Ralf Schumacher will in dieser Saison konstant auf vordere Plätze fahren

DTM 2011

— 26.04.2011

Schumachers Ziel: Konstant vordere Plätze

Ralf Schumacher ist nach den Testfahrten optimistisch und will mit seinen Teamkollegen vergleichbar sein - Kein Erwartungsdruck von Mercedes

Ralf Schumacher geht in diesem Jahr in seine vierte DTM-Saison, in seine dritte im Neuwagen. Bisher kann er eine Pole-Position und als bestes Ergebnis Platz fünf vorweisen, auf das Podium hat er es noch nicht geschafft. Das will er in diesem Jahr nachholen, konkrete Platzierungen nennt er aber nicht als Saisonziel.

"Ich könnte konkrete Platzierung nennen. Das habe ich im vergangenen Jahr gemacht, und bin dann das ganze Jahr danach gefragt worden und musste immer wieder erklären, warum das noch nicht geklappt hat, und ob ich zufrieden oder unzufrieden bin", begründet der Mercedes-Pilot. "Mein Ziel muss es sein, mit meinen direkten Teamkollegen vergleichbar zu sein und immer irgendwo auf dem Niveau mitzufahren. Das ist bei den drei Teamkollegen, die ich habe, nicht immer so leicht. Und mein Wunsch wäre natürlich, so schnell wie möglich, diesen Podestplatz zu erreichen, das ist ganz klar. Aber das hängt ja nicht nur von mir ab."

Von der Meisterschaft zu sprechen, sei in seinem Fall "sicherlich nicht realistisch", räumt Schumacher ein: "Ich glaube aber auch nicht, dass das angepeilt werden muss." Er wolle einfach auf das aufbauen, was er ab der Mitte der vergangenen Saison erreicht hat. "Da ging es wirklich in eine ganz gute Richtung, ob das die Pole war, ob das Platzierungen im Qualifying waren, ich war auch in England auf sehr gutem Punktekurs." Oft seien dann aber technische oder andere Probleme dazugekommen, die bessere Ergebnisse verhindert haben, gibt er zu bedenken.

"Und wenn man das alles mal bündelt, dann möchte ich einfach konstant von Rennen zu Rennen gehen und vordere Plätze erzielen", formuliert er seinen Saisonplan. "Und ich glaube, das ist vom Material her möglich. Das ist gar keine Frage, im vergangenen Jahr ist Mercedes Meister geworden. Ich denke, dass wir das wieder anpeilen können, aber mit meinen Teamkollegen natürlich. Ich selbst muss erst mal schauen, dass ich auf das Podest komme."

Einen Zeitplan, nach dem er seine Ziele erreichen möchte, hat Schumacher dabei nicht. "Wir wissen alle, dass man im Motorsport nicht planen kann. Es kann von viel abhängen, von eigenen Fehlern oder was auch immer", erklärt der frühere Formel-1-Pilot. "Ich kann in Hockenheim theoretisch vorne stehen, dann fährt mir in der ersten Kurve einer ins Auto. All diese Dinge können passieren, deshalb plant man nicht. Die Tests waren viel versprechend, und jetzt muss man einfach mal gucken, wie es läuft. Ich glaube nicht, dass man vor dem ersten Rennen alles planen sollte und kann."

Im vergangenen Jahr hatte er speziell zu Saisonbeginn noch Probleme, die auch zu Fehlern geführt haben. Danach konnte er seinen Speed steigern, und jetzt geht er optimistisch in sein viertes DTM-Jahr. "Jetzt beim Test konnte ich eigentlich gut mithalten. Und viele Sachen gehen immer mehr in Fleisch und Blut über", begründet Schumacher. "Natürlich kann man am Anfang mitfahren - die Technik ist auch nicht so kompliziert - aber der ganze Ablauf im Auto ist noch nicht so ganz rund, weil man es noch nicht so verinnerlicht hat."

"Wir haben ja auch in der DTM noch nicht so viele Testmöglichkeiten. Deshalb dauert es vielleicht auch ein bisschen länger, als es früher in der Formel 1 der Fall war, wo man viele, viele tausend Kilometer getestet hat, bevor man überhaupt mal in die Saison gegangen ist", fährt der Mercedes-Pilot fort. "Jetzt fühle ich mich wesentlich wohler, noch mehr zuhause. Und ich denke, dass ich jetzt noch besser das abrufen kann, was man braucht, um noch ein Stück weiter vorn mitzufahren."

Noch kein Gedanke an 2012

Dass 2011 auch deshalb ein wichtiges Jahr ist, weil sich hier entscheidet, wer 2012 in der neuen Ära der DTM ein Cockpit bekommt, ist für Schumacher kein Thema. "So weit habe ich jetzt noch nicht vorausgedacht, weil ich mich erst einmal um dieses Jahr kümmern muss. Es ist jetzt erst mal mein selbsterklärtes Ziel, dass ich da zurechtkomme. Dann wird sich das andere auch von allein klären."

Für den Fall, dass er in der Mercedes-internen Ausscheidung für 2012 den Kürzeren zieht, wäre ein Wechsel zu Neueinsteiger BMW allerdings kein Thema für Schumacher. "Ich habe nicht vor, den Hersteller zu wechseln, denn ich fühle mich sehr wohl bei Mercedes, und habe da eine Familie gefunden, wie ich es mir besser nicht vorstellen kann. Von daher stellt sich für mich die Frage gar nicht. Ich hoffe, dass ich bei Mercedes fahre, und wenn mir das nicht gelingt, dann war ich eh nicht gut genug. Dann brauche ich über etwas anderes gar nicht nachdenken", weiß Schumacher.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug jedenfalls hat vollstes Vertrauen darin, dass Schumacher in diesem Jahr der Sprung nach vorn gelingen wird. Er verweist auf dessen Leistungen unter anderem am Norisring. "Ralf hat seinen Platz bei uns verdient", betont Haug. Der Chef setzt seinen Piloten aber nicht unter Druck von oben.

"Ich habe noch nie erlebt, dass man durch Erwartungsdruck von außen besser wird. Dampf und Speed und Anspruch muss man sich selbst machen, und muss man sich selbst definieren", begründet Haug. "Den positiven Druck macht Ralf sich selbst, so wie jeder andere Fahrer auch. Ich habe in 20 Jahren noch nicht ein einziges Mal zu einem Fahrer gesagt: 'Jetzt gib mal Gas'. Sondern ich habe eher versucht zu sagen: 'Relax, du machst das schon'. Wenn ich einem Rennpferd ins Ohr flüstern muss 'Jetzt renn mal schön' - dann ist irgendwas falsch. Der Rennfahrer, der will schon rennen und der weiß schon, wie es geht."

Fotoquelle: xpb.cc

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