Hankook hat mit den neuen Reifen einen perfekten Auftakt in der DTM hingelegt

DTM 2011

— 07.05.2011

Die DTM jubelt über die Hankook-Reifen

Hankook hat am ersten DTM-Wochenende in Hockenheim ein Bilderbuch-Debüt hingelegt: Viel Lob für die Südkoreaner von Fahrern und Teamchefs

Als am vergangenen Wochenende die DTM ihre erste Station des Jahres absolvierte, da feierte Hankook ein traumhaftes Debüt in der Serie. Die Südkoreaner sind als Nachfolger von Dunlop Alleinausrüster der DTM. Das Unternehmen hat sich gewissenhaft auf diese Aufgabe vorbereitet und die Szene mit einem völlig problemlosen Auftakt begeistert.

"Der Reifen war gar kein Thema", sagt der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider und formuliert damit ein großes Lob in Richtung Hankook. In der vergangenen Saison gab es fast täglich Diskussionen um das Reifenmaterial. "Da muss man ein Kompliment an Hankook machen, dass man aus dem Stand so einen Reifen gebacken hat, ist erst einmal aller Ehren wert", so der Audi-Star.

"Die haben einen guten Job gemacht", stellt auch Gary Paffett klar. Alle Piloten berichten davon, dass die Unterschiede zu den Pneus des Vorjahres nicht allzu groß sein. Allerdings gibt es zwei Vorzüge der Hankook-Reifen, die immer wieder betont werden. "Die neuen Gummis geben mehr Feedback", sagt Mattias Ekström das, was alle Piloten gleichermaßen empfinden.

Für Teams wie Fahrer noch viel wichtiger: Die neuen Reifen sind konstant, es sind kaum Unterschiede zwischen einzelnen Sätzen auszumachen. "Und das hatten wir in der Vergangenheit nicht", sagt Rosberg Teamchef Arno Zensen. "Mal hat er funktioniert und mal nicht funktioniert, und wir wussten nicht, warum. In der ersten Kurve hat Markus Winkelhock oft geschrien: 'Das Ding geht nicht'. Es war so viel Glückssache dabei."

Wenn der Fahrer schreit...

"Wenn der Winkelhock in der ersten Kurve ruhig war, dann wussten wir, jetzt ist er okay. Aber meistens hat er geschrien", lacht Zensen im Rückblick auf die Reifensorgen des Vorjahres. Dieses Phänomen erlebte 2010 nicht nur Audi, sondern einige Mercedes-Piloten ebenso. Ralf Schumacher fühlt sich seit dem Ausrüsterwechsel beispielsweise deutlich wohler. Der Podestplatz aus Hockenheim unterstrich dies deutlich.

"Der Reifen bietet einfach mehr Grip", sagt der frühere Formel-1-Star. Dem Hankook-Vorgänger schenkt der Mercedes-Star einen ein: "Es ist halt ein Rennreifen im Gegensatz zu dem, was wir mal hatten." Schumacher spricht mit diesen Worten das offen aus, was einige Kollegen zwar denken, aber nicht auszusprechen wagen. Die Resonanz von Seiten der Teams und Fahrer geht den Verantwortlichen von Hankook natürlich runter wie Öl.

"Insgesamt war es wichtig, dass der Reifen von der Konstruktion her hält und konstant fahrbar ist, ohne großartigen Druck. Für beide Fahrzeuge haben wir ein neutrales Produkt dargestellt, das den Wettbewerb nicht beeinflusst", fasst Hankook-Chefingenieur Michael Eckert zusammen. Seine Technikermannschaft hatte sich im vergangenen Jahr in intensiven Gesprächen mit Audi und Mercedes auf eine entsprechende Marschroute festgelegt.

Hankook ging diese Aufgabe nicht als blutiger Anfänger an. Die Südkoreaner hatten im GT-Sport bereits viele Erfahrungen gesammelt, beispielsweise mit dem Entwicklerteam von Farnbacher in der Le-Mans-Series. Auch auf der Nordschleife gewann Hankook wichtige Erkenntnisse, die bei der Entwicklung eines Pneus für die DTM von großem Wert waren.

Hankook bisher ohne Schäden

"Wir hatten mehr Probleme erwartet, aber es war mit dem ersten Schuss schon so nah am Ziel", sagt Eckert stolz. "Im vergangenen Jahr nach der letzten DTM-Veranstaltung in Hockenheim haben wir einen Kurztest mit jeweils einem Fahrzeug und einem Fahrer durchgeführt, nur um zu sehen, ob der erste Reifen schon halbwegs brauchbar ist. Und es war auf Anhieb in Ordnung."

Auf Basis dieses ersten Entwurfs wurde schließlich der heutige DTM-Reifen entwickelt. Man produzierte verschiedene Varianten, stellte die Versionen den Herstellern vor. "Wir haben auch Blindtests durchgeführt", berichtet der Hankook-Chefingenieur. "Wir hatten natürlich schon einen Reifen favorisiert, und haben uns eben durch die Blindtests am Ende bestätigen lassen, dass unsere Einschätzung nicht ganz falsch war. Die Hersteller haben am Ende auch ein und denselben Reifen gewählt."

Bei den Tests in Portugal und Spanien sammelten die Hersteller wichtige Erkenntnisse mit den Pneus. Es gab einige Experimente, beispielsweise extreme Einstellungen von Reifendruck oder Sturz. All dies wurde von Hankook begleitet. Unter anderem schaute man sich immer wieder die Entwicklung der Wärme in den Pneus an, gab den Teams wichtige Hinweise bezüglich des Gummis.

"Eine Wärmebildkamera zeigt sehr genau, wo ein Reifen im kritischen Bereich läuft", sagt Eckert. "Da haben wir regulierend eingegriffen, haben mit dem zuständigen Fahrzeugingenieur gesprochen, und gesagt, wir würden mit diesem Setup von einem Dauerlauf abraten, weil es nicht gewährleistet ist, dass der Reifen 30 Runden hält." Bislang hat Hankook noch nicht einen einzigen Schaden zu verzeichnen.

Audi und Mercedes haben sich im Rahmen der Tests offenbar von verschiedenen Seiten an das Limit herangearbeitet. Beide kamen jedoch schließlich am gleichen Punkt an. "Grundsätzlich war die Resonanz nach den Testfahrten durchweg, dass der Reifen sehr gut funktioniert, sicher ist und auch sehr gut zu verstehen ist. Und was ganz wichtig ist: Dass ein Reifensatz genau wie der andere ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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