Mattias Ekström startet als bestplatzierter Audi-Pilot von P3

DTM 2010

— 30.10.2010

Die Audi-Stimmen zum Qualifying

Mattias Ekström war als Dritter bester Audi-Pilot, hatte aber Glück und profitierte von einem Timingfehler bei Timo Scheider

Mattias Ekström geht als Dritter in das morgige vorletzte Saisonrennen im italienischen Adria. Damit ist der Schwede bestplatzierter Audi-Pilot. Allerdings wäre er beinahe schon nach dem ersten Abschnitt ausgeschieden und kam nur mit Glück weiter. Ekström hatte in Q1 nur einen Reifensatz benutzt, um Pneus für das Rennen zu schonen.

Weil die Strecke aber immer schneller wurde, musste der Schwede in der Box tatenlos mit zusehen, wir er Platz um Platz zurückgereicht wurde und als 15. ausgeschieden zu sein schien. Doch Ekströms Glück war das Pech seines Teamkollegen Timo Scheider, der nachträglich vom zweiten auf den 15. Platz zurückversetzt wurde, weil er seine letzte Runde um 0,1 Sekunden zu spät in Angriff genommen hatte und deshalb nicht mehr gewertet wurde.

Zweitbester Audi-Pilot und erneut bester Fahrer eines 2008er-A4 war Mike Rockenfeller, der sich den fünften Startplatz sicherte. Mit Oliver Jarvis, Miguel Molina, Martin Tomczyk, Markus Winkelhock und Alexandre Prémat auf den Plätzen sieben bis elf gehen sieben der neun Audi-Piloten von den besten elf Startpositionen ins Rennen. Timo Scheider und Katherine Legge starten von den Plätzen 15 und 18.

Stimmen zur Qualifikation:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Wir hatten heute mehr Möglichkeiten. Leider wurden Risiken eingegangen, die unnötig waren und dazu geführt haben, dass wir eines unserer Fahrzeuge früh verloren haben. Mich freut, dass wir mit Mike und Miguel zwei Piloten unserer Jahreswagen in den Top 8 haben. Die zweite Startreihe von Mattias auf einer Strecke, die kaum Überholmöglichkeiten bietet, ist sicher keine optimale Ausgangsposition - trotzdem ist für ihn noch alles drin. Und Timo hat ein Auto, mit dem er sich auch von hinten nach vorn kämpfen kann. Wir werden morgen alles geben, um unseren ersten Sieg in der zweiten Saisonhälfte zu erringen."

Mattias Ekström: "Das war heute ein Qualifying der gemischten Gefühle. Ich dachte, ich wäre bereits nach der ersten Sektion ausgeschieden. Timos Pech, dass er zu spät über die Linie fuhr, war mein Glück und hat mich in die nächste Runde gebracht. Position drei ist sicher nicht schlecht, aber schon ärgerlich, wenn man sich den geringen Rückstand anschaut. Morgen im Rennen ist alles möglich, und das Ziel ist klar: der Sieg."

Mike Rockenfeller: "Es war sehr schwierig und unheimlich eng. Ich bin nicht unzufrieden, aber auch nicht hundertprozentig zufrieden. Ein großes Dankeschön an das Team: Wir haben für unsere Anläufe immer den richtigen Zeitpunkt gewählt, was hier auch entscheidend gewesen ist. In Q3 habe ich in beiden schnellen Runden jeweils in der letzten Kurve einen kleinen Fehler gemacht. Danke an alle - Platz fünf ist nicht so schlecht."

Oliver Jarvis: "Wir hatten ein gutes zweites Qualifying, in dem ich Vierter war. Aber in Q3 kam uns die Balance abhanden. Ich konnte in meiner schnellen Runde einfach keine konkurrenzfähige Zeit fahren. Und die anschließende Runde war ebenfalls nicht schnell genug. Ich bin ziemlich enttäuscht, denn ich hatte mir viel mehr ausgerechnet."

Miguel Molina: "Mit diesem Ergebnis bin ich ganz zufrieden. Wir haben uns gegenüber dem Freien Training am Vormittag deutlich verbessert. Ich habe an meinem Fahrstil etwas geändert. Das hat sich im Qualifying ausgezahlt. Damit sind wir wieder unter den ersten acht. Jetzt will ich am Sonntag einen Beitrag leisten, für Audi möglichst viele Punkte zu sammeln."

