Mercedes-Benz und Audi wollen mit der DTM in China präsent sein

DTM 2010

— 23.11.2010

Audi und Mercedes einig: China ist ein wichtiger Markt

Die Motorsportchefs von Audi und Mercedes-Benz erklären, warum das kommende Rennen in Schanghai so wichtig für die DTM ist

Am kommenden Wochenende fällt in den Straßen von Schanghai die Entscheidung, wer 2010 den Fahrertitel in der DTM erobert. Die drei Mercedes-Piloten Bruno Spengler, Paul di Resta und Gary Paffett haben allesamt noch Chancen auf die Meisterschaft, wobei Spengler die besten Karten hat und Paffett schon auf einen Sieg und gleichzeitig schlechte Ergebnisse seiner Konkurrenten hoffen muss.

Dass die Entscheidung um die DTM-Krone auf einem neu angelegten Stadtkurs in der chinesischen Metropole fällt und nicht in Hockenheim, stößt vielen DTM-Fans sauer auf. Schließlich trug die Rennserie seit ihrer Neugründung im Jahr 2000 sein Saisonfinale immer auf der badischen Rennstrecke aus. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug kann die Fans zwar verstehen, betont aber, dass der Ausflug nach China für die Hersteller Priorität genießt.

"Wenn es die Wahl gegeben hätte, das letzte Rennen in Hockenheim auszutragen, dann hätten wir das gemacht", sagte Haug am Montag. "Aber die Realität sieht so aus, dass die DTM wachsen muss. Wenn man die Wahl hat, sich zwischen gar keinem Rennen in Schanghai und einem Rennen in Schanghai am Jahresende zu entscheiden, dann sollte man unbedingt das Rennen am Jahresende wählen."

Ein Rennen China sei für das Wachstum der DTM von entscheidender Bedeutung. "Es war in den vergangenen Jahren so eine große Anstrengung, die Serie am Leben zu erhalten. Jetzt kommt BMW und vielleicht ein weiterer Hersteller dazu und wir alle haben das Gefühl, dass es eine großartige Rennserie ist. Aber sie war kurz davor zu sterben, das steht außer Zweifel", erklärte Haug.

Umso wichtiger sei es nun, in einem der größten Absatzmärkte der Welt präsent zu sein. "Es ist der für Mercedes-Benz der am schnellsten wachsenden Markt", stellte Haug klar. "Von Januar bis Oktober haben wir 122 Prozent mehr Autos verkauft als im vergangenen Jahr. Das sind insgesamt 116.000 Autos, was eine ganz gute Zahl ist. Nach Deutschland und USA ist China inzwischen der drittgrößte Markt."

Kein Wunder also, dass sich die Verantwortlichen von Mercedes-Benz China auf das Rennwochenende in Schanghai freuen. Die Marke mit dem Stern nutzt den Auftritt der Rennserie für umfassende Werbemaßnahmen vor Ort. Im Hospitalitybereich an der provisorischen Rennstrecke sollen zahlreiche Gäste empfangen werden, sechs chinesische Fernsehsender hätten sich allein für die Pressekonferenz mit den drei Titelkandidaten und dem Lokalmatador Congfu Cheng angekündigt.

Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich bläst ins gleiche Horn. "China ist für Audi ein ganz besonders wichtiger Markt, es ist inzwischen der größte Einzelmarkt der Marke Audi und einer der am schnellsten wachsenden Märkte", sagte Ullrich. "Somit ist es für uns ganz, ganz wichtig, dass wir mit der DTM auch ein Rennen in China haben. Daher haben wir auch sehr intensiv daran gearbeitet, dass es stattfindet."

Ebenso wie Mercedes-Benz will auch Audi am Rennwochenende Werbung in eigener Sache betreiben. "Es wird natürlich ein Event, den man in China so gut wie möglich nutzen möchte und wir haben mit unseren chinesischen Partnern für dieses Rennwochenende daran gearbeitet, dass es für den chinesischen Markt für die Marke Audi gut genutzt werden kann", erklärte Ullrich.

Ralf Schumacher kann die Begründung der Motorsportchefs gut nachvollziehen. "Man muss es ja so und so sehen: Auf der einen Seite sind wir die DTM, aber auf der anderen Seite wollen wir ja auch eine wachsende DTM sehen. Da sollte man sich sicherlich dem Ausland oder Übersee nicht verschließen", meinte der Mercedes-Pilot. "Gerade China ist natürlich auch ein extrem wichtiger Markt für die Premiumhersteller, und da sind die Verkaufszahlen - auch wenn es kleine sind - prozentual sehr gestiegen."

Dass es Asien bislang wenige fachkundige DTM-Fans gibt, ist dem früheren Grand-Prix-Piloten bewusst. "Das ist ja selbst in der Formel 1 sehr, sehr schwierig. Außer in Japan tun wir uns selbst in der Formel 1 schwer. Ich denke, da muss man Geduld beweisen und das wirklich ein paar Jahre durchziehen", meinte Schumacher. "Erstmal müssen die Leute das anfassen, hören, die Fahrer ein bisschen kennenlernen und eine Beziehung zu dem Sport aufbauen."

Schumacher stellt sich darauf ein, beim zweiten DTM-Gastspiel in Schanghai Aufklärungsarbeit leisten zu müssen. "Das wird sicherlich aus unserer Sicht erst einmal eine Enttäuschung werden, aber das heißt ja nicht, dass es nach drei Jahren noch genauso sein sollte."

Immerhin hält sich das wirtschaftliche Risiko für die DTM-Teams bei dem Gastspiel in China in Grenzen. "Der Veranstalter bezahlt den Transport. Somit kostet es die Teams und die Hersteller nicht mehr als zum Beispiel ein Rennen in Oschersleben, was natürlich sehr wichtig ist", erklärte Haug.

Fotoquelle: xpb.cc

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