Der entthronte Meister Timo Scheider will endlich seinen erste Saisonsieg einfahren

DTM 2010

— 22.10.2010

Audi: Tolle Erinnerungen an den Adria-Kurs

Für Audi ist die Meisterschaft zwar erledigt, aber Erfolge sollen in dieser Saison noch kommen - In Adria wird der zweite Saisonsieg angepeilt

Audi kehrt mit der DTM am letzten Oktober-Wochenende 2010 zurück nach Adria, dem Ort des ersten Sieges des Audi A4 DTM. Dort hat Mattias Ekström am 16. Mai 2004 mit 3,1 Sekunden Vorsprung bereits beim dritten Start den ersten Triumph des neuen Renntourenwagens der Marke erzielt. Bis heute ergänzen 25 weitere Einzelerfolge die Bilanz. In der laufenden Saison gab es bisher nur einen Sieg, die Meisterschaft ist daher an Mercedes gegangen.

"Natürlich hätten wir die Meisterschaft auch in dieser Saison gerne etwas länger offen gehalten", erklärt Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. "Aber es lief bei uns in diesem Jahr einfach nicht rund, und unser Wettbewerber war gewohnt stark. Der Titelkampf ist für uns abgehakt, nicht aber die Saison: Wir wollen uns in Adria und Schanghai möglichst gut präsentieren und diese Rennen gewinnen."

Einen besonders starken Eindruck hinterließen zuletzt die beiden Deutschen Timo Scheider und Mike Rockenfeller. Scheider hat nach einem für ihn schwierigen Saisonstart längst zu gewohnter Stärke zurückgefunden, der erste Sieg seit Barcelona 2009 scheint nur eine Frage der Zeit. Rockenfeller war in Hockenheim erneut bester Fahrer eines 2008er-Fahrzeugs und rechnet sich Chancen aus, die Saison als punktbester Pilot eines Modells der älteren Generation abzuschließen.

"Ich liege nur noch sieben Punkte hinter Jamie Green, das ist durchaus aufholbar", gibt sich "Rocky" kampfbetont. Zwar war der Le-Mans-Sieger, der am Renntag seinen 27. Geburtstag feiert, 2004 in Adria noch nicht in der DTM dabei. In den Jahren 2003 und 2004 startete der Deutsche jedoch im Porsche Carrera Cup auf dem 2,702 Kilometer langen Kurs im Veneto.

Mit Ekström, Scheider, Martin Tomczyk und Markus Winkelhock waren vier der neun aktuellen Audi-DTM-Piloten in Adria bereits im DTM-Auto unterwegs. Alexandre Prémat kennt die Strecke aus der Formel-3-Euroserie. Lediglich für Oliver Jarvis, Miguel Molina und Katherine Legge ist der Kurs Neuland.

"Neue alte" Bedingungen

Der aktuelle A4 ist noch nie in Adria gefahren, dennoch ist der Kurs den Ingenieuren von Audi keineswegs unbekannt, da bereits mit der ersten Generation des A4 dort gefahren wurde. "Aus dieser Zeit wissen wir, dass eine hohe Bremsleistung, gute Traktion und mechanisch erzeugte Haftung in den engen Kurven im Mittelpunkt stehen", erklärt Martin Mühlmeier, Leiter Technik bei Audi Sport.

"Der Asphalt auf der Strecke stellt keine besonderen Anforderungen, sondern er erzeugt in Verbindung mit den Dunlop-Reifen sehr typische Reibbeiwerte. Die alten Daten, die der A4 von 2004 generiert hat, lassen sich natürlich nicht mehr direkt verwenden. Allerdings können wir auf ihrer Grundlage in Verbindung mit aktuellen Fahrzeugdaten Simulationen vornehmen. Diese Ergebnisse helfen uns in der Vorbereitung, zum Beispiel bei der Auswahl der Übersetzung und ähnlichen Aspekten."

Motorsportchef Ullrich erinnert sich an die früheren Gastauftritte. "Es sind viele Jahre vergangen, seit wir zuletzt in Adria gefahren sind. Damals hat es gut begonnen. Hoffentlich ist das ein gutes Omen. Wir wollen die kontinuierliche Leistungssteigerung, die wir in den vergangenen Rennen gezeigt haben, endlich in einen Sieg umsetzen, für den wir schon so lange hart arbeiten."

"An Adria haben wir eine schöne Erinnerung", pflichtet Hans-Jürgen Abt bei. "Dort gelang uns mit dem Audi-Werksteam der erste Sieg in der DTM. Jetzt geht es darum, den zweiten Saisonsieg zu holen. In Hockenheim waren wir wieder sehr nahe dran, doch es hat nicht ganz gereicht. Aber wir werden nicht aufgeben und glauben daran, dass wir noch ein oder zwei Siege in diesem Jahr holen können, damit wir ein versöhnliches Saisonende feiern können."

Phoenix-Teamchef Ernst Moser meint: "In Adria kann es uns passieren, dass wir in dieser Jahreszeit morgens von reichlich Nebel überrascht werden. Auf diesem Kurs wird sich alles im Qualifying entscheiden. Es ist sehr schwierig, dort zu überholen, wie ich aus den Jahren mit der DTM und aus dem GT-Sport weiß. Also fokussieren wir uns auf die Leistung im Zeittraining. In der Tabelle wollen wir den Abstand zu Green verringern. Wir wollen die Situation so spannend halten, dass wir ihn in Schanghai einholen und mit Rockenfeller den besten Fahrer eines Autos Jahrgang 2008 stellen können."

