Viel Arbeit vor und hinter den Kulissen: BMW Motorsport Direktor Mario Theissen

DTM 2010

— 26.10.2010

BMW: Vorfreude aufs Fahren

Während sich BMW hinter den Kulissen auf die DTM-Rückkehr 2012 vorbereitet, sind vor den Kulissen für 2011 die unterschiedlichsten Engagements geplant

Knapp ein Jahr ist es her, dass BMW in Abu Dhabi zum letzten Mal ein Formel-1-Rennen bestritten hat. Seitdem ist in München hinter den Kulissen viel passiert - unter anderem wurde die Rückkehr in die DTM angedacht, angestrebt und umgesetzt. 2012 startet BMW wieder mit dem M3 in der Tourenwagenserie. Getreu dem Motto "Freude am Fahren" herrscht bei Motorsport Direktor Mario Theissen nun "Vorfreude aufs Fahren".

"Ja, große Vorfreude", bestätigt Theissen. "Es war ein Jahr des Übergangs und ein Jahr harter Arbeit. Wir haben in den vergangenen zwölf Monaten BMW Motorsport umgekrempelt, neu ausgerichtet. Wir haben uns Gedanken über künftige Projekte gemacht."

Ein wichtiger Aspekt beim Ausstieg aus der Formel 1 und bei der Suche nach neuen Projekten war für BMW die Nachhaltigkeit. Die ist laut Theissen in der DTM durch das kostengünstige Reglement und die Möglichkeit, die Autos international einzusetzen, gegeben. Er betont jedoch: "Nachhaltigkeit heißt ja nicht, dass die ganze Firma in Sack und Asche gehen muss. Im Gegenteil: Auch eine nachhaltige Firma braucht Emotionen. Emotionen sind das Salz in der Suppe und sie sind in der Automobilindustrie wesentlich durch den Motorsport getragen. Für uns ist Motorsport ein Antrieb und eine Inspiration auch im alltäglichen Geschäft als Autohersteller."

Anders als beim Formel-1-Projekt, bei dem sich die Münchner zunächst eine Aufbauphase eingeräumt haben, könnte man in der DTM gleich ohne Anlaufzeit durchzustarten. "Wir hatten vor einem Jahr, als wir das Formel-1-Team aufgelöst haben, sehr wohl ein anspruchsvolles Projekt im Auge", begründet Theissen. "Wir haben also hier auf der Münchner Seite alle Techniker in der Firma gehalten, und einige auch bei BMW Motorsport. Von daher sind wir ordentlich aufgestellt. Wir werden uns höchstens in einzelnen Positionen noch verstärken."

Und das seien alles "ausgeschlafene Ingenieure und Techniker", fährt der Motorsport Direktor fort. "Aber es ist klar: Die Konkurrenz hat zehn Jahre Vorsprung, Erfahrung kann man nicht einfach überspringen. Entsprechend intensiv sind wir dabei, uns vorzubereiten. Und ich hoffe, dass wir es dann auch schaffen, in der ersten Saison ordentlich mitzuspielen."

Hinter den Kulissen arbeitet man in München nun auf das Comeback hin. Bei BMW stehen die nötigen Strukturen, die Entwicklung des Autos liegt im Zeitplan. Sobald klar ist, wie viele Hersteller ab 2012 fahren und wie viele Autos die einzelnen Marken einsetzen, werden bei BMW die Teams festgelegt. Im zweiten Quartal 2011 sollen die ersten Prototypen gebaut werden, im Sommer soll die Testarbeit beginnen. Und dann wird im letzten Schritt die Fahrerfrage entschieden.

Doch die Münchner werden im Übergangsjahr 2011 "natürlich auch vor den Kulissen zu sehen sein", erklärt Theissen: "Die Grundsatzentscheidung war ja, mit dem M3 in den Produktionswagensport zurückzukehren. Und das zieht sich auch durch dieses und das nächste Jahr. Wir werden auch im nächsten Jahr unseren Schwerpunkt legen auf den M3 GT2, wir werden wieder eine volle Saison American-Le-Mans-Series fahren, wo wir gerade den Herstellertitel gewonnen haben. Und wir wollen auch wieder die großen 24-Stunden-Rennen hier in Europa fahren, wobei da in vielen Fällen das Reglement noch nicht ganz klar ist. Wir haben uns im vergangenen Jahr speziell bei einem Rennen nicht besonders gut eingestuft gesehen und wir wollen abwarten, wie das im nächsten Jahr aussieht."

Ob man sich in der WTCC weiter werksseitig engagiert oder sich dort auf den Kundensport konzentriert, ist noch nicht entschieden. "Auf der WTCC-Bühne haben wir für den aktuellen 320si einen neuen Antrieb entwickelt. Der fährt mittlerweile schon", so Theissen. Dabei handelt es sich um den "Weltmotor", das 1,6-Liter-Turbo-Triebwerk, das auch im MINI in der WRC eingesetzt wird: "Wir haben diesen unseren Teams als Paket mit dem nötigen Umrüstkit für das Auto angeboten. Und ich bin zuversichtlich, dass dieses zum einen siegfähiges Auto sein wird und dass wir es im nächsten Jahr auch sehen werden."

"Ähnlich sieht es im Kundensport aus: Der Z4 GT3 wird im nächsten Jahr unterstützt, damit dieses Auto im Langstreckensport zu sehen sein wird, ebenso der GT4", erklärt der Motorsport Direktor. "Was wir noch nicht entschieden haben, sind die Werkseinsätze. Und bei der WTCC geht es um die Frage, ob wir uns mit den ganzen anderen Themen noch einmal ein eigenes Werksengagement leisten oder ob wir die Kunden stärker fördern. Das wird bis Ende des Jahres entschieden sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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