In Kurve vier gestrandet: Für fast das halbe Feld war in der ersten Runde Schluss

DTM 2010

— 19.10.2010

Neues Layout: Das wird noch einmal besprochen...

Wenig Überholmöglichkeiten, dafür ein Megacrash: Für das nächste Jahr soll beim Thema Streckenverlauf in Hockenheim eine gute Lösung für alle gefunden werden

Der gute Wille war ja eigentlich da: Für das Deutschland-Finale in Hockenheim haben sich die Macher der DTM einen neuen, kürzeren Streckenverlauf ausgedacht, der mehr Rennrunden ermöglicht und damit dafür sorgt, dass die Fans häufiger in den Genuss der vorbeirasenden Autos kommen. Eine Maßnahme, die übrigens auch für andere Kurse angedacht sein könnte.

Doch so ganz aufgegangen ist der Plan nicht. Zwar haben die Zuschauer kurzzeitig tatsächlich mehr Action geboten bekommen, allerdings nur bei dem Massencrash in der ersten Runde, als in der engen Einfahrt zum neuen Streckenteil fast das halbe Feld eliminiert wurde. Aber ansonsten sehen sich die Kritiker in ihren vorher geäußerten Befürchtungen bestätigt.

Während die alte Variante mit der Spitzkehre und der Einfahrt in die Mercedes-Arena ein bis zwei sichere Überholmöglichkeiten bot, fand man in der neuen Doppelrechts am Vordermann keinen Weg vorbei. Zwar gab es vor allem in der Schlussphase des Rennens einige interessante Positionskämpfe, doch weiter als bis an die hintere Stoßstange des Vordermanns kamen die Fahrer nicht. Überholen sei unmöglich gewesen, klagten die Piloten nach dem Rennen unisono. Wer Plätze gut machen wollte, musste dies über die Strategie tun. Und das gelang auch nur Sieger di Resta so richtig.

Und die vor dem Rennen ebenfalls häufig geäußerte Warnung, dass die neue vierte Kurve gefährlich eng ist, bestätigte sich auch. Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich schon nach den Tests im Vorfeld den Eindruck, dass durch diese Passage "kaum zwei Autos nebeneinander rein passen."

Mit der Massenkollision hat sich dieser Eindruck offenbar als richtig erwiesen. "Nein, in diese Ecke passen zwei nebeneinander nicht so, dass aus der Ecke auch zwei in einer vernünftigen Reihenfolge wieder herauskommen", sagt Ullrich nach dem Rennen. Und Mercedes-Motorsportchef fügt mit trocken-schwäbischem Humor an: "Da passen acht nebeneinander, nur die sind dann im Kiesbett, wie wir gesehen haben..."

Entsprechend ist in Sachen Streckenverlauf in Hockenheim noch nicht das letzte Wort gesprochen, auch wenn beide Sportchefs darauf verweisen, dass der Massencrash, bei dem so viele Autos gleich im Kiesbett gestrandet sind, auch woanders passieren könnte. "Ich glaube, die können auch auf anderen Rennstrecken stranden, wenn es blöd läuft", gibt Ullrich zu bedenken.

Und Haug betont: "Ich glaube, man muss auch da in der Beurteilung fair und balanciert sein. Dieser Unfall hätte exakt so auch in der Spitzkehre passieren können. Auch dort gab es ähnliche Unfälle. Vielleicht nicht mit dieser negativ rekordverdächtigen Zahl von acht oder wie viele es waren. Aber es ist auch an der Spitzkehre möglich."

Doch das Fazit ist: Ob der Streckenverlauf in Hockenheim noch einmal so sein wird wie am Sonntag, ist noch völlig offen. "Wir werden uns sicherlich zusammensetzen, das Ganze ordentlich besprechen und dann versuchen, für nächstes Jahr so eine Entscheidung zu treffen, dass für die Fans und für das Rennen eine gute Lösung gefunden wird", sagt Ullrich. "Wir beschäftigen uns immer mit jedem Rennen, ob man Änderungen machen soll. Und das werden wir sicherlich hier genauso machen."

Und Mercedes-Motorsportchef Haug betont, dass die neue Streckenvariante sowieso noch nie als letzte und endgültige Option gesehen wurde: "Es war ja nie geplant, den Grand-Prix-Kurs nicht mehr zu fahren. Sondern es soll eine Varianz sein, für den Zuschauer ein Mehrwert. Und das wurde ausprobiert und jetzt wird man sehen, wie es angekommen ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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