Timo Scheider und Mike Rockenfeller wollen sich in Adria nicht packen lassen

DTM 2010

— 27.10.2010

Adria: Enge Duelle erwartet

Die Audi-Piloten Timo Scheider und Mike Rockenfeller gehen mit Optimimus nach Italien: Auf der engen Adria-Strecke harte Duelle ausfechten

Die Reise nach Italien wird für viele DTM-Piloten eine Reise ins Ungewisse. Der ange Kurs nahe Venedig war zwar schon einmal Schauplatz eines DTM-Rennens, aber die aktuellen Fahrer waren damals noch nicht an Bord. Zwei Audi-Piloten kommen zumindest mit einer gewissen Streckenkenntnis zum kommenden Rennwochenende: Timo Scheider und Mike Rockenfeller.

"Ich kenne die Strecke, aber es ist viele Jahre her und mit einem DTM-Auto wieder ganz anders", sagt Rockenfeller, der im Porsche-Carrera-Cup und zu GT2-Zeiten 2005 in Adria fuhr. "Ich habe ein paar Daten vorliegen, aber die stammen noch aus der Opel-Zeit von Phoenix", lacht der Audi-Jahreswagenfahrer aus Neuwied - die perfekte Vorbereitung sieht anders aus.

"Ich kann grob einschätzen, welche Gänge damals gefahren wurden und welche Rundenzeiten", sagt Rockenfeller mit Blick auf die alten Datenausdrucke. "Wichtig ist, dass man gut auf der Bremse ist. Es gibt drei oder vier wirkliche Spitzekehren, jeweils um fast 180 Grad. Traktion und Bremse müssen passen, man braucht viel mechanischen Grip. Abtrieb brauchst du maximal viel, denn es gibt keine langen Geraden."

"Ich freue mich. Das Wetter sieht gut aus. Für Sonntag ist Regen angesagt, was mir persönlich ganz gut passen würde", sagt "Rocky", der zuletzt in Hockenheim eine bärenstarke Vorstellung ablieferte. "Es ist sehr ausgeglichen. Es ist schwer auszumachen, wer die Nase dort vorne haben wird", erklärt der 26-Jährige. Die Hoffnungen beruhen vor allem auf dem Gewichtsvorteil der 2008er-Autos.

"In der Theorie würde man das so sehen, allein wegen des ständigen Abbremsen und Beschleunigen. Wir hatten das aber auch am Norisring erwartet", schränkt Rockenfeller ein. "Bei Jamie Green lief es dort gut, aber bei unseren Audi-2008er-Fahrzeugen nicht so gut. Es ist immer schwer zu sagen. Ich hoffe, dass ich auch in Adria wieder in Q4 kommen kann. Ich schätze, dass wir wieder halbwegs gute Chancen haben werden."

Mit einem weiteren Topresultat könnte der Pilot aus Neuwied seinem Saisonziel näher kommen. Rockenfeller will bester Pilot in einem Vorjahreswagen werden, Jamie Green liegt jedoch noch sieben Punkte vor ihm. "Theoretisch geht das auf jeden Fall, es sollte mein Ziel sein. Wenn ich nochmal zwei Rennen lang so gut zurecht komme, dann könnte das gehen. Aber China ist unbekannt und Adria ist ebenfalls ungewiss. Ich habe es mir jedenfalls vorgenommen, bester 2008er-Pilot zu werden."

Am Sonntag feiert Rockenfeller seinen 27. Geburtstag in Italien. Der größte Wunsch: ein Neuwagen für 2011. "Den äußere ich schon, seit ich in der DTM für Audi unterwegs bin. Wünschen kann man sich viel und ich halte es für legitim, dass man das sagt. Am Sonntag zum Geburtstag wünsche ich mir ein gutes Rennen. Das hilft immer und steigert die Chancen auf einen Neuwagen."

"Die Saison läuft noch zwei Rennen lang. Ende November gibt es dann Gespräche. Vorerst konzentriere ich mich auf diese beiden Rennen und danach mache ich mir Gedanken, was 2011 passiert", sagt der Audi-Pilot, der als heißer Kandidat auf ein aktuelles Fahrzeug für die kommende Saison gehandelt wird. Rockenfeller könnte dann mit gleichen Waffen gegen Markenkollege Scheider antreten.

Der noch amtierende DTM-Champion hat mittlerweile verdaut, dass es in diesem Jahr keine Chance auf die Titelverteidigung mehr gibt. "Neues Spiel, neues Glück. Wir wollen das Beste herausholen, wollen das Auto schnellstmöglich auf den Punkt bringen. Auf einer Strecke ohne echte Referenzdaten wird das etwas schwieriger. Dann ist die Frage, wie schnell man den richtigen Weg findet. Ich bin da immer optimistisch, dass wir das mit unserer Mannschaft hinbekommen."

"Wir wollen Rennen und Meisterschaften gewinnen - jeder Einzelne von uns. Da wäre es falsch, wenn man sich nicht zusammensetzen und über die Gründe diskutieren würde. Wir waren etwas darauf vorbereitet, aber es ärgert uns trotzdem. Wir tun alles, um das 2011 nicht auf uns sitzen zu lassen. Wir haben drei Titel in Folge gewonnen und es wäre schön, wenn wir das 2011 wieder schaffen könnten", so Scheider.

In Hockenheim schob sich Paul di Resta nach dem zweiten Stopp vor den Audi-Star. In Adria soll sich dieses Szenario nicht wiederholen, denn es soll endlich der erste Saisonsieg her. "Ich möchte eine Wagenlänge Vorsprung nach dem zweiten Boxenstopp. Das wäre schon mal eine gute Idee", lacht Scheider. 2005 konnte er an gleicher Stelle in der FIA-GT gewinnen. "Auch wenn die Strecke beim ersten Blick nicht wie eine Automobilrennstrecke aussieht, bietet sie doch immer eine gewisse Würze. Ich freue mich auf das Wochenende. Das werden bestimmt harte Zweikämpfe."

Fotoquelle: xpb.cc

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