Alexandre Prémat überschlug sich mehrfach, bevor sein Auto liegen blieb

DTM 2010

— 31.10.2010

Prémat-Crash: Von Schutzengeln und Sicherheitszellen

Der Horrorunfall von Alexandre Prémat hat gezeigt, wie sicher die modernen DTM-Autos sind - Große Erleichterung bei Teamchefs und Fahrerkollegen

Es waren Sekunden des Schocks, bevor die große Erleichterung folgte. Am Ende der ersten Runde flog Alexandre Prémats Audi durch die Luft, überschlug sich mehrfach, bevor er vollkommen zerstört am Rand der Start-Ziel-Gerade auf dem Dach liegen blieb. Alles hielt entsetzt den Atem an, doch schon nach kurzer Zeit folgte die Erleichterung: Der Franzose konnte allein aus dem zertrümmerten A4 steigen und momentan scheint es so, als ob er unverletzt ist.

"Im Moment kann ich sagen, dass es so aussieht, als ob Alex wirklich viel Glück hatte und dass das Sicherheitskonzept wirklich funktioniert hat. Es scheint so, als ob es ihm gut geht",s sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. Er möchte jedoch nicht zu früh Entwarnung geben: "Ich erinnere mich immer noch an den Unfall, den wir vor ein paar Jahren hatten. Da sah es auch im ersten Moment so aus, als ob Tom Kristensen okay wäre, aber wir haben dann nach dem nächsten Check herausgefahren, dass dem nicht so war."

Prémat wurde zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht, dort werden weitere Untersuchungen durchgeführt. "Ich hatte die Gelegenheit, direkt nach dem Unfall mit ihm zu sprechen, wirkt es auf mich, als ob er wirklich viel Glück hatte. Aber wir müssen realistisch sein und abwarten, was kommt", sagt Ullrich. "Aber ich denke, dass wir sehr stolz auf die sicheren Autos sein können, die wir in der DTM gebaut haben. Im Regelbuch hat die Sicherheit oberste Priorität. Und ich kann versprechen, dass die Sicherheit bei den DTM-Autos der neuen Generation die Sicherheit alleroberste Priorität hat."

Dem pflichtet Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug bei. Dass Prémat durch die Sicherheitszelle seines Autos so gut geschützt wurde, sei die wichtigste Nachricht des Tages. "Gott sei dank haben wir damals alle, DMSB, ITR, Hersteller, daran gearbeitet, die Autos so sicher wie irgend möglich zu machen. Wie wichtig und richtig das ist, hat sich heute gezeigt. Alexandre scheint es gut zu gehen. Der Unfall hat furchtbar ausgesehen, aber das Wichtigste ist, dass scheinbar nichts Ernstes passiert ist." Und Tage wie heute mahnen laut Haug auch dazu, dass man mit den Bemühungen in diesem Bereich nie aufhören darf: "Absolute Sicherheit wird es nie geben, aber man wird sie weiter verbessern, das ist sicher."

Ausgelöst wurde der Horrorcrash durch eine Kollision zwischen Prémat und dem von hinten herannahenden Maro Engel. Der Mercedes-Pilot schildert den Zwischenfall aus seiner Sicht: "Es war extrem gefährlich, was er gemacht hat. Er kam schlecht aus der letzten Kurve raus, ich kam mit Überschuss an. Er hat sich dann nach rechts positioniert, dann dachte ich, er fährt nach rechts und bin nach links gegangen. Ich hatte dann mein Vorderrad auf Höhe seines Hinterrades, er ist nach links, ist dann natürlich an meiner Front hängengeblieben und hat sich weggedreht."

Dass Prémat sich danach mehrfach überschlagen hat, hat Engel zunächst gar nicht mitbekommen: "Ich habe im Spiegel nicht gesehen, was passiert ist. Ich habe dann natürlich gedacht, dass die rote Flagge etwas damit zu tun hatte." Später hat der Mercedes-Pilot dann eine Aufzeichung des Unfalls gesehen. "Gut, dass es ihm gut geht", sagt er erleichtert.

Auch die anderen Fahrerkollegen sind erleichtert, dass dieser furchtbar aussehende Crash offenbar so glimpflich ausgegangen ist. "So weit ich weiß, ist er unverletzt. Er ist jetzt einfach zu ein paar Checks im Krankenhaus", sagt Rennsieger Timo Scheider. Er sei den Leuten, die diese sicheren DTM-Autos konstruiert haben, wirklich dankbar: "Denn vor zehn Jahren wäre das sicher anders für ihn ausgegangen. Aber natürlich müssen wir die Sicherheit für die Zukunft weiter verbessern."

Dem schließt sich Mercedes-Pilot Gary Paffett an. "Es war ein massiver Crash. Zu sehen, wie er allein aus dem Auto klettert, war fantastisch", erklärt der Brite. "Wenn man sich das Auto anschaut, kann man das gar nicht glauben. Das erinnert mich an Peter Dumbrecks Crash 2004 in Zandvoort. Aber es zeigt einfach, wie sicher diese Autos sind. Wir müssen da weiter pushen, weiter dafür sorgen, dass die Autos immer sicherer werden. Wir wollen erreichen, dass die Fahrer in Ordnung sind, wenn so etwas passiert. Und im Moment sieht es so aus, als ob Alexandre okay ist, und dass er in Schanghai wieder fahren kann."

Paffetts Kollege Bruno Spengler war "total geschockt", als er den Unfall sah. "Zunächst wusste ich gar nicht, was passiert ist, und als ich sein Auto von Weitem gesehen habe, war ich sehr geschockt", schildert der Kanadier. "Zum Glück haben wir große Leinwände, auf denen wir gesehen haben, wie er aus dem Auto gestiegen ist. Das war sehr gut, denn als Fahrer spürst du die Gefahr wirklich. Wenn du so einen Crash siehst, denkst du: 'Hoffentlich kann er aussteigen'. Ich kenne Alex, ich mag ihn sehr gern, er ist ein guter Freund. Deshalb war ich sehr froh, als ich gesehen habe, wie er ausgestiegen ist. Ich werde ihn heute Abend anrufen. Und Danke an das sichere Auto, das ihn gerettet hat. Hoffentlich entwickeln wir diese Sicherheitszellen weiter, damit sie uns weiter schützen."

Fotoquelle: xpb.cc

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