Timo Scheider und Mike Rockenfeller fuhren für Audi auf das Podium

DTM 2010

— 17.10.2010

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Mit Timo Scheider und Mike Rockenfeller kamen zwei Audi-Fahrer auf das Podium, doch im Titelkampf ist der Zug endgültig abgefahren

Audi stand beim Deutschland-Finale in Hockenheim mit zwei Piloten auf dem Podium. Timo Scheider erzielte mit Platz zwei sein bestes Saisonergebnis. Mike Rockenfeller gelang in seinem 40. DTM-Rennen zum zweiten Mal in seiner Karriere ein Podiumsergebnis. Von der Pole-Position aus lag Scheider lange Zeit in Führung, musste sich dann aber in der Schlussphase im Fernduell Mercedes-Pilot Paul di Resta geschlagen geben.

Martin Tomczyk und Oliver Jarvis machten in den letzten Runden Jagd auf Gary Paffett, konnten den Briten jedoch nicht mehr von Platz vier verdrängen. Tomczyk wurde Fünfter, Jarvis knapp dahinter Sechster. Nach einer Massenkarambolage in der ersten Runde kam nur die Hälfte der 18 gestarteten Fahrzeuge ins Ziel. Für Markus Winkelhock und Katherine Legge war das Rennen in der neuen Kurzanbindung am Ende der "Parabolika" ebenso schnell beendet wie für Miguel Molina.

Auch Mattias Ekström wurde in die Massenkarambolage verwickelt. Der Schwede konnte mit seinem beschädigten A4 DTM zunächst weiterfahren, musste nach zwei außerplanmäßigen Boxenstopps jedoch in Runde acht mit einem Defekt an der rechten Hinterradaufhängung aufgeben. Damit ist das Titelrennen für Audi gelaufen, denn Ekström hat nun auch rechnerisch keine Chance mehr. Alexandre Prémat lag in den Punkterängen, ehe er in der Boxengasse von Jamie Green touchiert wurde. Dabei brach die rechte Vorderradaufhängung, der Franzose musste ebenfalls aufgeben.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Mit zwei Autos in der ersten Startreihe erhofft man sich natürlich einen Sieg. Wir haben zwei Jungs aufs Podium gebracht. Das ist fraglos kein schlechtes Ergebnis. Paul di Resta war aber einen Tick schneller und konnte das Rennen für sich entscheiden. Mannschaftlich waren wir wieder stark an diesem Wochenende. Unser Ziel ist es nach wie vor, hart daran zu arbeiten, dass wir das nächste Rennen für einen Sieg nutzen können."

Timo Scheider: "Auf den ersten Metern lief alles nach Plan. Der Start war gut. Es war ganz positiv, dass ich eine kleine Lücke hatte. Mike hat Gary beschäftigt. Zu Kurve drei: Ich dachte, wenn in der Startrunde etwas passieren kann, dann dort. Dann ist auch etwas geschehen. Gott sei Dank war hinter mir viel Platz, sodass mir nichts passiert ist. Ich konnte ein Stück wegfahren, doch dann kam gleich die Safety-Car-Phase. Als das Rennen wieder freigegeben wurde, fuhr ich wieder eine Lücke zu Mike heraus."

"Danach fuhr ich das, was heute unser mögliches Tempo war. Paul hat uns dann bereits indirekt unter Druck gesetzt. Also mussten wir eine relativ aggressive Strategie wählen, um zumindest nach dem ersten Stopp noch eine Chance zu haben. Auch nach dem zweiten Stopp hätte es fast gereicht, leider hat eine halbe Wagenlänge gefehlt. Ich hätte mich sehr darauf gefreut, mit ihm in den Kampf zu gehen. Auf meinen gebrauchten Reifen hätte ich es gegen seinen neuen Satz sicherlich schwer gehabt. Er wäre als Meisterschaftskandidat aber wahrscheinlich kein so großes Risiko eingegangen."

Mike Rockenfeller: "Ich bin zufrieden mit meiner Leistung an diesem Wochenende. Natürlich hätte ich von Platz zwei auch gern den Start gewonnen. Aber das ist mir nicht gelungen. Ab dann war klar, dass ich mich nach hinten verteidigen muss gegen Gary. Das ist mir gut gelungen. Dann konnte ich sogar ein wenig Abstand aufbauen. Paul sah ich das ganze Rennen nicht. Als er nach seinem zweiten Stopp vor Timo herauskam, wusste ich, dass Platz drei das Maximum ist. Dann habe ich die Position nach Hause gefahren. Ich bin zufrieden. Das Team hat zwei tolle Stopps gemacht. Es war ein guter Tag für uns."

Martin Tomczyk: "Am Anfang war das Rennen turbulent. Mein Start war gut. Nach der Safety-Car-Phase hatte ich starke Probleme mit den Reifen und konnte das Tempo nicht halten. Nach dem ersten Boxenstopp lief es sehr gut, nach dem zweiten noch besser. Ich bin auf Paffett aufgelaufen und habe ihn attackiert. Fast kam ich vorbei. Dann kam Oliver Jarvis von hinten und hat sich mit eingemischt, was prinzipiell auch in Ordnung ist. Aber dadurch haben wir leider beide nicht von der Situation profitiert."