Martin Tomczyk: "Das war nicht so toll. Die Zeiten lagen heute allerdings auch sehr eng zusammen. Ich würde gerne noch zur Strecke Stellung nehmen: Sie ist einfach nicht perfekt vorbereitet für unsere Autos. Es gibt eine Passage, in der sehr viel Dreck auf den Asphalt gelangt. Darüber hätte man sich vorher mehr Gedanken machen müssen. So ist die Chancengleichheit nicht in jeder Runde gegeben. Eine solche Situation sollte in der DTM eigentlich nicht auftreten."

Markus Winkelhock: "Am Anfang lief es ganz gut. Das Auto hat sich nicht schlecht angefühlt. In Q2 habe ich etwas Pech gehabt. Aus der Box heraus ist mir jemand vors Auto gefahren. Deshalb musste ich meine Runde abbrechen. So fuhr ich erst in der zweiten Runde meine Bestzeit. In der dritten war ich noch schneller. Aber dann fuhr ein Kollege ausgangs der Schikane voll durch den Dreck. Ich fuhr über diesen Schmutz und stand komplett quer. Daher bin ich an die Box gekommen. Es wäre auf jeden Fall mehr möglich gewesen. Q3 war für uns heute in Reichweite."

Alexandre Prémat: "Das Qualifying lief heute nicht gerade super. Platz elf ist relativ schlecht. Dabei war das Auto ganz gut. Aber ich bekam die Vorderreifen nicht auf Temperatur und fühlte überhaupt keine Haftung. Das war in den Freien Trainings noch ganz anders. Doch wenn die Sonne hervorkommt, herrscht viel weniger Grip auf der Bahn. Mich warf ein starkes Untersteuern zurück. Schade!"

Timo Scheider: "Ich habe nach dem Qualifying die Information erhalten, dass meine Transponder-Einheit eineinhalb Zehntelsekunden zu spät an der Linie registriert wurde, damit meine letzte schnelle Runde noch hätte gewertet werden können. Es war wohl ein Timing-Problem, denn ich habe zu Beginn meiner schnellsten Runde keine Zielflagge gesehen - erst anschließend. Dieses Resultat ist sehr enttäuschend, wenn man zuvor der Maßstab in den Audi-Reihen gewesen ist. Es ist schade, trotz einer so guten grundsätzlichen Leistung so früh auszuscheiden. Aber als Team gewinnt und verliert man zusammen. Ich möchte auch niemandem einem Vorwurf machen, dass ich zu spät herausgeschickt wurde. Am Sonntag liegt eine harte Aufgabe vor uns."

Katherine Legge: "Ich weiß nicht, was heute schiefgegangen ist. Das Ergebnis ist eine Riesenenttäuschung. Ich konnte das Auto vor den Kurven nicht so abbremsen, wie ich wollte. Jetzt müssen wir durch unsere gesamten Daten durcharbeiten."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Man hat gesehen, dass bei uns heute einige Dinge nicht so gut gelaufen sind. Aber letztendlich muss man nach vorne schauen auf das Rennen. Die Bedingungen werden sich verändern, denn am Sonntag soll das Wetter nicht mehr so schön werden. Vielleicht spielt uns das in die Karten."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Mit Platz fünf von 'Rocky' können wir schon sehr zufrieden sein. Innerhalb der Audi-Mannschaft steht nur noch 'Eki' vor ihm, alle übrigen Fahrer um ihn herum sind Mercedes-Piloten. Es war ganz knapp. Wären wir einen Tick schneller gewesen, dann wären wir sogar in Q4 vorgerückt. Bei Alex müssen wir zunächst noch alles analysieren. Am ganzen Wochenende war er immer unter den ersten drei. Im Qualifying klagte er dann über starkes Untersteuern. Das haben wir in keinem Anlauf beheben können. Das war sehr ärgerlich. Jetzt müssen wir in die Daten schauen und am Sonntag aus Platz elf das Beste herausholen."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Ich bin sauer. Am gesamten Wochenende war Markus gut dabei. Ausgerechnet im zweiten Qualifying fuhr ihm Prémat vors Auto. Das war schade. Anschließend lag Dreck auf der Strecke. Damit war es vorbei für Markus. Sehr schade, denn es war mehr drin gewesen. Von Katherine habe ich nach den Freien Trainings mehr erwartet. Aber das hat sich leider nicht ergeben."

Fotoquelle: xpb.cc

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