Mike Rockenfeller und Martin Tomczyk sorgten für den Audi-Erfolg

DTM 2011

— 15.05.2011

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Erster DTM-Sieg für Mike Rockenfeller, Martin Tomczyk im Jahreswagen auf dem Podium und starker Edoardo Mortara: Bei Audi wird gefeiert

Le-Mans-Sieger Mike Rockenfeller holte in Zandvoort seinen ersten Sieg in der DTM. Den Grundstein legte der Audi-Pilot mit einem perfekten Start, mit dem er sich zwischen Bruno Spengler und Jamie Green schob. Mit einem frühen ersten Boxenstopp gelang es "Rocky", auch Spengler zu überholen. Martin Tomczyk aus dem Phoenix-Team sorgte mit seinem dritten Platz dafür, dass in Zandvoort zwei Audi-Piloten auf dem Podium standen.

Timo Scheider sammelte als Fünfter wertvolle Punkte. Der amtierende Formel-3-Champion Edoardo Mortara (Rosberg) fuhr als Sechster schon bei seinem zweiten DTM-Rennen in die Punkteränge und war damit der beste DTM-Neuling im Starterfeld. Eine bemerkenswerte Leistung zeigte auch Mattias Ekström: Der Schwede kämpfte sich nach dem enttäuschenden Qualifying vom 16. Startplatz auf Rang acht nach vorne und holte so noch einen Punkt. Oliver Jarvis komplettierte die Top 10.

Miguel Molina und Rahel Frey beendeten das Rennen auf den Positionen 15 und 17. Filipe Albuquerque rutschte am Start in der berühmt-berüchtigten Tarzanbocht ins Kiesbett und musste seinen Audi A4 DTM anschließend mit einem beschädigten Wasserkühler abstellen.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Unsere Autos waren heute ganz einfach wieder genauso schnell wie schon vor dem Qualifying. Das haben wir mit einer sehr aggressiven Strategie umgesetzt. Mike ist ein perfektes Rennen gefahren. Martin hat gezeigt, was in ihm steckt. Er war schnell, aggressiv und hat trotzdem ganz sauber gekämpft. Wir haben auch Mattias von Startplatz 16 noch in die Punkteränge gebracht. Edo Mortara hat in seinem zweiten DTM-Rennen schon Punkte geholt. Timo war mit seinem Auto nicht so glücklich und hat mit Platz fünf eher Schadensbegrenzung betrieben. Aber insgesamt war es eine tolle Vorstellung von Audi."

Mike Rockenfeller: "Das Rennen war einfach perfekt. Ich habe nach dem Warm-up gar nicht damit gerechnet. Aber mein Ingenieur und meine Mechaniker haben fürs Rennen genau an den richtigen Schrauben gedreht. Das Auto war so, wie ich es haben wollte - einfach fantastisch. Der Grundstein war, am Start gleich an einem Mercedes vorbeizugehen. Und der frühe erste Stopp: Dadurch hatte ich genug Luft zu Bruno Spengler. Danach konnte ich das Rennen kontrollieren. Ich fühle mich fast schon ein bisschen erlöst: Es hat lange gedauert, endlich in einem A-Auto zu sitzen. Nach einem guten Qualifying, aber schlechten Rennen in Hockenheim war das genau die richtige Antwort. Die zehn Punkte sind wichtig. Ich genieße das heute. Und dann schauen wir, in Österreich von Anfang an noch stärker zu sein."

Martin Tomczyk: "Nach dem gestrigen Qualifying war die Zielrichtung nach vorne. Wir hatten bei den Longruns gesehen, dass mein Auto sehr schnell ist. Jetzt hieß es vorrangig, eine gute Strategie zu haben. Die hatten wir auch. Nur leider habe ich beim ersten Boxenstopp Zeit verloren, weil es mit Oliver Jarvis sehr eng war und ich mit dem Losfahren warten musste. Glücklicherweise konnte ich die Zeit auf der Strecke wieder aufholen und sehr schnelle und konstante Rundenzeiten fahren. Der zweite Boxenstopp war perfekt getimt. Ich war anschließend schnell genug, zu Jamie Green aufzuschließen und ihn zu überholen. Auch an Bruno Spengler kam ich noch ran. Leider war das Rennen etwas zu früh aus ... Aber mit Position drei für mich und dem Sieg durch Rocky hätte es heute besser kaum laufen können!"

