Audi will sich endlich mal wieder gegen Mercedes durchsetzen

DTM 2010

— 08.10.2010

Audi will DTM-Deutschland-Finale gewinnen

Hockenheim in Kurzform: Mattias Ekström will seine theoretische Titelchance weiter nach China tragen - Kann Audi endlich wieder zurückschlagen?

In Hockenheim wird Audi beim neunten Lauf der DTM am 17. Oktober auf einer neuen Streckenvariante versuchen, nach dem zuletzt unglücklich verpassten möglichen Sieg in Oschersleben erneut um die Spitze zu kämpfen. Rennen unter neuen Vorzeichen: Hockenheim - seit Beginn der neuen DTM in der Saison 2000 Austragungsort von Auftakt und Saisonfinale - markiert in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mehr das Ende im Kalender. Stattdessen startet Audi dort ins "Deutschlandfinale" der Saison, bevor in Adria (Italien) und Schanghai (China) die beiden verbleibenden Läufe ausgetragen werden.

Zuletzt in Oschersleben gelang es Audi mit dem dritten Platz von Mattias Ekström, die vorzeitige Titelentscheidung in der DTM zu vertagen. Timo Scheider, der in Oschersleben in der 34. Runde im Begriff war, die Führung zu übernehmen, fiel mit einem Reifenschaden zurück. Nach zwei DTM-Titelsiegen in Folge schied der 32 Jahre alte Audi-Werksfahrer damit aus dem Kreis der Titelaspiranten aus. Stattdessen übernahm Ekström als Tabellenvierter den Rang des besten Audi-Fahrers in der DTM 2010. Den Schweden trennen 26 Zähler von Tabellenführer Bruno Spengler.

"In den verbleibenden drei Rennen werden noch 30 Punkte für Siege vergeben", rechnet Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich vor. "Auch wenn es mathematisch nur noch ganz minimale Chancen gibt, die Entscheidung nochmals zu vertagen, wollen wir bis zum Schluss alles geben. Wir haben in Oschersleben um den Sieg gekämpft, und das soll uns in Hockenheim erneut gelingen - diesmal mit positivem Ausgang für uns. Wir wollen uns mit möglichst guten Einzelleistungen aus der Saison verabschieden."

Test auf neuer Streckenvariante

Seit Oktober 2002 fuhr die DTM auf der 4,574 Kilometer langen Variante des Hockenheimrings und absolvierte dort acht Auftakt- sowie acht Finalrennen. In den vergangenen drei Jahren sicherte sich Audi vor einer Kulisse von jeweils mehr als 150.000 Zuschauern dort stets den Titel. Nun startet die DTM erstmals auf einer neuen, verkürzten Streckenvariante. Audi hat auf dem Kurs am 22. September mit Timo Scheider und Martin Tomczyk getestet.

"Wir fahren den Parabolika-Abschnitt, auf dem bisher viele Windschatten-Duelle entstanden sind, nicht mehr bis zum Ende. Stattdessen biegen wir vorher rechts auf eine Kurzanbindung ab", berichtet Timo Scheider. "Bis zum Rennen wird der neue Abschnitt in Details nochmals optimiert und die Passage wird noch besser zu befahren sein. Für uns bedeutet es, dass wir uns auf einen neuen Streckenrhythmus einstellen müssen. Für die Zuschauer heißt es, dass sie uns jetzt noch häufiger sehen werden, da wir mehr Runden drehen werden."

Armin Plietsch, Projektleiter Technik DTM bei Audi Sport, ergänzt: "Wir erwarten Rundenzeiten, die etwa 13 Sekunden kürzer ausfallen dürften als auf der alten Streckenvariante. Auch wenn es zwei neue Kurven gibt, haben sie keinen Einfluss auf die bekannte Basisabstimmung des Audi A4 DTM für diese Strecke."

Audi-Stimmen vor Hockenheim:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Wir haben wegen des neuen Streckenlayouts vorab einen Test absolviert und dabei den neuen Kurs zum ersten Mal kennengelernt. Nur ein Teil der Strecke wurde modifiziert - der Großteil bleibt also unverändert im Vergleich zum ersten Rennen. Damals hatten wir eine sehr gute Performance - nicht nur eine Einzelleistung, sondern mit dem gesamten Team. Mit dem Entwicklungspotenzial, das wir in den jüngsten Rennen gezeigt haben, sollten wir in Hockenheim auch die Chance nutzen können, endlich den erwünschten Sieg umzusetzen."

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Abt Sportsline): "Wir müssen die positiven Aspekte mitnehmen, also dass wir siegfähig sind und bleiben. Und ich wünsche mir, dass auch das Quäntchen Glück wieder zurückkehrt. Was in Oschersleben passiert ist, war sehr bitter für uns. Aber wir werden uns nicht zurückwerfen lassen. Wir werden jedes einzelne Rennen als eine Art Meisterschaftsendspiel sehen. Wir wollen in den verbleibenden drei Rennen richtig glänzen und zeigen, dass wir das Siegen nicht verlernt haben."

Ernst Moser (Teamchef Phoenix): "Es ist etwas ungewohnt, dass wir gefühlt ein Finale fahren und doch noch zwei Rennen folgen. Diesmal werden wir einfach eines von elf Rennen bestreiten, aber hoffentlich vor einer Kulisse, wie sie sonst auch beim Finale vorherrschte. Audi war in den vergangenen Jahren immer stark in Hockenheim. Beim Auftakt waren wir mit dem Team Phoenix richtig gut. Die Streckenänderung kann ich noch nicht einschätzen. Der Spitzkehre trauere ich ein wenig nach, weil man dort überholen konnte. Dort gab es viel Action. So haben wir mehr Runden, was für die Zuschauer wieder interessanter werden könnte. So, wie wir in Oschersleben mit beiden Autos Punkte eingefahren haben, wollen wir versuchen, in Hockenheim weiter zu machen."

