BMW Motorsport Direktor Mario Theissen sieht in der DTM "tolle Perspektiven"

DTM 2010

— 15.10.2010

Theissen: "Wollen schon 2012 bei der Musik sein"

Bei BMW läuft schon die Konstruktion des DTM-M3, ab Mitte 2011 soll getestet werden, 2012 will man dann konkurrenzfähig antreten

Bereits im Frühjahr hat BMW seine Absicht erklärt, 2012 in die DTM zurückzukehren, allerdings noch unter Vorbehalt. Gestern nun wurden die letzten offenen Fragen mit der ITR und den anderen Herstellern geklärt. Damit konnte heute die endgültige Entscheidung verkündet werden. BMW ist ab 2012 wieder dabei.

"Für uns ist es ein großartiger Tag", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Wir haben im letzten halben Jahr sehr intensiv miteinander gesprochen, wir haben sogar seitens BMW schon an der Ausarbeitung des Technikreglements mitgearbeitet. Wir haben sogar, was für uns ganz wichtig war, auch bei den Gesprächen über die Internationalisierung teilnehmen können, sprich an der Möglichkeit, dass zukünftige DTM-Fahrzeuge eben nicht nur in Europa fahren, sondern auch in Asien und den USA. Und dabei hat sich eine Perspektive aufgetan, die man einfach nur als toll beschreiben kann."

So plant die DTM laut ITR-Chef Hans-Werner Aufrecht in der weiteren Zukunft auch Rennen in den USA (ab 2013) und in Asien. Für BMW, einen Hersteller mit großem Augenmerk auf den Kundensport, ist es zudem wichtig, dass die Fahrzeuge nicht nur allein für eine Serie entwickelt werden, sondern vielseitig zum Einsatz kommen können. Nun also entspricht die Zukunft der DTM den Vorstellungen der Bayern und die Zusage ist da.

"Ich freue mich sehr darüber, vor allem natürlich für mein Team, für meine Mitarbeiter, für die es ein ganz spannendes Projekt ist", sagt Theissen weiter. "Ich freue mich für die vielen Fans und ich freue mich auch für die ITR, für Mercedes und Audi, die ja diese Bühne in den vergangenen zehn Jahren getragen haben. Ich glaube, wir haben eine sehr spannende gemeinsame Zukunft vor uns." Die künftige DTM mit Audi, Mercedes und eben BMW sei "zweifellos das Aufeinandertreffen der drei Großen."

Mit der Entscheidung zum Formel-1-Ausstieg vor gut einem Jahr fiel in München die Entscheidung, sich stattdessen wieder verstärkt im Produktionswagensport zu engagieren. "Dort kommt BMW ja her, man kann also sicher sagen: 'Back to the roots'", so Theissen. "BMW ist immer im Tourenwagen- und GT-Sport vertreten gewesen, auch in unserer Formel-1-Zeit. Und wir wollen uns jetzt einfach wieder voll darauf konzentrieren. Wir haben nicht umsonst, die Sportikone des BMW Programms als Basisfahrzeug für das DTM-Auto ausgewählt, den M3."

Der Fahrplan bis zum ersten Rennen 2012 ist laut Theissen "ziemlich simpel": "2012 klingt zwar wie übernächstes Jahr, aber eigentlich hat das Rennen längst begonnen. Das Technische Reglement für die Fahrzeuge 2012 steht unmittelbar vor dem Abschluss, die wesentlichen Grundzüge sind längst fixiert. Das heißt: Alle Hersteller, auch wir, haben schon mit der Konstruktion eines solchen Autos begonnen, sonst wäre der Zeitplan gar nicht einzuhalten. Die nächsten Schritte sind nun in der Entwicklung dieses Autos. Ich gehe davon aus, dass wir spätestens Mitte nächsten Jahres mit dem Testen beginnen."

Dazu kommt der Aufbau der Teamstruktur: "Wir müssen Teams finden, wir müssen uns mit unseren Fahrern unterhalten und entsprechende Verträge schließen, das ganze Team auf die Saison 2012 vorbereiten. Alles das wird im Jahr 2011 stattfinden, damit wir 2012 auch gleich wettbewerbsfähig bei der Musik sein können."

Rein vom Technischen Reglement her herrscht für BMW Chancengleichheit mit Audi und Mercedes. Doch Theissen weiß, dass die Bayern trotzdem zunächst als Newcomer leicht im Nachteil sein werden. "Das Reglement ist neu, das heißt auch die etablierten Wettbewerber müssen ein neues Auto entwickeln. Aber natürlich haben sie einen Riesenvorsprung in der DTM, in der Art, wie man durch das Rennwochenende geht, Rennen, Boxenstopps und so weiter. Das müssen wir erst lernen", räumt er ein.

Das ändert aber nichts am ehrgeizigen Ziel der Münchner, schon 2012 im Titelkampf mitzumischen - und Meister zu werden: "Wir haben natürlich schon den Anspruch, schon im Jahr 2012 bei der Musik zu sein. Wer den Titel holt, das entscheidet sich meistens erst im letzten Rennen, und da gehört mehr dazu, als nur die technische Voraussetzung. Es gehört auch Glück im Sport dazu."

Noch ein paar offene Fragen

Wie viele Fahrzeuge BMW einsetzen wird, ist noch unklar. "Das ist aber auch eine Frage, die BMW nicht beantworten kann. Das hängt in der Tat davon ab, was in den nächsten Monaten passiert. Natürlich hängt es davon ab, wie viele Hersteller 2012 in der DTM fahren", sagt Theissen. Eine Entscheidung soll spätestens im Frühjahr 2011 fallen, bis dahin sollte feststehen, ob es nach BMW noch weitere neue Hersteller in die Serie zieht.

Noch nicht geklärt ist auch die Frage, welche Fahrer BMW in der DTM einsetzen wird. Laut Theissen wird man sich hier aber erst einmal im eigenen Haus umschauen: "Ich glaube, wir haben in diesem Jahr einen besonders starken Fahrerkader, und auch einen sehr breiten. Und es ist klar, dass wir mit unseren aktuellen Werksfahrern zuerst reden." Vor allem der mehrfache Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx und Augusto Farfus gelten als DTM-Kandidaten. Priaulx wäre 2012 jedenfalls gern dabei.

"Alles Weitere wird sich zeigen. Wir wissen nicht einmal, wie viele Autos zum Einsatz kommen. Die Fahrerfrage stellen wir also zurück, sie ist auch nicht dringend", so Theissen. "Es geht zuerst einmal darum, das Auto zu entwickeln, die Teamstrukturen aufzubauen, und dann mit den Fahrern zu sprechen. Aber ich glaube, dass wir mit den vorhandenen Werksfahrern schon ganz gut loslegen können."

Während der DTM-Einstieg nun beschlossene Sache ist, hat BMW über die Zukunft in der WTCC noch nicht entschieden. Viele munkeln, mit dem Einstieg in die DTM sei automatisch der Ausstieg aus der Tourenwagen-Weltmeisterschaft verbunden. Doch laut Theissen soll eine Entscheidung, ob man werksseitig in der WTCC bleibt oder nicht, erst in den kommenden Wochen fallen. Dafür gerüstet wäre man: BMW hat bereits einen Motor nach 2011er-WTCC-Reglement gebaut, unklar ist nur, ob er auch in Werks- oder nur in Privatiersautos eingesetzt wird.

Fotoquelle: xpb.cc

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