Der Paffett-Mercedes und der Tomczyk-Audi vor den DTM-Piloten 2011

DTM 2011

— 10.04.2011

DTM-Präsentation: Scheider und "all die Verrückten"

Gute Stimmung bei der DTM-Präsentation in Wiesbaden: Die Sonne lacht, die Piloten scherzen - Jamie Green mit klarer Ansage: "Ich will Meister werden!"

In drei Wochen startet die DTM in Hockenheim in die neue Saison. Am heutigen Sonntag nahmen Fahrer, Teams, Hersteller und Serienverantwortliche ersten Kontakt zu den Fans auf. Bei der offiziellen Präsentation der DTM in Wiesbaden waren Vorfreude groß und Stimmung bestens. Auch die Sonne lachte den Teilnehmern strahlend ins Gesicht.

Leichte Nervosität ist allerdings bei Mattias Ekström erkennbar. Der zweimalige DTM-Champion, der sich derzeit von einem Handbruch erholt, wartet ungeduldig auf die Geburt seines ersten Sohnes, der eigentlich schon am 1. April das Licht der Welt hätte erblicken sollen. "Ich bin noch nicht Papa, der Kleine bleibt noch drin", sagt Ekström, der immer wieder den telefonischen Kontakt zu Lebensgefährtin Heidi sucht.

Der Schwede geht mit einem Manko in die neue Saison. Nachdem er sich beim Volleyballspielen mit seinen Audi-DTM-Kollegen die Hand gebrochen hatte, litt die Vorbereitung auf das neue Jahr. "Am 1. Mai bin ich fit. Ich habe es letzte Woche ein paar Runden lang im Auto probiert, aber es ging noch nicht so gut", berichtet Ekström. Aber pünktlich zum Auftakt in Hockenheim sei alles in Ordnung.

Als Audi-Neuwagenpilot bekommt es Ekström beim Kampf um den Titel hausintern mit Oliver Jarvis, Mike Rockenfeller und Timo Scheider zu tun. "Schön, jetzt mit all den Verrückten wieder etwas Spaß zu haben", sagt Scheider lachend und bester Laune. "In drei Wochen kämpfen wir dann wieder auf der Strecke. Dann wird es ernst." Ungewohnt: Der 32-Jährige wird 2011 in einem weißen A4 DTM sitzen.

"Rocky" will kämpfen: DTM-Titel und Le-Mans-Sieg

Nachdem Martin Tomczyk nach mäßigen Leistungen zurück in einen Jahreswagen muss, bekommt Rockenfeller nun seine Chance im neuesten Modell. "Ich hatte gehofft, dass es schneller geht", sagt der Pilot aus Neuwied, der viele Jahre warten musste. "Nicht schlimm. Hautpsache, ich bin jetzt dabei. Das gelbe Auto soll weit vorne dabei sein."

Rockenfeller wird nicht nur DTM fahren, sondern im Juni versuchen, mit Audi den Le-Mans-Titel zu verteidigen. "Beides zu gewinnen wäre natürlich am besten", sagt der Sympathieträger. Die Audi-Neuwagenfahrer werden sich gegen vier Kontrahenten in der neuesten Mercedes-C-Klasse behaupten müssen.

Gary Paffett, Bruno Spengler und Ralf Schumacher werden auch 2011 für HWA an den Start gehen. "Jetzt sollte ein Ergebnis, ein nächster Schritt kommen", gibt sich Ex-Formel-1-Pilot Schumacher kämpferisch. Als vierter im Mercedes-Neuwagenkader wird Jamie Green eine neue Chance auf den Titel bekommen.

"Das ist gut für mich. Ich will Meister werden", sagt der Brite ganz deutlich. 2010 hatte er mit seinem Sieg im Gebrauchten am Norisring ein Glanzlicht gesetzt. Mit jenem Auto war Green drei Jahre lang in Nürnberg nicht zu packen. "Das Auto meinte es gut mit mir. Christian steht unter Druck, er sollte am Norisring gewinnen", sagt der Aufsteiger in Richtung Neuling Christian Vietoris, der sein Auto aus dem Vorjahr übernehmen wird.

Die Neulinge wollen Duftmarken setzen

Der junge Deutsche kommt neu in die DTM. Vietoris wird in seinem Debütjahr weiterhin auch in der GP2 fahren. "Es wird ein anstrengendes Jahr, aber ich bin vorbereitet", sagt der Youngster. Er erwartet beim Sprung zwischen Formelauto und Tourenwagen keine Probleme. "Es ist Rennsport. Da geht es ums frühe Gas geben und späte Bremsen - egal, in welchem Auto."

Auch Renger van der Zande stößt neu zum Mercedes-Kader hinzu. "Ich war schon als Kind auf der Tribüne dabei", berichtet der Niederländer. "Ich habe die Szene natürlich als Formel-3-Pilot im Rahmenprogramm kennengelernt, ich war dicht dran. Ich bin lange Zeit im Juniorprogramm von Mercedes. Das war eine Hilfe. Ich bin froh, dass ich diese Chance bekomme."

Auch Rahel Frey geht als Rookie in die neue DTM-Saison. Die junge Schweizerin ist gespannt auf ihr Debüt im Audi. "Eine ganz neue Erfahrung", sagt die Blondine. Die Landsleute und früheren DTM-Piloten Marcel Fässler und Alain Menu nahmen im Winter Kontakt zu Frey auf. "Die haben gratuliert. Ich bin froh für jeden Tipp", sagt die neue Audi-Pilotin.

Im Rahmen der Vorstellung des Fahrerfeldes wurde auch eine Grußbotschaft aus Malaysia präsentiert. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug lächelte aus dem Formel-1-Fahrerlager in Malaysia in die Kamera, stellte die beiden Piloten zu seiner Seite als "Paul, den amtierenden Champion" und "David, den zukünftigen Champion" vor.

Coulthard der "zukünftige Champion"

"Ein komisches Gefühl, nicht mehr dabei zu sein", sagt DTM-Titelträger Paul di Resta, der in die Formel 1 zu Force India wechselte. "Ich werde die DTM genau im Auge behalten. Die Serie hat mich bestens auf meine neue Aufgabe in der Formel 1 vorbereitet." David Coulthard pflichtet bei: "Das Ergebnis von Paul im ersten Formel-1-Rennen hat gezeigt, wie gut die DTM als Schule ist. Auch in Malaysia war die Resta in den Punkten.

"Der Paul hat sehr gut in die DTM gepasst. Wir hätten ihn gern weiter bei uns in der Szene gehabt. Er ist ein super Typ", sagt Wolfgang Ullrich, der als Sportchef des Mercedes-Konkurrenten Audi noch ein Lob nach Malaysia schickt. Der Österreicher betont die Spannung, die 2011 in der DTM-Luft liegen wird.

2012 kommt mit BMW mindestens ein weiterer Hersteller in die Szene. Die bisherigen Mannschaften von Audi und Mercedes werden somit zum kommenden Jahr verkleinert. Die diesjährige Saison wird dadurch zum Shootout um die Plätze für 2012. "Es wird eine extreme Situation, aber das Beste, was uns passieren kann", so Ullrich.

"Es geht zur Sache. Nicht alle Fahrer werden 2012 wieder fahren können. Die Besten werden sich durchsetzen", schnalzt Ullrich mit der Zunge. Bei Audi bringt man 2011 neue Lackierungen ins die DTM. "Wir haben uns bemüht, ein buntes Feld mit viel Farbe zu präsentieren. Für die Fans wird es somit ganz einfach, den jeweiligen Liebling auszumachen."

Fotoquelle: xpb.cc

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