Die DTM-Szene drückt ihm in der Formel 1 die Daumen: Paul di Resta

DTM 2011

— 27.01.2011

Di Resta: Formel-1-Aufstieg zum perfekten Zeitpunkt

Paul di Resta hat nach seinem Gewinn des DTM-Titels nun endlich ein Formel-1-Cockpit sicher: Warum dieser Schritt für die Serie so wichtig ist

2011 wird für die DTM ein besonderes Jahr. Mit bewährtem Material werden sich die bislang zwei vertretenen Hersteller noch ein letztes Mal gegenüberstehen. Ab 2012 weht in der DTM ein anderer Wind. Mit BMW kommt mindestens ein weiterer Hersteller an Bord, weitere werden erwartet. Ein neues Reglement soll die Szene aufmischen und für mehr Spannung, Action und Beteiligung sorgen.

Vor diesem Hintergrund ist es für die DTM enorm wichtig, dass Champion Paul di Resta in diesem Jahr nicht mehr am Start steht. Nicht, weil man den Schotten womöglich nicht gern hat, sondern vielmehr trägt der Youngster in seiner Formel-1-Debütsaison eine wichtige Botschaft in die Welt: Der Weg zwischen Königsklasse und DTM ist keine Einbahnstraße.

"Wenn wir über die Formel-3-Euroserie und die DTM einen Formel-1-Fahrer entwickeln können, dann ist so etwas positiv für die Meisterschaft", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, der über den Force-India-Vertrag von di Resta erfreut sein dürfte. Der Schotte hat ab sofort einen Auftrag. Er soll zeigen, dass die DTM als Sprungbrett in Richtung Formel 1 dienen kann.

Entsprechende Versuche waren in der Vergangenheit nicht immer glücklich verlaufen. Christijan Albers wechselte 2005 aus der DTM in die Formel 1, konnte aber bei seinen insgesamt 46 Grands-Prix-Starts nur selten wirklich überzeugen. Gary Paffett wollte ein Jahr später den Sprung ebenfalls schaffen. Als DTM-Champion heuerte er in der Hoffnung auf ein Renncockpit zunächst als Testfahrer bei McLaren an - er ist bis heute Testfahrer geblieben.

Die Wege von Albers und Paffett ließen Zweifel aufkommen. Sind die DTM und die Formel 1 überhaupt kompatibel? Ja! Den Beweis hat Paul die Resta schon im abgelaufenen Jahr erbracht. Bei seinem Formel-1-Testeinsätzen an Freitagen überzeugte der Champion, hatte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. "Du bist in solcher Rolle immer derjenige, der am Freitag die Strecke putzen muss", klagte di Resta mit einem Lächeln im Gesicht.

"Gleichzeitig hast du aber nur diese eine einzige Session, in der du dich beweisen kannst. Du hast nur einen Satz Reifen und sitzt auch noch im Auto eines anderen. Man muss vorsichtig sein, die Strecke lernen, dem Team möglichst viel Feedback geben", beschreibt di Resta die Aufgaben eines Rookies im Freitagseinsatz in der Formel 1. Diesen Spagat bekam der 24-Jährige perfekt hin. Mehr noch - er pendelte zwischen den beiden Motorsportwelten mit großer Leichtigkeit.

Ein DTM-Auto und ein Formel-1-Bolide unterscheiden sich auf den ersten Blick enorm. "Aber auch ein DTM-Auto fährt sich fast wie ein Formelauto", meint David Coulthard. Der schottische Landsmann von di Resta musste sich zwar vor allem an das Gewicht, die Bremsen und anderen Reifen gewöhnen, aber bezüglich des Fahrstils halten sich die Unterschiede in Grenzen. Nur so war es möglich, dass der neue DTM-Meister nach seinen Formel-1-Einsätzen immer wieder sofort auf Topniveau im DTM-Auto fahren konnte.

Genau dies ist der Beweis, dass die DTM nicht nur eine Station für ehemalige Formel-1-Stars im Herbst der Karriere sein muss, sondern durchaus eine Station auf dem Weg in die Königsklasse sein kann. Die Verantwortlichen werden di Resta auf seinem weiteren Weg im Auge behalten, denn man darf gespannt sein. Der Youngster trifft in der Formel 1 auf seinen ehemaligen Formel-3-Teamkollegen Sebastian Vettel. 2006 bezwang der Schotte den heutigen Formel-1-Weltmeister im Rahmenprogramm der DTM...

Fotoquelle: xpb.cc

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