Mattias Ekström stand nur wenige Wochen nach seinem Sportunfall auf dem Podium

DTM 2011

— 01.05.2011

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Mattias Ekström fuhr in Hockenheim als Zweiter auf das Podium, drei Audi in den Top 5 - Martin Tomczyk bester Jahreswagenfahrer

Nur 73 Tage, nachdem er sich das linke Handgelenk gebrochen hat, startete Audi-Pilot Mattias Ekström mit einem Podiumsplatz in die neue DTM-Saison. Der Schweden wurde in Hockenheim Zweiter. Insgesamt reihten sich drei A4 in den Top 5 ein: Timo Scheider und Martin Tomczyk belegten die Plätze vier und fünf. Tomczyk war gleichzeitig bester Jahreswagenfahrer.

Tomczyk löste schuldlos eine Safetycar-Phase aus, weil beim zweiten Boxenstopp die Tankkanne an seinem Audi steckenblieb und anschließend auf die Rennstrecke fiel. Die Safetycar-Phase brachte einige andere Piloten um bessere Positionen, weil sie ihren zweiten Boxenstopp noch nicht absolviert hatten - allen voran Mike Rockenfeller, der an der Boxenausfahrt an der roten Ampel anhalten musste und auf Platz elf zurückfiel. Auch Edoardo Mortara (Rosberg) wurde so aus den Top 10 geworfen. Dessen Teamkollege Filipe Albuquerque musste eine Durchfahrtsstrafe antreten, weil er die rote Ampel an der Boxenausfahrt übersehen hatte. Zuvor war er von einem Konkurrenten in der Spitzkehre umgedreht worden.

Pech hatte auch Miguel Molina. Nachdem seine Mechaniker nach Elektronikproblemen im Qualifying bis spät in die Nachhinein den kompletten Kabelbaum an seinem Audi A4 DTM gewechselt hatten, lag er in den Punkterängen, ehe er von Gary Paffett attackiert und in der Folge unglücklich von Oliver Jarvis umgedreht wurde. Eine solide Leistung zeigte Rahel Frey: Die junge Schweizerin fuhr bei ihrem DTM-Debüt ein fehlerloses Rennen, das sie auf dem 15. Platz beendete.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Wir haben heute im Rennen ein ähnliches Bild gesehen wie gestern im Qualifying. Bruno Spengler war einen Tick schneller, dahinter lagen alle eng beisammen. Mattias (Ekström) und Timo (Scheider) haben das Maximum aus ihren Möglichkeiten gemacht. Auch Martin (Tomczyk) war mit seinem Vorjahresauto sehr schnell. Das Safetycar hat natürlich einiges durcheinander gebracht - aber das gehört dazu. Insgesamt war es ein interessanter Auftakt, der einen spannenden Saisonverlauf verspricht."

Mattias Ekström: "Natürlich ist es am schönsten, wenn man gewinnt. Heute haben wir Platz zwei geschafft - das ist nahezu perfekt, aber eben noch nicht ganz. Wir hatten ein Auto, um das Rennen zu gewinnen - vor allem nach meinem guten Start. Aber Bruno (Spengler) hat mich einfach mit Vollgas auf der Außenseite der ersten Kurve neben der Strecke überholt. Auch ich war mit Vollgas unterwegs, aber er hatte so mehr Schwung und konnte mich wieder überholen. Das fand ich nicht okay. Es war der entscheidende Moment des Rennens, denn wir waren nahezu gleich schnell. Am Ende wurde es noch einmal richtig aufregend. Ein paar Kurven vor dem Ziel brach etwas an der Hinterradaufhängung. Aber dieses Mal hatte ich mehr Glück als in den Jahren zuvor - vielleicht ist das ein gutes Zeichen für die Saison 2011."

Timo Scheider: "P4 ist ein Ergebnis, mit dem ich heute leben kann. Ich hatte am Start gleich einen Kontakt von hinten, als man mich auf meinen Vordermann draufgeschoben hat. Dadurch wurde mein Auto vorne beschädigt. Hinten habe ich ein paar Flics verloren. Das war keine Hilfe für die Balance. Deshalb bin ich ganz froh, mit dem vierten Platz nach Hause gekommen zu sein."

Martin Tomczyk: "Wir waren an diesem Wochenende von Anfang an konkurrenzfähig. Fahrer, Auto, Team - diese drei Sachen müssen immer zusammenpassen. Das war hier definitiv der Fall. Es hat auch wahnsinnig viel Spaß gemacht, wieder ein DTM-Rennen zu fahren, vor allem die Überholmanöver, die ich hatte. Der Zweikampf mit Maro (Engel) war hart, aber herzlich. Ich glaube, so muss ein Zweikampf in der DTM aussehen. Auch das Duell mit Ralf (Schumacher) war fair. Es war ein guter Einstand, mit dem wir zufrieden sein können."

Oliver Jarvis: "Das war nicht der Start, auf den ich gehofft hatte. Wir wollten Punkte mitnehmen und um einen Podiumsplatz kämpfen, aber wir haben den neunten Platz belegt. Es war eine Verbesserung seit dem Qualifying. Aber wir müssen jetzt arbeiten und im nächsten Rennen weniger Fehler machen. Hankook hat einen guten Job gemacht, aber ich muss die Reifen noch etwas besser verstehen. Ich hoffe, wir können in Zandvoort stärker sein."

