David Coulthard hatte in seiner ersten Saison in der DTM vor allem Spaß

DTM 2010

— 13.11.2010

Coulthard exklusiv: Bilanz einer "Spaß-Saison"

In Teil eins des Interviews fasst David Coulthard sein Debütjahr zusammen: Vom tückischen Startsystem, Lernprozessen, Feindberührungen und Begrenzungslinien

Die DTM-Saison 2010 ist auf der Zielgeraden angekommen - und damit auch das Debütjahr von David Coulthard als DTM-Pilot bei Mercedes. Der Schotte hatte seinen Rennhelm eigentlich Ende 2008 mit seinem Ausstieg aus der Formel 1 an den Nagel gehängt. Doch bei seinen DTM-Besuchen im Jahr 2009 bekam er Lust darauf, sich selbst einmal bei einem Test im Tourenwagen zu versuchen. Zudem fehlte ihm das Adrenalin, das mit dem Rennfahren verbunden ist.

Aus dem ersten Test wurde mehr: Coulthard und Mercedes einigten sich darauf, dass er 2010 im Jahreswagen sein Debüt als DTM-Fahrer gibt. Inzwischen hat er zehn Rennen bestritten, Zeit, Bilanz zu ziehen. Das tut der Schotte im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com'. Im heutigen ersten Teil werden die sportlichen Aspekte von Coulthard Premierenjahr beleuchtet:

Frage: "Wie würdest du deine Premierensaison in der DTM mit einem Wort zusammenfassen?"
David Coulthard: "Spaß."

Frage: "Warum?"
Coulthard: "Denn ich bin hier, weil ich hier sein will, und nicht, weil ich hier fahren muss. Manche der Jungs hier nutzen die DTM als Sprungbrett woanders hin. Ich möchte überhaupt nicht irgendwo anders fahren. Ich bin glücklich, dass ich hier sein kann."

Frage: "Welches Rennen hat dir in diesem Jahr am besten gefallen?"
Coulthard: "Das nächste (lacht; Anm. d. Red). Ich bin immer Optimist, also gehe ich immer davon aus, dass das nächste Rennen besser wird. Nein, es gibt jetzt kein spezielles Rennen, das heraus sticht, oder spezielle Ergebnisse, über die man reden könnte. Es gab aber auch nichts, was mir schlaflose Nächte bereitet hätte, es war einfach ein Lernprozess. Manche Rennwochenenden waren besser, manche schlechter."

"Ich hätte wahrscheinlich eine viel, viel bessere Saison gehabt, wenn ich mit diesem Auto starten könnte. Ich bin beim Start nie nach vorn gekommen, sondern immer zurückgefallen. Und das macht die Sache dann ein bisschen schwierig. Aber aus irgendwelchen Gründen komme ich mit dem Startsystem nicht so zurecht. Ich kann schwer vorausahnen, was es macht und wie es reagiert. Aber auch ein paar der Jungs, die das schon seit vielen Jahren machen, sogar Timo Scheider, hatten schlechte Starts. Allgemein lässt sich sagen, dass man hier wesentlich mehr Unterschiede bei den Starts erlebt als in anderen Serien."

Frage: "In welchen Bereichen hast du dich im Saisonverlauf am meisten verbessert?"
Coulthard: "Ich habe vor allem viel Erfahrung gesammelt. Als ich in Hockenheim in das erste Rennen gestartet bin, hatte ich keinerlei Ahnung, was mich erwartet. Denn ich hatte mich ja über ein Jahr vorher schon mental vom aktiven Rennsport verabschiedet. Und ich musste mich erst einmal gedanklich darauf einstellen, dass ich nun wieder Rennen fahre. Beim Testen ging es mir nur um den Spaß, aber das Rennfahren war dann eine andere Art Herausforderung. Beim Testen ist es egal, ob du ein paar Fehler machst, du hast einfach Spaß. Aber wenn du im Qualifying einen Fehler machst, ist die Runde kaputt. Es hat also wesentlich schwerwiegendere Konsequenzen."

Frage: "Du hattest Schwierigkeiten, dich auf das Fahren über die Randsteine und auf den Lackaustausch mit anderen Piloten einzustellen. Hast du dich inzwischen daran gewöhnt?"
Coulthard: "Nein, in dieser Hinsicht bin ich Traditionalist. Für mich ist der Autorennsport kein Kontaktsport, auch wenn ich in dieser Saison 'Feindberührungen' hatte. Was die Randsteine angeht: Der Verlauf einer Rennstrecke wird nun einmal durch die weißen Begrenzungslinien definiert. Und in Adria war ich so sauer, dass die Leute über die Randsteine gefahren sind und den ganzen Dreck auf die Strecke geschleudert haben. Denn ich konnte meine Rundenzeit fahren, ohne neben die Strecke zu kommen. Es ist also nicht nötig, über die Begrenzung zu fahren."

"Aber es ist eine Mentalitätsfrage, manche denken, dass sie dadurch vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit stehlen können. Ich möchte nicht respektlos den anderen Fahrern gegenüber wirken, ich respektiere sie - aber ich vergleiche das gern mit dem Golfsport. Es geht für mich um die Ehrlichkeit. Wenn man im Golf den Ball berührt, wird das als Schlag gezählt, auch wenn man eigentlich gar nicht geschlagen hat. Und man muss auch sagen, dass man einen Schlag mehr hat. Nur weil dein Gegner nicht gesehen hat, dass du den Ball berührt hast, bedeutet es nicht, dass es schon irgendwie in Ordnung geht."

Im zweiten Teil des Exklusivinterviews, das ab morgen bei 'Motorsport-Total.com' zu lesen ist, spricht Coulthard unter anderem über seine Rolle als Werbeträger, die teilweise sehr unterschiedliche öffentliche Meinung über ihn und seine Pläne für das Jahr 2011.

Fotoquelle: xpb.cc

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