Timo Scheider: "Anfangs waren wir nach jedem Stopp für jeweils sechs bis sieben Runden schnell. Danach trat aber das gleiche Problem auf wie im Warmup: Die Hinterachse ist uns ein wenig abgestürzt. Dadurch war die Balance deutlich schlechter. Ich musste schon lange nicht mehr so kämpfen, um ein Rennen zu Ende zu fahren. Unterm Strich sind es ein paar Punkte. Sie sind wichtig für die Meisterschaft. Aber: Zufriedenstellend ist das natürlich nicht."

Edoardo Mortara: "Es war ein schweres Rennen, denn mir fehlt noch etwas die Erfahrung. Ich hatte einen guten Start, aber Schumacher kam mir in der ersten Kurve sehr nahe. Ich war in der ersten Runde vorsichtig, um niemanden zu berühren und das Auto nicht zu beschädigen. Nach einem frühen ersten Boxenstopp konnte ich im zweiten Stint auch mit alten Reifen das Tempo gut mitgehen. Das Team hatte eine super Strategie und einen schnellen Boxenstopp. Wir sind mit diesem fantastischen Resultat zufrieden."

Mattias Ekström: "Ein interessantes Rennen. Unser Auto war heute schneller als gestern. Die Startposition war nicht gut. Aber einen Punkt zu holen ist definitiv mehr, als leer auszugehen. Dafür musste ich allerdings ganz schön hart arbeiten."

Oliver Jarvis: "Wir haben es geschafft, uns aus allen Schwierigkeiten herauszuhalten und sind unser eigenes Rennen gefahren. Leider hatte ich keinen guten Start und konnte schwer Positionen gutmachen. Im Rennen waren wir schnell - und das war eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Qualifying."

Miguel Molina: "Ich hatte einen guten Start, aber in der ersten Runde verlor ich einige Positionen. Der Rhythmus war gut, die Balance war gut. Aber die anderen waren genauso schnell und wir haben keine Gelegenheit gefunden, zu überholen. Ich hoffe auf das nächste Rennen."

Rahel Frey: "Im Rennen habe ich Lehrgeld bezahlt, ich war zum ersten Mal in Zandvoort. Ich bin einmal neben die Linie gekommen, dummerweise dann beim Anbremsen noch mehr auf den Sand und dann in die Wand gerutscht. Damit habe ich mir das Rennen früh selbst zerstört. Ich habe versucht, das Rennen noch zu Ende zu fahren. Aber das Auto fuhr sich sehr schwer. Weil ich mir den Splitter kaputtgefahren hatte, war mein A4 sehr nervös zu fahren. Wie gesagt - das war Lehrgeld."

Filipe Albuquerque: "Der Start war okay. Aber in der ersten Kurve habe ich mich verbremst. Beide Räder haben blockiert, ich bin von der Strecke durchs Kiesbett gefahren, sonst hätte ich Miguel Molina getroffen. Danach war es okay. Aber die Motortemperatur stieg wegen des defekten Kühlers an und ich musste aufhören, um den Motor nicht zu beschädigen."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Gratulation an das ganze Team. Es war sehr wichtig, dass wir heute einen Erfolg hatten. Wir haben aus den Problemen im Qualifying gelernt und hatten eine super Strategie. Alle haben es auf den Punkt gebracht. Die drei schnellsten Boxenstopps des Rennens sprechen für sich. Einen solchen Motivationsschub braucht man ab und zu. Das stärkt uns für die Zukunft und lässt uns hoffen."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Das war ein Rennen, wie wir uns es vorstellen. Glückwunsch an Martin Tomczyk, die Mannschaft und an Audi. Wir konnten mit unserer Strategie schön weit nach vorn kommen. Wir haben uns für einen langen mittleren Rennabschnitt entschieden. Zum Schluss waren wir mit neuen Reifen die Schnellsten auf der Strecke. Martin konnte klasse attackieren und hat einen Mercedes überholt. Wie erwartet lernt Rahel Frey von Rennen zu Rennen. Sie hatte einen Ausritt und verlor viel Zeit. Als sie alleine unterwegs war, fuhr sie gute Rundenzeiten. In jeder Runde, die sie fährt, wird sie besser und sammelt Erfahrung. Darauf bauen wir auf."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Das war doch ein klasse Rennen und gute Werbung für die DTM! Unheimlich glücklich bin ich für Edoardo Mortara, der in die Punkte gefahren ist. Das Team hat einen hervorragenden Job gemacht. Die Stopps haben funktioniert, die Strategie war klasse. Vielen Dank an alle. Ich bin happy! Einziger Wermutstropfen war, dass Filipe Albuquerque gleich in der ersten Kurve abgeflogen ist. Dabei hat er sich den Kühler beschädigt und musste aufhören. Wir haben gesehen, dass es geht. So müssen wir weitermachen."

Fotoquelle: xpb.cc

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