Oliver Jarvis: "Mein Start war ganz schlecht. Die zweite Kurve nahm ich von der Außenseite. So habe ich wieder ein, zwei Positionen gewonnen. Danach habe ich das Chaos der ersten Runde umfahren. Ich war später schnell unterwegs - schneller als Martin. Ich überholte ihn beim Boxenstopp, aber dann war er wieder schneller auf seinem nächsten Reifensatz. So kam er wieder vorbei. Zum Schluss gab es einen großen Kampf zwischen Martin, Gary und mir. Das war ein Rennen, das mir wirklich gefallen hat!"

Alexandre Prémat: "Ich bin als Vierter gestartet, dann hat Paul di Resta vehement attackiert. Wir fuhren Tür an Tür. Sein Manöver war aggressiv, danach war ich Fünfter. Das Tempo in unserer Gruppe war gut. Leider hat mein erster Boxenstopp viel länger als üblich gedauert. Als ich losfuhr und auf der linken Spur fuhr, kam auch Jamie Green aus seiner Box. Er hat mein rechtes Vorderrad touchiert, das dann Luft verloren hat. Die Aufhängung wurde, dabei wohl auch beschädigt. Ich rutschte in den Kies und mein Rennen war vorbei. Sehr schade, denn heute hätten wir viele Punkte sammeln können."

Mattias Ekström: "Wenn man von hinten startet, rechnet man schon fast mit einer haarigen Situation. Das ist aber auch schon vorgekommen, wenn ich von weiter vorn gestartet bin. Die Disziplin ist hinten im Feld nicht so gut wie weiter vorn. Aber an erster Stelle steht, dass die Leistung im Qualifying schlecht gewesen ist. Natürlich ist es enttäuschend, wenn man durch einen Schlag in der ersten Kurve ausscheidet. Aber ich freue mich schon auf das nächste Rennen."

Markus Winkelhock: "Mein Start war gut, denn ich kam besser weg als Alex Prémat und Paul di Resta. Leider war nirgendwo Platz für mich, also musste ich wieder vom Gas gehen. Danach konnte ich zumindest meine Position verteidigen. Eingangs der neuen Kurve 3 fuhr ich außen, wollte einlenken und verspürte einen Riesen-Schlag in die Seite. Dann war's mal wieder gelaufen bei mir."

Miguel Molina: "Mein Start war gut, wenn auch konservativ. Trotzdem habe ich eine Position gewonnen. Kurve drei habe ich spät angebremst und wurde getroffen - es war wohl Bruno Spengler. Ich war schon spät auf der Bremse, er hat offenbar gar nicht gebremst. Damit war mein Rennen vorbei. Ich bin unglücklich, aber auch das ist ein Teil dieser Rennsport-Disziplin. Wir müssen die positiven Aspekte mitnehmen."

Katherine Legge: "Mein Start war okay, auch wenn die Räder durchdrehten. Das war aber alles egal, denn nur drei Kurven später gab es ein großes Crashfest. Damit war mein Rennen vorbei - mehr kann ich heute leider nicht berichten."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Es ist natürlich etwas enttäuschend, nicht zu gewinnen, wenn man von der Pole-Position startet. Timo Scheider ist sehr gut gefahren und hat keinen Fehler gemacht. Man muss einfach akzeptieren, dass Paul di Resta heute in einer anderen Liga fuhr. Unser Team hat keinen Fehler gemacht, aber wir waren mit unserem Auto nicht schnell genug. Daran müssen wir weiter arbeiten. Wir müssen schneller werden."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Ich bin superzufrieden mit dem Podiumsplatz von Mike Rockenfeller. Unser Tempo war sehr gut. Schade, dass wir Paul di Resta trotzdem nicht halten konnten. Alle übrigen Fahrer, die zu Beginn hinter uns waren, sind dort auch geblieben. Schade, dass wir unser zweites Auto verloren haben. Alex Prémat war gut unterwegs. Unsere Strategien waren klar. Leider ging beim Boxenstopp eine Radmutter verloren, was uns Zeit gekostet hat. Beim Herausfahren hat Jamie Green nicht das getan, was er hätte tun sollen - die Vorfahrt zu achten. Daraus ergab sich ein Reifenschaden mit einem Aufhängungsproblem. Schade, denn ein Platz unter den ersten fünf wäre möglich gewesen."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Die Startposition von Markus Winkelhock war sehr vielversprechend. Auch sein Start war gut. Er lag schon an fünfter Stelle, wenn auch nicht lange. Hätte er etwas weiter hinten gelegen, wäre er vielleicht am Unfall vorbeigekommen. So aber war gleich alles vorbei. Auch das Rennen von Katherine Legge war in Kurve drei vorbei. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so früh wieder in unserer Hospitality gesessen habe. Jetzt haben wir eine Menge Arbeit bis Adria. Wir müssen uns mit der Reparatur beeilen, da wir in der darauffolgenden Woche früh losfahren werden. Aber wir geben nicht auf und werden versuchen, die letzten beiden Rennen bestmöglich zu nutzen."

Fotoquelle: xpb.cc

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