Mattias Ekström hat auch 2010 eine Saison mit Höhen und Tiefen erlebt

DTM 2010

— 17.11.2010

Ekström exklusiv: Eine Saison wie eine Berg- und Talfahrt

Mal Podium, mal Enttäuschung: Mattias Ekström im Exklusivinterview über seine Saison 2010, das Finale in Schanghai und Gerüchte um seine Zukunft

Mattias Ekström hatte schon nach der Saison 2009 gehofft, dass er sein Pech erst einmal aufgebraucht hat. Doch in der Saison 2010 ging es so weiter: Der schwedische Audi-Pilot erlebte auch in diesem Jahr wieder Höhen und Tiefen. Im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' zieht er vor dem Finale Bilanz, erklärt, wo die Probleme waren, äußert sich zu den Spekulationen über seine Zukunft und spricht über das Race of Champions in Düsseldorf sowie das Saisonfinale in Schanghai:

Frage: "Wie würdest du deine bisherige Saison in einem Wort umschreiben?"
Mattias Ekström: "Berg- und Talfahrt."

Frage: "Warum?"
Ekström: "Die Saison hat in Hockenheim eigentlich schon gut angefangen, dann haben wir dort aber den ersten Fehler gemacht, den wir teuer bezahlen mussten (zu früher Boxenstopp; Anm. d. Red.). Valencia war gut, am Lausitzring folgte dann der nächste teure Fehler (Abschuss durch Alexandre Prémat; Anm. d. Red). Am Norisring lief es dann wieder gut, dort habe ich nur knapp den Sieg verpasst. Am Nürburgring folgte dann die nächste Enttäuschung (nach Pole-Position nur Platz sieben; Anm. d. Red)."

"In Zandvoort lief es auch nicht so gut. In Brands Hatch gab es wieder keine Punkte, in Oschersleben war ich auf dem Podium, in Hockenheim lief es dagegen gar nicht mehr (nur Startplatz 14, dann frühes Renn-Aus; Anm. d. Red.). Und in Adria hatte ich das Problem mit der Gangschaltung, sonst hätte ich mit um den Sieg kämpfen können. Immerhin habe ich es dann von Platz 15 aus noch zurück in die Punkteränge geschafft, die Performance wäre also da gewesen."

Frage: "Audi war oft knapp dran, aber doch knapp hinterher. Was hat Mercedes besser gemacht in dieser Saison? Oder war es oft einfach nur Pech?"
Ekström: "Der Unterschied bei den Reifen, vom vergangenen Jahr auf dieses Jahr, hat sich bei uns schon ein bisschen bemerkbar gemacht. Bei Mercedes hat es nicht so viel ausgemacht. Deshalb gab es den Unterschied, obwohl die Autos eingefroren sind. Wir kochen unsere Nudeln immer noch mit Wasser, wir haben immer noch Öl im Motor, wir legen immer noch den ersten vor dem zweiten Gang ein, also machen wir nicht viel anders. Wir machen dasselbe wie früher, aber so wie es aussieht, passen die neuen Reifen besser zu Mercedes als zu uns. Und die Reifenplatzer, die wir zu Beginn der Saison hatten, haben uns auch einiges gekostet, was Meisterschaftspunkte angeht."

Frage: "Liegt das an der unterschiedlichen Charakteristik der Autos oder sind das nur Kleinigkeiten bei der Abstimmung, die dazu führen, dass ihr größere Probleme mit dem Reifen hattet?"
Ekström: "Es ist schwer zu erklären, aber unsere Ingenieure wissen jetzt, was los ist. Man kann nur eben nichts ändern, wenn alles eingefroren ist. Da eine Lösung zu finden, ist die Aufgabe der Ingenieure. Ich kämpfe nur mit dem, was wir haben. Es ist knapp, aber wir haben in diesem Jahr leider öfter den Kürzeren gezogen."

Frage: "Du sagst, dass die Ingenieure jetzt wissen, was das Problem ist - heißt das, dass ihr die Lösung gefunden habt?"
Ekström: "Eine Lösung ist das noch nicht, aber wir verstehen, was da passiert. Und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste, dass man analysieren kann, was los ist."

Frage: "Bist du zuversichtlich, dass ihr das Problem lösen könnt, auch wenn die technische Einfrierung nicht viel zulässt?"
Ekström: "Das ist nicht meine Aufgabe, das ist die Aufgabe der Techniker. Sie haben mein Feedback, nun liegt es an ihnen."

Frage: "Was ist nun dein Ziel für das Finale? Ein Sieg?"
Ekström: "Ja sicher. Ich habe in diesem Jahr ein Rennen gewonnen und würde gern noch einen Sieg holen. In Schanghai habe ich noch einen Versuch dazu, und dann ist es vorbei. Nur ein Sieg und insgesamt drei Podiumsplätze, das ist sicher zu wenig, um Meister zu werden. Aber wir waren auch oft genug nicht schnell genug."

Frage: "Es wird sehr viel über deine Zukunft spekuliert. Was sagst du dazu?"
Ekström: "Es steht jedem das Recht zu, zu spekulieren..."

Frage: "Du hast das Race of Champions mehrfach gewonnen. Bedauerst du, dass du in diesem Jahr in Düsseldorf nicht dabei sein kannst?"
Ekström: "Sicher, ich wäre dort schon gern mitgefahren. Vor allem, weil es in Deutschland stattfindet, meine Freundin kommt auch ganz aus der Nähe. Es ist schon ein bisschen komisch. Leider kam der offizielle Termin für das DTM-Finale in Schanghai so spät. Der Organisator des Race of Champions, Frederik Johnsson, der auch Schwede ist, hatte schon alles in die Wege geleitet, damit wir dabei sein können. Und dann wurde das DTM-Finale verlegt, das war schade. Es wäre schön, wenn die Kalender alle frühzeitig feststehen, dann können alle entsprechend planen. Aber in diesem Jahr ist es eben so, das kann man nicht ändern, sondern muss es akzeptieren."

Frage: "Das DTM-Finale findet am ersten Advent statt. Da kann man eigentlich schon nach einem sportlichen Weihnachtswunsch fragen..."
Ekström: "Normalerweise bin ich Ende November, Anfang Dezember schon am Langlaufen. Dieses Mal sitzen wir in Schanghai im Rennauto (schmunzelt; Anm. d. Red.). Dort kann es allerdings auch richtig kalt sein. Vielleicht gibt es dort auch ein bisschen Schnee, damit man ein paar Schneebällchen machen kann. Nein, Spaß beiseite: Stadtrennen habe ich immer schon gemocht, aber dort wird es auch wieder schwer."

Fotoquelle: xpb.cc

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