"Sicherlich freue ich mich auf Adria im Land der 'Dolce Vita'", so Arno Zensen, Teamchef bei Rosberg. "Wir starten noch bei zwei Rennen. Irgendwann muss sich das Blatt wenden. Ich habe gute Erinnerungen an Adria. Das Ziel bleibt das gleiche wie zuvor: Winkelhock muss nach seiner Serie von Ausfällen endlich einmal ins Ziel kommen. In Hockenheim haben wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet, doch dann hatte er wieder Pech. Die Strecke ist ein Micky-Maus-Kurs und lässt Markus, Katherine und ihren Gegnern keine Zeit zum Ausruhen."

Adria für einige Piloten Neuland

Im Jahr 2004 startete Ekström von der Pole-Position und gewann das Rennen. "Ich freue mich auf Adria. Als ich zuletzt dort war, habe ich meinen ersten Sieg als Audi-Werksfahrer mit dem A4 erreicht. In diesem Jahr wird es bestimmt nicht so heiß sein wie beim letzten Mal. Ich freue mich auf ein neues Rennen und will dort wieder um den Sieg kämpfen."

Oliver Jarvis ist zuletzt in Hockenheim zum vierten Mal in dieser Saison in die Punkte gefahren. Diese Serie will der Brite in Italien fortsetzen. "Adria ist für mich eine neue Strecke, auf die ich mich sehr freue. Es ist immer eine schöne Erfahrung, einen neuen Kurs kennenzulernen. Hoffentlich geht es so weiter wie in Hockenheim, wo wir einige Punkte gesammelt haben. Vielleicht kann ich sogar um das Podium kämpfen."

Pech hatte zuletzt Legge, die in den Unfall in der ersten Kurve in Hockenheim verwickelt war. "Bevor ich nach Italien aufbreche, werde ich die Strecke am Computer zu erlernen versuchen. Die Strecke erinnert mich an einen Gokart-Kurs. Ob uns das liegt oder nicht, kann ich noch gar nicht abschätzen. Aber es ist immer wieder schön, auf einer anderen Strecke zu fahren und neue Menschen kennenzulernen."

"Die Strecke ist neu für mich", sagt Rookie Molina. "Es gibt nur eine längere Gerade und viele Kurven. In Zandvoort und in Brands Hatch sind mir bei der ersten Begegnung mit der Strecke die besten Ergebnisse des Jahres gelungen. Genau das will ich auch in Italien versuchen."

"Ich war 2003 und 2004 bereits mit der Formel 3 in Adria und mag die Strecke sehr gern", schildert Premat. "Wie in Hockenheim gilt: Ich will gute Trainings fahren und mich weit vorn qualifizieren. Dann sollten auch viele Punkte möglich sein. Wir haben ein sehr gutes Team. Mein Teamkollege hat zuletzt gezeigt, dass in diesem Umfeld ein schönes Ergebnis möglich ist."

Rockenfeller will sich am Rennsonntag selbst mit einem guten Ergebnis beschenken. "Natürlich freue ich mich auf Adria. Der dritte Platz aus Hockenheim gibt noch einmal eine Extra-Motivation. Mir fehlen noch sieben Punkte auf Green in der Tabelle. Die würde ich gern noch aufholen in den verbleibenden beiden Rennen. Deshalb wäre ein gutes Ergebnis in Adria wichtig."

Der entthronte Meister sehnt sich nach seinem ersten Saisonsieg. "Uns steht eine neue Herausforderung bevor. Ich war bereits mit der DTM zu Gast in Adria. Ich kenne die Strecke, die auf mich wie eine etwas vergrößerte Kartbahn wirkt", beschreibt Scheider. "Aber sie hat es durchaus in sich, sie ist sogar sehr anspruchsvoll. Wir dürfen dort ein sehr enges Rennen erwarten. Aufgrund der kurzen Strecke und der niedrigen Geschwindigkeiten herrscht immer viel Betrieb. Darauf freue ich mich. Wir haben in dieser Saison noch zwei Chancen zu gewinnen - und das muss mein Ziel bleiben."

Tomczyk will den Aufwärtstrend fortsetzen. "In Italien bin ich immer gern, auch wenn ich die Strecke nicht unbedingt bevorzuge. Es handelt sich um eine recht kleine, enge Strecke. Häufiges Beschleunigen, starkes Abbremsen und sehr enge Kurven sind dort typisch. Zum Kräfteverhältnis wage ich keine Aussage. Die Autos haben sich seit unserem letzten Start dort im Jahr 2004 sehr stark verändert. Wahrscheinlich herrscht also eine ganz andere Kräftekonstellation als damals."

Für Winkelhock geht es in Italien darum, wieder einmal die Zielflagge zu sehen und das Pech abzuschütteln. "Es gibt zwar Rennstrecken mit einem flüssigeren Verlauf, die mir etwas mehr Spaß machen, aber ich freue mich trotzdem auf Adria als zusätzliches Rennen im Kalender. Ich bin dort vor sechs Jahren schon einmal gefahren, aber das ist sicher kein großer Vorteil mehr. Ich weiß zwar noch, wann es nach links und wann es nach rechts geht, aber nach einer so langen Zeit ist es so, als würde man zum ersten Mal dort fahren."

Fotoquelle: xpb.cc

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