Euro im Vorverkauf (an der Tageskasse 25 Euro) und schon für 15 Euro (Tageskasse 20 Euro) ist man am Rennsonntag dabei. Fahrerlagertickets kosten für das Wochenende und für alle Ticketkategorien im Vorverkauf 25 Euro, an der Tageskasse 30 Euro. Das spezielle Family-Ticket (nur im Vorverkauf) für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis einschließlich 14 Jahren kostet in der Kategorie Bronze nur 95 Euro für das Wochenende (inklusive Zugang zum Fahrerlager).

Bestellen kann man die Tickets über ganz unterschiedliche Wege: über die DTM-Ticketline unter 01805/72 30 00 (14ct/min aus dem dt. Festnetz/Mobilfunkhöchstpreis 42ct/min) oder die Ticket-Hotline des Hockenheimrings unter +49 6205/95 02 22, das Internet auf den offiziellen Websites www.dtm.com und www.hockenheimring.de sowie über alle Vorverkaufsstellen von CTS Eventim.

Fotoquelle: xpb.cc

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