Arno Zensen (Teamchef Rosberg): "Hockenheim ist das Deutschlandfinale für die DTM. Es war in den vergangenen Jahren immer klasse dank der Atmosphäre. Nebenbei ist es auch noch unser Heimrennen. Zum Abschied aus Deutschland wollen wir ordentlich auftrumpfen und endlich in die Punkte fahren."

Mattias Ekström: "In Hockenheim habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Das wird diesmal hoffentlich auch der Fall sein. Mental fühlt es sich ein bisschen wie das Finale an, und für die Fans vor Ort in Deutschland ist es auch das Finale. Ich bin immer gern dort. Ich werde alles geben, um zu gewinnen. Eine Kurve ist jetzt neu und die Parabolika ist kürzer. Es gibt keinen Grund, warum uns das an einem guten Ergebnis hindern sollte."

Oliver Jarvis: "Ich habe die lange Streckenvariante von Hockenheim sehr gemocht und finde es schade, dass der Kurs verkürzt wird. Dessen ungeachtet müssen wir dort dringend unsere Leistung verbessern. Wir müssen verstehen, warum Oschersleben für mich so schlecht lief. In Hockenheim war ich früher bereits gut. Ich hoffe, dort wieder auf einen Punkterang zurückzukehren."

Katherine Legge: "Die Atmosphäre in Hockenheim ist einfach fantastisch. Über die neue Streckenvariante ist schon einiges geäußert worden. Ich freue mich, auf diesen Kurs zurückzukehren. Natürlich ist die neue Streckenstelle auch eine neue Herausforderung. Ich gehe positiv an das nächste Wochenende, in das wir hoffentlich gut hineinstarten werden. Es scheint so, als würde ein guter Start ins Wochenende leichter auch ein gutes Ergebnis mit sich bringen."

Miguel Molina: "Ich freue mich sehr auf Hockenheim und hoffe, dass ich dort ein erfolgreiches Rennwochenende erlebe. Ich habe sehr gute Erinnerungen an diese Strecke, wo ich nicht nur mein erstes DTM-Rennen bestritten, sondern auch meinen ersten Punkt gesammelt habe. Die Strecke ist im Vergleich zum Jahresbeginn etwas verändert worden, die Runde wird kürzer. Wichtig ist, dass wir ähnlich konkurrenzfähig sein werden wie in den Läufen in Zandvoort und Brands Hatch."

Alexandre Prémat: "Die Strecke von Hockenheim schätze ich sehr. Ich werde alles daran setzen, möglichst viele Punkte zu sammeln, um in der Tabelle noch weiter nach vorn zu kommen. Ich denke zurück an den Auftakt, als ich zum Zeitpunkt eines Reifenschadens Zweiter war. Es wäre toll, wenn wir wieder eine gute Leistung bieten könnten und eine Chance auf ein Podiumsergebnis hätten."

Mike Rockenfeller: "Wir fahren in Hockenheim eine kürzere Streckenvariante als beim Auftakt. Lassen wir uns einmal überraschen. Ich finde es eigentlich etwas schade, da die Strecke bisher ganz gut war. Nun fahren wir auf immer kürzeren Strecken. Zumindest ist es für alle neu. Mein Auto war sehr gut auf der alten Variante beim ersten Rennen. Ich glaube, dass wir wieder gut aufgestellt sein werden. "

Timo Scheider: "In Oschersleben haben wir nach dem Qualifying vor allem im Rennen gezeigt, dass wir mit unserer Leistung gut dabei waren. Aber das Jahr und das vergangene Rennen stehen auch dafür, wie es einem Motorsportler ergehen kann. Wenn es nicht läuft, hat man auch noch kein Glück dazu. Jetzt kommen wir an die Stätte der größten Emotionen in der DTM, nämlich nach Hockenheim. Ich hoffe, dass ich dort endlich das Blatt wenden kann. Einen Sieg hätten wir mittlerweile wirklich verdient."

Martin Tomczyk: "Die neue Streckenvariante habe ich bei einem Test zum ersten Mal kennengelernt. Ich freue mich auf Hockenheim. Ich bin eigentlich kein so großer Freund des Umbaus. Aber grundsätzlich bin ich in Hockenheim immer gern gefahren. Ich fuhr dort ein tolles Auftaktrennen - bis auf den Reifenschaden. Ich hoffe, an die gute Leistung anknüpfen zu können."

Markus Winkelhock: "Da Hockenheim mein Heimrennen ist, freue ich mich jedes Mal darauf. Ich bin darauf gespannt, wie die neue Strecke mir und dem Auto liegen wird. Das wird für alle Fahrer eine neue Erfahrung, was ganz gut ist. Ich hoffe, dass ich jetzt endlich einmal mehr Glück habe. Aber ich muss ehrlich sein: Vier Mal in Folge hatte ich Pech, in Oschersleben musste ich mir dann an die eigene Nase fassen. Ich habe einen Fehler gemacht in einem Rennen, in dem ich Sechster hätte werden können, denn ich lag vor Alex (Prémat). Dort hätte ich meine ersten Punkte des Jahres sammeln können. Für Hockenheim wünsche ich mir eine Zielankunft. Wenn es dafür Punkte gibt, wäre das perfekt."

Fotoquelle: xpb.cc

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