Norbert Haug verspricht großen Sport in den letzten Rennen

DTM 2010

— 28.10.2010

Haug verspricht im Titelkampf: "Keine Strategiespielchen"

Da nur noch ein Mercedes-Pilot Champion werden kann, gibt Mercedes-Sportchef Norbert Haug für die letzten beiden Rennen "Freie Fahrt" aus

Am kommenden Wochenende steht auf dem Adria Raceway der vorletzte Saisonlauf der DTM auf dem Programm. Seit dem vergangenen Rennen in Hockenheim steht fest, der neue Champion wird einer der drei Mercedes-Piloten - Paul di Resta, Bruno Spengler und Gary Paffett - sein. Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist mit der aktuellen Tabellensituation überglücklich und verspricht einen sportlich fairen Titel-Showdown.

"Natürlich sind wir nach der Entscheidung beim letzten Rennen in Hockenheim jetzt in einer Luxusposition, weil wir den DTM-Titel unter drei Mercedes-Fahrern raus fahren können. So eine Situation gibt's nicht oft im Motorsportleben und wir werden sie mit großem Sport genießen", so der 57-Jährige, der sich nicht zu einem Tipp hinreißen lassen will: "Ob es Gary, Bruno oder Paul schaffen wird - ich weiß es nicht und keiner von uns weiß es."

"Wir alle wissen nur, dass der Titel sportlich hart und fair auf der Strecke ausgefahren wird und ganz bestimmt nicht durch Strategiespielchen oder Teamorders. Danke an alle im Team, die uns in diese Position gebracht haben. Sie bedeutet allerdings nicht, dass wir am Adria Raceway automatisch gewinnen werden", fügt der Mercedes-Sportchef hinzu. Die schlechteste Ausgangslage im Titelkampf hat Gary Paffett, der aber zumindest in Italien einen vielleicht entscheidenden Vorteil hat.

"Ich bin der einzige Mercedes-Pilot, der schon mit der DTM in Adria gefahren ist. Obwohl es schon sechs Jahre her ist, hoffe ich, damit einen kleinen Vorteil zu haben. Momentan liege ich 14 Punkte hinter Paul und 11 Punkte hinter Bruno auf Platz drei der Gesamtwertung. So lange es rechnerisch möglich ist, werde ich den Titelkampf nicht aufgeben", so der Brite. Enger geht es da zwischen Di Resta und Spengler zu.

Di Resta im Punkterausch

Der Schotte profitierte in Hockenheim vom Pech des Kanadiers und schnappte sich die Führung in der Gesamtwertung. Doch Di Resta hat dies nicht nur diesem einem Lauf zu verdanken, sondern auch seiner bestechenden Form in den letzten Rennen: "46 von 50 möglichen Punkten in den letzten fünf Rennen ist eine erstklassig Ausbeute für mich. Seit Hockenheim bin ich drei Punkte vor Bruno an der Tabellenspitze. Ich hoffe sehr, dass ich meine aktuelle Form in den beiden Rennen in Adria und Schanghai fortsetzen kann."

Di Resta will jetzt natürlich Champion werden. "Mein Ziel ist der Meistertitel und dafür werde ich alles geben. Aber mit Bruno und Gary habe ich noch zwei sehr starke Konkurrenten im Team, die kein anderes Ziel als ich haben, und ich unterstütze keinen von beiden. Es bleibt auf jeden Fall spannend", so der Schotte. Spengler hat seine Titelhoffnungen noch nicht begraben, denn mit nur drei Punkten Rückstand kann sich das Blatt auch schnell wieder wenden.

Spengler hat Titel noch nicht abgeschrieben

"Nach meinem technischen Problem, das in Hockenheim zum Ausfall und null Punkten führte, schaue ich nun optimistisch auf das nächste Rennen in Adria. Ich bin immer noch sehr aussichtsreich im Titel-Rennen. Ich bin heiß auf das Rennen und total motiviert, die Meisterschaft zu meinen Gunsten zu entscheiden, schauen wir mal", meint der Kanadier, der aber auch schon mal ein Rennen auf dem Adria Raceway bestritten hat.

"Ich fuhr 2004 im Rahmen der Formel 3 in Adria - eine anspruchsvolle Strecke mit den meisten Kurven pro Kilometer im aktuellen DTM-Kalender. Der kurze Kurs kombiniert enge Schikanen mit 180 Grad-Kehren. Wir bremsen an der Spitzkehre bis auf 60-70 km/h runter. Das bedeutet eine hohe Belastung für die Bremsen", erklärt Spengler. Di Resta weiß um die Bedeutung des Startplatzes: "Durch die kaum vorhandenen Überholmöglichkeiten in Adria wird das Qualifying dort ganz besonders wichtig sein."

Adria Raceway Neuland für Schumacher und Coulthard

Für "Adria-Spezialist" Paffett sind die Schlüsselstellen "die engen, langsamen Kurven und die Spitzkehre in Adria sind sehr anspruchsvoll für die Reifen. Besonders wichtig ist dort die Traktion. Sie wird über Sieg oder Niederlage entscheiden." Da können Ralf Schumacher und David Coulthard nicht viel mitreden. "Zu Adria kann ich nicht viel sagen, da ich die Rennstrecke, wie so viele meiner Kollegen bei Mercedes und Audi, noch nicht kenne", erklärt Schumacher.

"Allerdings lerne ich neue Strecken immer recht schnell. Ich hoffe hier, meine ganze Routine und Erfahrung einsetzen zu können. Beim ersten Blick auf die Streckenskizze fallen mir die Kürze des Kurses und vor allem die enge Haarnadelkurve auf, bei der man stark verzögern muss. Das könnte mir liegen, da es solche Spitzkehren auch am Norisring gibt, wo ich immer gut ausgesehen habe", meint der Deutsche.

Auch für Coulthard ist der Adria Raceway Neuland. "Der Adria Raceway ist in diesem Jahr erneut eine komplett neue Strecke für mich. So wie ich gehört habe, wird es dort sehr schwierig zu überholen, da es einige enge Kurven und keine lange Geraden gibt. Daher hängt besonders viel von einem guten Qualifying-Ergebnis ab. Dass ich mich schnell auf eine neue Strecke einstellen kann, habe ich in meiner ersten DTM-Saison auf dem Lausitzring bewiesen."

Auch der Schotte verfolgt den Titelkampf mit höchster Aufmerksamkeit. "Viel spannender ist allerdings die Frage, wer von den drei Mercedes-Titelaspiranten nun Champion wird - Paul, Bruno oder Gary. Ich
würde den Titel jedem von ihnen gönnen. Am meisten freuen mich diese Titel bei Fahrer- und Teamwertung für alle Mercedes Fans. So oder so, der Titel kommt zum Stern nach Stuttgart und das ist gut so. Well done", so Coulthard.

Fotoquelle: xpb.cc

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