David Coulthard erlebte seinen ersten richtigen Regentag in der DTM

DTM 2010

— 16.10.2010

Coulthard: Nasse Füße, alte Reifen und Dragster-Gummi

Für David Coulthard war der verregnete Samstag in Hockenheim äußerst abenteuerlich, manches hält er jedoch für unnötig gefährlich - Auch er vermisst die Spitzkehre

David Coulthard hat in seiner Formel-1-Karriere schon unzählige Regenrennen bestritten. Aber in der DTM war er heute zum ersten Mal richtig dem nassen Element ausgesetzt. Und der verregnete Samstag gestaltete sich für den Mercedes-Piloten gleich aus mehreren Gründen abenteuerlich. Im Qualifying selbst schaffte er aber trotz aller Tücken den Sprung in Q2, wobei er ausgerechnet Audi-Titelanwärter Mattias Ekström aus den Top 14 verdrängte.

Erste unangenehme Regen-Erkenntnisse sammelte Coulthard bereits im Training am Morgen. "Meine Windschutzscheibe war undicht, ich war nass wie in einem offenen Formelauto", schildert er schmunzelnd. "Es hat richtig reingepisst, auf meine Füße. Und ich dachte mir: 'Sollte man in diesen Autos nicht eigentlich trocken bleiben?' Das Team hat das aber repariert."

Trotz seiner nassen Füße war Coulthard mit dem Verlauf des morgendlichen Trainings aber zufrieden. "Ich dachte, dass ich am Morgen ganz gute Fortschritte gemacht habe. Ich bin davor nur einmal im Nassen gefahren, vor der Saison", sagt er. Doch als es dann ins verregnete Qualifying ging, sei es auf der Strecke schon "Angst einflößend" gewesen

"Denn diese Regenreifen sind ja alte Reifen. Sie liegen seit dem ersten Rennen in der Kiste, und wurden jetzt zum Qualifying rausgeholt. Damit können sie nicht so haftend und frisch sein wie die Reifen, die man am Morgen im Training aufgezogen hat. Es war zu Beginn des Qualifyings also recht schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bekommen und ein Gefühl dafür zu entwickeln", schildert Coulthard.

Entsprechend schlidderte der Schotte um den Kurs. "Und um ehrlich zu sein, war ich mir sicher, dass ich auf dem letzten Platz rumfahre", bekennt er. "Denn ich war im Vergleich zum Morgen wirklich langsam. Aber am Ende habe ich es auf Platz 14 geschafft." Und das, obwohl er in Q1 mehrere Schrecksekunden hatte und einem Abflug des Öfteren gefährlich nahe kam.

"Ich muss irgendwie die letzte Kurve verpasst haben", sagt er dazu und fügt Kopf schüttelnd an: "Es war wirklich beschämend, denn ich kam mir so langsam vor. Aber offensichtlich waren noch ein paar Leute langsamer als ich. Danke an sie." Auf dem 14. Platz blieb er dann aber auch nach Q2, "denn in der zweiten Session hatte ich keinen Grip, keine Balance."

Als besonders tückische - sogar extrem gefährliche - Stelle empfindet Coulthard das Stück im Motodrom, auf dem auch die Dragster starten. Hier kamen im Qualifying zahlreiche Piloten ins Schleudern. "Es ist so rutschig auf diesem Gummi, man hat gesehen, wie viele Autos da weggerutscht sind", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Um ehrlich zu sein - ich möchte die Veranstalter nicht kritisieren - aber man sollte keine Dragster-Gerade auf einer Rennstrecke haben. Denn wenn der Gummi nass wird, wird es sehr, sehr gefährlich."

Im Rennen selbst hofft Coulthard nun, von Platz 14 aus einen guten Start zu haben, heil durch die ersten Kurven zu kommen, "und dann schauen, wir, was uns das Rennen morgen bringt." Natürlich hätte er nichts dagegen, in die Punkteränge zu fahren: "Ich würde gern welche holen, ja, natürlich. Ich habe bisher in der DTM keine Punkte geholt, vielleicht ist es an diesem Wochenende so weit."

Doch dazu muss ihm das eine oder andere Überholmanöver gelingen. Coulthard hat in dieser Saison schon öfter gezeigt, dass er das kann. Doch auch er fürchtet, dass die beste Gelegenheit dazu mit der neuen Streckenführung weggefallen ist. "Ich denke, die Spitzkehre ist ganz gut zum Überholen, vielleicht besser als die kurze Variante", schließt sich der Schotte der überwiegenden Meinung an.

"Wenn du eine 90-Grad-Kurve hast und innen vorbei gehst, dann kommst du danach sehr leicht weit nach außen und dann kann der andere dich wieder überholen. Der Wunsch, das Risiko einzugehen, ist viel geringer", erklärt er. "Wenn du eine Kurve mit viel Platz am Ausgang hast, so was wie die Adelaide-Spitzkehre in Magny-Cours, dann fährst du einfach und schaust, was passiert. Wenn du es richtig hinkriegst, dann kannst du mit dem Kerl bis zur nächsten Kurve jagen."

"Ich kenne den Grund nicht, warum man die Strecke ändern musste", sagt Coulthard. Aber: "Mir ist es egal. Wenn es gut für die Veranstalter ist und alle einen schönen Tag haben, dann reicht mir das. So kommen wir schneller zurück ins Stadion zu den Fans, die das hoffentlich zu schätzen wissen."

Fotoquelle: xpb.cc

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