Die Schweizerin Rahel Frey will sich als Frau in der DTM etablieren

DTM 2011

— 23.02.2011

Frey über ihr DTM-Cockpit: "Es ist ein Wahnsinn!"

Rahel Frey hatte immer gehofft, dass ihre Karriere wieder in Schwung kommt und will sich nun als Frau in der DTM etablieren

Seit gestern ist es offiziell: Rahel Frey ersetzt im DTM-Werkskader von Audi Katherine Legge. Die 25-jährige Schweizerin gibt 2011 ihr Debüt in der Tourenwagenserie und geht im Phoenix-Team an den Start. Bei einer Sichtung im Dezember konnte Frey mit ihren Leistungen überzeugen, nun hat sie einen Vertrag bekommen.

"Es ist ein Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht fassen! Ich glaube, es wird mir erst bewusst, dass ich Audi-Werksfahrerin in der DTM bin, wenn ich im Auto sitze", sagt Frey im Interview mit der Schweizer Fachzeitung 'Automobil Revue'. "Ich freue mich irrsinnig. Es ist auch eine Riesenerleichterung."

Denn die Schweizerin musste um ihre Karriere bangen, obwohl sie bereits in der Formel 3 international auf sich aufmerksam gemacht hatte. So konnte sie als erste Frau ein Formel-3-Cup-Rennen gewinnen. Das war 2009, als sie für Jo Zeller fuhr. Doch im selben Jahr bekam sie finanzielle Probleme. Ein Sponsor zahlte nicht, Ersatz wurde nicht gefunden, selbst hatte sie auch nicht das Geld, um ihre Karriere weiter zu finanzieren.

Deshalb rückte der Rennsport in Frey Terminkalender erst einmal zurück ins zweite Glied, sie arbeitete zu Hause im Autohaus ihrer Eltern mit und begann eine Ausbildung zur Verkausfberaterin. Dazu fuhr sie vereinzelte Langstrecken für Matech-Ford, darunter in Le Mans. Und sie absolvierte auf dem Nürburgring einen überzeugenden Gaststart im Volkswagen-Scirocco-R-Cup. Aber sie bekam Zweifel, ob sie jemals wieder ganz in den Rennsport zurückkehren kann: "Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, und deshalb habe ich darauf gehofft, dass irgendwo wieder ein Türchen aufgeht."

Ihr starker Auftritt im Scirocco habe sicher dazu beigetragen, dass Audi sie erneut zu einer DTM-Sichtung eingeladen hat, so Frey. Sie hatte bereits Ende 2007 an einer solchen Sichtung teilgenommen, doch sie räumt ein: "Damals wäre die DTM für mich zu früh gewesen, das spüre ich selber." Inzwischen sei sie als Fahrerin und Mensch gereift: "Früher war ich fast etwas naiv. Ich musste lernen, von mir selbst überzeugt zu sein. Schön, wie der Motorsport einen auch in der Persönlichkeit schulen kann."

Frey weiß aber auch, dass ihr Geschlecht bei ihrer Aufnahme in den DTM-Kader ebenfalls eine Rolle gespielt hat. Jeder Hersteller wolle eine Frau, sagt sie. Ihre Vorgängerinnen bei Audi hießen Vanina Ickx und Katherine Legge. Die Schweizerin rechnet damit, dass mit den beiden verglichen wird. "Aber ich muss diesen Vergleich nicht scheuen. Ich möchte mich etablieren", sagt sie. "Ich habe nun wieder ein Ziel, und daher macht es Freude, alles dafür zu geben."

Fotoquelle: Audi

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