Nach dem neunten Rennen ganz oben: der neue Spitzenreiter Paul di Resta

DTM 2010

— 17.10.2010

Di Resta: "Die Arbeit ist noch nicht erledigt!"

Mit Strategie und schnellem Auto fuhr Paul di Resta in Hockenheim an die Tabellenspitze: Erst ein paar Bier und dann volle Konzentration im Endspurt

Zu Saisonbeginn kam Paul di Resta etwas schwerer in die Gänge als seine Mercedes-Kollegen Bruno Spengler und Gary Paffett. Doch zur Saisonmitte setzte der Schotte zu einer starken Aufholjagd an. Und nun, bei noch zwei ausstehenden Rennen, hat er es geschafft. Nach seinem Sieg in Hockenheim ist di Resta neuer Tabellenführer. Sein Vorsprung auf Spengler beträgt drei Punkte, auf Paffett sind es 14 Zähler.

Der Weg an die Tabellenspitze wurde für di Resta frei, als Spengler mit kaputter C-Klasse die Box ansteuern musste und klar war, dass er in Hockenheim die erste Nullnummer der Saison kassieren würde. Nun hatte es der Schotte selbst in der Hand. Und er nutzte die Chance: Von Startplatz fünf aus fuhr er extrem schnelle Rennrunden, kombiniert mit zwei sehr späten und guten Boxenstopps brachte ihm das seinen dritten Sieg in Folge ein. Ein solcher Hattrick ist zuletzt Nicola Larini 1993 im Alfa Romeo gelungen.

"Gestern war ein bisschen schwierig, die Bedingungen waren tückisch. Wir hatten in Q1 und Q2 ein recht schwieriges Qualifying, in Q3 habe ich dann im letzten Sektor keinen besonders guten Job gemacht. Von daher war ich ein bisschen enttäuscht, aber doch optimistisch, denn ich war vor Bruno. Und das war der Schlüssel für dieses Wochenende", beginnt di Resta seine Analyse.

Im Rennen selbst konnte er sich in der ersten Runde an Audi-Pilot Alexandre Prémat vorbei auf den vierten Platz hinter Timo Scheider, Mike Rockenfeller und Gary Paffett schieben. Und als die anderen zu ihrem Boxenstopp abbogen, ließ das Team den Schotten draußen. "Die Rundenzeiten sind dramatisch gefallen, und ich konnte dieses Tempo für zehn oder zwölf Runden gehen", berichtet di Resta weiter. "Dann haben wir einen großartigen Boxenstopp gemacht und waren auch auf dem zweiten Satz Reifen sehr schnell."

Von der Boxenmauer bekam di Resta die Information, dass er inzwischen gegen Rockenfeller fährt und dass er weiter Gas geben muss. "Also habe ich weiter gepusht, und ich habe gesehen, dass ich recht schnell auf Timo aufhole. Wir sind dann noch vier Runden draußen geblieben und konnten ihn glücklicherweise überholen", schildert der Schotte. "Die Boxenstopps waren unglaublich, die Strategie, die ganze Arbeit des Teams war großartig. Denn wir hatten vor dem Sonntag große Fragezeichen, da wir davor nicht im Trockenen gefahren sind."

Allerdings war di Resta ein bisschen überrascht, dass er über Funk nicht permanent die Aufforderung "push, push, push" bekam: "Es war eigentlich recht still, ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass der Funk nicht funktioniert, denn sie haben nicht allzu viel gesagt außer 'Mach weiter'. Und ich bin einfach weitergefahren", sagt er lachend. Es sei schwierig gewesen zu beurteilen, wie groß sein Abstand nach vorn ist, "aber wir waren zum Glück in der Lage, so schnell zu fahren wie in den anderen Rennen. Das Auto war unter Rennbedingungen super. Ich hoffe, dass das bei den nächsten beiden Rennen auch so ist, denn ich fühle mich sehr wohl im Auto und freue mich auf die kommenden Rennen."

Drei Punkte Vorsprung hat er nun auf Spengler. Doch di Resta weiß, dass der Titel noch in weiter Ferne ist. "Es werden noch 20 Punkte vergeben und die Arbeit ist noch nicht erledigt. Ich muss weiter pushen, Bruno ist dich an mir dran." Dazu finden die letzten beiden Rennen auf Strecken statt, über die man noch nicht viel weiß.

"Manche der anderen sind schon in Adria gefahren, ich war da noch nie. Von daher ist das eine neue Herausforderung. Und Schanghai wird eine weitere Herausforderung", blickt di Resta voraus. "Man muss gut konzentriert bleiben, ich bin sicher, dass mir das Team so gut wie möglich helfen wird. Und ich werde ganz sicher bis zum Schluss kämpfen. Aber ich brauche dieselbe Herangehensweise wie bei den letzten fünf Rennen. Und ich werde einfach so fokussiert wie möglich bleiben."

Gefeiert wird heute bei Mercedes aber trotzdem, denn es steht fest, dass der Fahrertitel an einen C-Klasse-Piloten gehen wird. Nur an wen, das muss noch ausgefahren werden. Und bei der Feier wird sich auch di Resta "ganz sicher" das eine oder andere Bier gönnen, in Maßen allerdings, und nicht in Massen: "Es ist ein bisschen komisch, nach Hockenheim zu kommen und am Sonntagabend keine Riesenfete feiern zu können. Wir müssen da professionell bleiben. Ich reise am Dienstag schon nach Südkorea, von daher muss ich ein bisschen vorsichtig sein. Da muss ich am nächsten Wochenende meinen anderen Job machen. Und dann muss ich mich wieder auf Adria konzentrieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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