Der Kanadier Bruno Spengler hat vor dem Finale die beste Ausgangslage

DTM 2010

— 22.11.2010

Mercedes: Spannung vor der Titelentscheidung

Bruno Spengler, Paul di Resta und Gary Paffett blicken auf die Titelentscheidung in Schanghai - Auf der unbekannten Strecke ist "alles möglich"

Beim Finale in Schanghai wird die wichtigste Frage der DTM-Saison beantwortet: Wer wird der neue Meister? Es kommt nur noch ein Mercedes-Pilot dafür in Frage. Bruno Spengler hat die beste Ausgangsposition. Der Kanadier reist mit drei Punkten Vorsprung auf Paul di Resta nach China. Di Resta kommt frisch von den Formel-1-Testfahrten aus Abu Dhabi, ebenso wie Gary Paffett, der der Außenseiter im Titelkampf ist. Mit neun Punkten Rückstand muss der Meister des Jahres 2005 unbedingt gewinnen und auf Ausfälle oder Missgeschicke seiner Konkurrenten hoffen.

Das große Fragezeichen vor dem Finale ist die unbekannte Strecke. "Ich freue mich auf den Kurs, denn es war noch niemand dort, außerdem war ich noch nie zuvor in China", erwartet Spengler ein neues Abenteuer. "Prinzipiell ist es aber ein Rennen wie jedes andere auch. Ich habe hart trainiert und bin bis zu den Haarspitzen motiviert. Ich freu mich sehr darauf."

"Es ist ein Stadtkurs und wenn ich mir das Layout ansehe, dann ist es ganz anders als die übrigen Strecken. Es wird auch anders sein als der Norisring, denn es gibt mehr Kurven. Man weiß also nicht, was einen erwartet. Es wird sicher speziell, aber ich mag neue Herausforderungen."

"Wenn man zum Beispiel das Finale in Hockenheim fährt, dann weiß man genau was man erwarten kann", sagt Paffett über den neuen Austragungsort. "Eine neue Strecke finde ich aber aufregend, denn es ist komplett unvorhersagbar und gibt mir die beste Chance, noch zu gewinnen."

Auch die Mechaniker und Ingenieure müssen sich auf den Kurs einstellen. "Es hängt nicht nur an den Fahrern, denn auch die Teams müssen Leistung zeigen", meint di Resta. "Wir fahren auf einem Straßenkurs, wo die Konzentration ständig hoch sein muss. Es wird über das Wochenende gesehen wichtig sein, soviel Streckenzeit wie möglich zu haben."

Vor der Entscheidung lehnt sich niemand mit einer Prognose aus dem Fenster. Beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi hat sich Sebastian Vettel auch mit einem Sieg von WM-Platz drei an die Spitze katapultiert. Darauf hofft auch Paffett: "Es ist schwierig zu sagen. Die Meisterschaft ist sehr eng und die Führung hat oft gewechselt."

So sieht es auch Spengler: "Es ist einfach unmöglich auf einen Fahrer zu wetten. Gary kann mit seinen neun Punkten Rückstand immer noch Meister werden. Wir haben in den vergangenen Rennen gesehen, dass alles passieren kann. Wir müssen an diesem Wochenende für alles bereits ein. Es wird sicher ein harter Kampf werden. Wir drei werden unser Bestes geben und dann werden wir sehen, wer vorne ist."

In der neuen DTM haben noch nie drei Piloten der gleichen Marke im letzten Rennen um den Titel gekämpft. Bei dem Trio herrscht gesunde Rivalität. "Wir arbeiten jetzt seit einigen Jahren am gleichen Projekt. Wir wollen alle gewinnen", so Paffett. "Um das zu erreichen, müssen wir zusammenarbeiten und das Auto und das Gesamtpaket verbessern. Wir müssen zusammen an die Spitze kommen und können dann den Kampf unter uns austragen. Es gibt kein Geheimnis in unserem Team. Wir wollen immer das nächste Rennen für Mercedes gewinnen."

"Ich kann Gary nur zustimmen", sagt Spengler. "Wir arbeiten zusammen um Mercedes den nächsten Sieg zu bescheren. Auf der Strecke gibt dann jeder sein Bestes. Es gibt keine Teamorder. Wir sind zwar Teamkollegen, aber auf der Strecke kämpft jeder für sich. Das werden wir auch am kommenden Wochenende wieder versuchen. Dann werden wir sehen, wer die meisten Punkte hat."

"Wir werden auch in China so arbeiten, wie bei den zehn Rennen davor", schließt sich di Resta der Meinung seiner Teamkollegen an. "Es wird ein harter Kampf bis zum Ende, denn es ist sehr eng. Der Sonntag wird den Unterschied ausmachen."

Bis auf zwei Rennen hat Mercedes in dieser Saison alles gewonnen. Motorsportchef Norbert Haug hat in der DTM eine der erfolgreichsten Jahre für die Silberpfeile erlebt. "Trotzdem wird es nicht leicht das Rennen zu gewinnen. Wir haben in Adria nicht gewonnen. Dort hätten wir einen besseren Job machen können, aber die Umstände waren auch sehr speziell."

Audi wird alles geben, um die schwierige Saison mit einem Hoch zu beenden. Die Speerspitzen Mattias Ekström und Timo Scheider könnten sich in den Titelkampf einmischen, da sie ohne Rücksicht auf Verluste auf Sieg fahren können. Wie viel Risiko werden die Meisterschaftsaspiranten eingehen? "Man kann das vor dem Rennwochenende nicht einschätzen", findet Spengler.

"Man lernt am Freitag die Strecke kennen und gibt sein Bestes. Am Samstag versucht man das Optimum in der Qualifikation zu erreichen. Das Rennen ist dann eine ganz andere Geschichte. Man muss sehen, in welcher Situation man sich befindet. Manchmal muss man Risiken eingehen, dann wieder nicht. Man muss für alles bereit sein."

"Das ist schwierig im Vorfeld zu sagen. Gary und ich müssen mehr riskieren als Bruno", so di Resta. "Wenn sich eine Möglichkeit bietet, muss man sie nutzen und nach vorne kommen. Vor dem Rennen ist das schwierig zu sagen." Einfacher hat es da Paffett: "Ich muss gewinnen und mehr Punkte als die anderen holen. Meine Strategie ist auf den Sieg ausgelegt. Die Meisterschaft wird durch die Platzierungen von Bruno und Paul entschieden. Wir sind das ganze Jahr über hart aber fair gegeneinander gefahren. Wir müssen abwarten, wie die erste Hälfte des Wochenendes abläuft."

Haug bewahrt vor dem Finale die Ruhe. "Ich habe im Motorsport schon viele Situationen erlebt, wo es im letzten Rennen um den Titel geht. Es ist sehr speziell, aber es ist nicht so ruhig, wie es den Anschein hat. Wir haben das in Adria gesehen. Ich war nicht sehr erfreut darüber, dass wir nicht gewonnen haben. Wenn man siegen kann, dann will man auch triumphieren. Genauso gehen wir auch Schanghai an."

"Der Beste soll gewinnen. Bruno hat natürlich einige Punkte mehr auf dem Konto, aber Gary ist ein starker Racer. Wenn er gewinnt und die anderen haben Probleme, was wir natürlich nicht hoffen, dann ist alles möglich."

Fotoquelle: xpb.cc

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