Mike Rockenfeller: "Das Wochenende fing gut an. Das Training war okay. Platz fünf im Qualifying war nicht perfekt, aber es war eine gute Ausgangsposition. Das nutzt leider nichts, wenn man am Ende nichts mit nach Hause nehmen kann. Deshalb war mein Rennen vom Start bis zum Ziel enttäuschend. Nichts lief richtig zusammen. Das Hauptproblem: Ich war viel zu langsam, was mich am meisten stört. Beim ersten Boxenstopp lief etwas schief. Das Auto wurde nicht richtig abgelassen. Die Safetycar-Phase habe ich auch unglücklich erwischt, ich musste an der roten Boxenampel stoppen. Ein Wochenende zum Vergessen."

Edoardo Mortara: "Mein erstes Rennen in der DTM brachte viele Schwierigkeiten. Aber ich bin froh, dass ich es beendet habe. Wir hatten Kommunikations-Probleme und ich konnte den Boxenfunk nicht hören. Das Safetycar war auf der Strecke, als ich an die Box musste, das war etwas unglücklich. Wir müssen zufrieden sein. Das Rennen war okay, wir wissen, welche Probleme wir hatten. Ohne diese Schwierigkeiten können wir ein besseres Rennen fahren."

Rahel Frey: "Meine Bilanz nach dem ersten Rennen ist sehr positiv. Die Teamarbeit ist super, die Jungs unterstützen mich. Das Rennen hatte Höhen und Tiefen, aber grundsätzlich habe ich es gut überstanden und das Ziel erreicht. Ich bin happy."

Miguel Molina: "Das Rennen war nicht so schlecht. Ich bin als Achter gestartet, habe um den siebten Platz gekämpft. Nach dem Restart nach der Safetycar-Phase bekam ich einen Schlag und habe mich gedreht, damit war mein Rennen beendet. Wir müssen jetzt für das nächste Rennen kämpfen. Glücklicherweise ist das nächste Rennen bereits in zwei Wochen."

Filipe Albuquerque: "Ich hatte einen sehr guten Start und konnte einige Positionen gutmachen. Aber dann habe ich im Getümmel einige Plätze verloren. Es war sehr eng, Tür an Tür, jemand hat mich berührt. Nach der Safetycar-Phase hat mich Vietoris berührt, das hat mich viel Zeit gekostet. Immerhin - ich habe das Rennen beendet, es war ein sehr hartes Rennen. Wir haben Kilometer gesammelt, das war positiv hier. Aber wir brauchen mehr Speed."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Das war für den Auftakt nicht schlecht. Es war ein sehr hartes Rennen. Wir haben versucht, alles richtig zu machen. Die Boxencrew hat super gearbeitet. Die Strategie war auch perfekt. Aber Mercedes hat auch keinen einzigen Fehler gemacht. Gratulation an Bruno Spengler, er ist ein tolles Rennen gefahren. Was uns freut, ist, dass wir dasselbe Tempo gehen und um den Sieg kämpfen können. Das war im letzten Jahr nicht ganz so. Deshalb steht uns jetzt eine spannende Saison bevor."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Ein optimaler Saisonstart. Martin (Tomczyk) war einer der Hauptdarsteller in diesem Rennen. Er hatte erstklassige Zweikämpfe. Sein Auto hat gut funktioniert. Alle unsere Boxenstopps waren sehr gut. Beim zweiten Stopp von Martin waren wir sogar etwas zu schnell und wir bekamen die Tankkanne nicht rechtzeitig heraus. So fuhr Martin mit Tankkanne heraus und fiel von Platz vier auf fünf zurück. Ein großes Lob an Martin und die Mannschaft. Auch Rahel (Frey) hat mir in ihrem ersten DTM-Rennen gefallen: Sie kam auf Platz 15 ins Ziel und hat keine Fehler gemacht. Natürlich muss sie noch etwas schneller werden, daran arbeiten wir."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Ich war ganz zufrieden, dass wir mit einem Auto unter den ersten zehn gestartet sind. Edoardo Mortaras Start war ganz ordentlich. Er kam als Neunter aus der ersten Runde zurück und behauptete seine Position ganz gut. Er hat lange mit Gary Paffett einen sauberen Kampf geführt. Ich war ganz zufrieden. Doch dann bekamen wir ein Kommunikations-Problem. Wir wussten nicht mehr, wann der Funk noch ging. Als wir Edoardo in der Safetycar-Phase hereinrufen wollten, hat er es nicht gehört. Er fuhr weiter, damit war sein Rennen gelaufen. Filipe Albuquerque hatte auch keinen schlechten Start, wurde aber in die Wiese gedrängt. Als seine Reifen schmutzig waren, wurde er überholt und war Vorletzter. Nach einem Boxenstopp überfuhr er dann eine rote Ampel. Das ist zwar ärgerlich und darf nicht passieren, aber es ist auch schon bei anderen vorgekommen. Jetzt heißt es: Abhaken und auf dem aufbauen, was wir beim Testen gezeigt haben."

Fotoquelle: xpb.cc

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