So sieht die neue Streckenvariante aus, auf der die DTM am Wochenende fährt

DTM 2010

— 12.10.2010

Neues Layout: Segen oder Fluch?

Die DTM fährt am Wochenende in Hockenheim auf einer verkürzten Strecke: Die Fans bekommen die Autos öfter zu sehen, aber kann noch überholt werden?

Am kommenden Wochenende erleben Fahrer, Teams und Fans in Hockenheim ein Novum. Extra für die DTM wurde eine neue, kürzere Streckenvariante gebaut. Sie ist rund 20 Prozent kürzer als der normale Streckenverlauf. Dabei werden die Fahrzeuge den bisherigen GP-Kurs knapp 400 Meter vor der Spitzkehre und zwei Mal scharf rechts in Richtung Motodrom abbiegen. Vor der Mercedes-Tribüne geht es dann zurück auf den bisherigen Kursverlauf.

Die Rechnung ist einfach: Durch die kürzere Strecke erhöht sich die Rundenzahl, die Autos kommen nun 20 Prozent häufiger an den Fans vorbei. Doch die Meinungen im Fahrerlager sind etwas gespalten. Natürlich wird auf der einen Seite begrüßt, dass die Zuschauer die Autos nun noch häufiger zu sehen bekommen. Auf der anderen Seite gibt es Befürchtungen, dass mit der Spitzkehre eine, wenn nicht sogar die einzige Überholmöglichkeit wegfällt.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ist davon überzeugt, dass das Rennwochenende mit der neuen Streckenvariante toll wird: "Hockenheim wird mit dem neuen Layout und vielen Zuschauern ein fantastisches Rennen. Wir freuen uns sehr darauf", sagt er. Und Mercedes-Pilotin Susie Stoddart erklärt gegenüber 'Motorsport-Total.com', es werde "interessant, denn es ist etwas Neues für uns alle."

Laut Audi-Jahreswagenfahrer Alexandre Prémat wird sich aus Pilotensicht nicht viel ändern: "Die Strecke wird fast gleich sein, denn mehr oder weniger fehlt ja nur eine Kurve." Sein Phoenix-Teamkollege Mike Rockenfeller dagegen findet es "eigentlich schade, dass wir viele Kurse kürzen, oder Änderungen vornehmen. Ich fand Hockenheim okay wie es war. Aber es ist für alle gleich und wir werden sehen."

Der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider steht dem Umbau skeptisch gegenüber. "Man hat zwar etwa 20 Prozent mehr Racing im Motodrom, was bedeutet, man kommt öfter bei den Zuschauern vorbei. Aber unter dem Strich kann ich es nicht ganz verstehen, wenn ich ehrlich bin", sagt der Audi-Pilot, der das neue Layout bei einem Test besichtigt hat. "Für mich haben wir so mit der Hairpin mit Sicherheit die beste Überholmöglichkeit, die wir hatten, genommen. Und das gleiche war auch noch eingangs der Hairpin der Fall, Anbremsen und Einlenken." Er befürchtet, dass es nun keine Gerade mehr gibt, die lang genug ist, um im Windschatten an den Gegner heranzufahren und ihn dann ausbremsen zu können."

"Genau das gleiche gilt beim Anbremsen für die Mercedes-Arena. Es ist meine Meinung, dass wir zwei gute Überholmöglichkeiten genommen bekommen haben", erklärt Scheider. Das heiße nicht, "dass das Rennen keinen Spaß mehr macht. Aber wenn wir aufgrund dessen weniger Überholmanöver haben, dann wäre es natürlich schade.

Sein Audi-Markenkollege Markus Winkelhock teilt die Befürchtung: "Die Spitzkehre war immer eine gute Überholmöglichkeit. Mal schauen, ob das mit der 'neuen Spitzkehre' auch geht, aber die Gerade ist dafür glaube ich nicht lang genug, um sich anzusaugen. Aber lassen wir uns überraschen."

Auch Mercedes-Jahreswagenfahrer Jamie Green wäre es lieber gewesen, wenn das Layout gleich geblieben wäre, allerdings aus einem anderen Grund. "Denn meine Pace dort war im ersten Saisonrennen sehr gut - ich stand ja auf dem Podium", erklärt der Brite, der nur raten kann, wie sich das neue Layout auf das Kräfteverhältnis unter den Autos auswirken wird. "Es wäre nett gewesen, die gleiche Chance noch einmal zu erhalten, aber wer weiß, wie die neue Strecke wird? Sie wird kürzer sein, weniger Geraden haben, was den neueren Autos glaube ich mehr liegt als den alten."

Fotoquelle: DTM

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