Ralf Schumacher blieb in der Saison 2010 unter seinen eigenen Erwartungen

DTM 2010

— 21.11.2010

Schumacher exklusiv: "Ich sehe das Positive"

Ralf Schumacher zieht Saisonbilanz: Von Speed und Pech, fahrerischen Fortschritten, das Arbeitspensum seines Bruders und Plänen für die Zukunft

Am kommenden Wochenende beendet Ralf Schumacher beim Finale in Schanghai seine dritte Saison als DTM-Pilot. In diesem Jahr hat er mit seiner Mercedes-C-Klasse seine erste Pole-Position in dieser Serie eingefahren, allerdings hat es bisher nur zu drei Punkten gereicht. Oft kam er nah an die Punkteränge heran, aber eben nicht hinein.

Im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' zieht Schumacher detailliert Bilanz seiner bisherigen Saison. Dabei zählt er Highlights und Tiefpunkte auf und erklärt, wie er sich persönlich als Fahrer weiterentwickelt hat. Außerdem spricht er über seine Rolle als Teamchef in der GP3, mögliche Betätigungsfelder außerhalb des Renncockpits und seine Zukunftsplanung in der DTM.

Frage: "Wie würdest du deine Saison in einem Wort zusammenfassen?"
Ralf Schumacher: "Ich könnte die jetzt gar nicht mit einem Wort zusammenfassen. Auf jeden Fall war sie, was die Ergebnisse betrifft, unter meinen Erwartungen. Ich meine, der Speed war zwar die meiste Zeit da, aber ich habe auch Pech gehabt. Mal bin ich ausgefallen, mal dies, mal das. Es kam immer irgendetwas dazwischen."

Frage: "Das erinnert etwas an das vergangene Jahr. Da war die Performance bei dir eigentlich auch da, aber wenn man sich die einzelnen Rennen anschaut, gab es immer wieder Zwischenfälle..."
Schumacher: "Das ist halt manchmal so. Wichtig ist, dass wir dieses Jahr Meister geworden sind. Der Rest ist uninteressant."

Frage: "Wie sehr fuchst es einen, wenn man sieht, dass die Teamkollegen um den Titel fahren?"
Schumacher: "Ich sehe das Positive: Am Anfang der Saison hatte ich ja wirklich Schwierigkeiten da mitzuhalten. Das hat sich Gott sei Dank komplett geändert. Darüber bin ich froh, und den Rest sehen wir mal."

Frage: "Wie hast du es geschafft, den Anschluss zu bekommen?"
Schumacher: "Die Autos sind einfach sehr komplex zu fahren. Es gab zwar dieses Jahr nur kleine Änderungen, aber anscheinend musste ich mich daran gewöhnen. Auf einmal ging es, aber es hat halt seine Zeit gedauert. Warum, kann ich selbst nicht sagen."

Frage: "Wie sehr hast du dich persönlich von 2009 auf jetzt weiterentwickelt?"
Schumacher: "Ich würde schon sagen, dass es eher ein großer Schritt war. Ich fühle mich jetzt im Auto zuhause. Ich kann jetzt bewusst schnell fahren und kann das auch wiederholen, wenn ich will. Das war am Anfang nicht immer so der Fall."

Frage: "Was war der Höhepunkt und der Tiefpunkt der Saison?"
Schumacher: "Tiefpunkt? Mal überlegen. Ich glaube, dass wir dieses Jahr gar keinen richtigen Tiefpunkt hatten. Für Zandvoort hatte ich Bedenken, aber das ging ja eigentlich ganz gut. Das Rennen ist halt ein bisschen komisch gelaufen. In Brands Hatch fand ich schade, dass es eigentlich ganz gut gelaufen ist, und ich dann den technischen Defekt hatte. Und es war auch schade, dass ich in Hockenheim nicht so weit gekommen bin."

Frage: "Da hast du zu jenen gehört, die in Kurve vier gestrandet sind. Gehörst du also auch zu den Befürwortern der alten Variante?"
Schumacher: "Mir ist das eigentlich egal. Natürlich denke ich schon auch, dass man immer versuchen sollte, die Show zu verbessern. Allerdings sollte man Realist sein und sehen, dass es eigentlich keinen Sinn gemacht hat. Ich glaube, in diesem Fall war es einen Versuch wert. Aber ich denke, dass man wieder auf die lange Streckenvariante mit der Spitzkehre zurückgehen sollte."

Frage: "Was war für dich ein Highlight dieser Saison?"
Schumacher: "Es gab drei, vier Qualifyings, die dieses Jahr ganz gut waren. Aber es gibt kein Bestimmtes, das da raus sticht, ausgenommen die Pole-Position am Norisring. Auf das Highlight im Rennen warte ich noch."

Frage: "Neben der DTM machst du noch viele andere Dinge innerhalb und außerhalb des Motorsports. Wie viel Zeit wendest du für die DTM auf?"
Schumacher: "Das normale Zeitmaß. Ich meine, die DTM überfordert einen Fahrer nicht gerade. Das liegt an den ziemlich großen Pausen zwischen den Rennen und daran, dass wir auch nicht so viel testen. Man verbringt während des Wochenendes die Zeit mit dem Team. Da hat man auch die Zeit, alles Wichtige durchzugehen. Es ist jetzt nicht so, dass man wirklich oft in der Fabrik sein müsste. Natürlich geht man aber immer mal wieder hin, um die Jungs zu treffen. Die Rennwochenenden selbst gehen hier in der DTM so schnell vorbei. Eine kurze Analyse vor und nach dem Rennen. Es ist vom Zeitaufwand her nicht mit der Formel 1 zu vergleichen. Wobei ich sagen muss, dass sich das Arbeitspensum meines Bruders auch drastisch verändert hat, seitdem keine Tests mehr erlaubt sind. Der größte Aufwand waren die Tests und die Auswertung der ganzen Daten.

Frage: "Wünschst man sich nicht mal ein, zwei Testtage zwischen den Rennen - vor allem, wenn man wie du noch den Anschluss sucht?"
Schumacher: "Ich hatte ja dieses Jahr den einen oder anderen Testtag. Das ist schon mal besser als im Gebrauchtwagen. Aber natürlich: Wenn man mehr fahren würde, käme mehr Routine rein. Das hat man auch dieses Jahr bei mir gesehen."

Frage: "Könntest du dir vorstellen, wenn du nicht mehr in der DTM startest, auch in anderen Rennserien als Fahrer zu agieren?"
Schumacher: "Da denke ich jetzt noch nicht drüber nach."

Frage: "Wie sieht es im Managementbereich aus? Du engagierst dich ja jetzt schon mit RSC-Mücke in der GP3?"
Schumacher: "Ja, Team- oder Fahrermanagement wäre interessant. Das eine ergibt sich vielleicht aus dem anderen. Mit Mücke habe ich da einen extrem erfahrenen Partner. Da kommt das Tagesgeschäft gar nicht so sehr an mich heran. Das ist sehr angenehm. Ich habe meistens mit den Fahrern zu tun, was mir viel Spaß macht."

Frage: "Ist bereits eine Entscheidung gefallen, ob du 2011 in der DTM bleibst?"
Schumacher: "Nein, das hat auch noch Zeit. Grundsätzlich arbeiten beide Seiten gerne miteinander - und den Rest wird man sehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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