Auf der Suche nach Hundertstelsekunden: Susie Stoddart verbremst sich

DTM 2011

— 03.06.2011

Red-Bull-Ring: Wo die Hörner ausgefahren werden

Die DTM-Piloten rechnen mit harten Positionskämpfen in den ersten drei Kurven des Red-Bull-Rings: Ist Überholen ohne "Feindkontakt" überhaupt möglich?

Sechs Stunden Testfahrten am Donnerstag, ein Rollout und ein Freies Training am Freitag. Die DTM-Piloten konnten an den ersten beiden Tagen in Österreich reichlich Streckenerfahrungen sammeln. Die äußerst geringen Zeitabstände versprechen zwar Spannung, aber das dicht gestaffelte Feld könnte am Renntag womöglich in einer Prozession enden.

"Nach den langen Geraden könnte es gehen", meint Filipe Albuquerque im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com". Der portugiesische Audi-Neuling fügt an: "Aber auch hier ist man auf einen Fehler des Gegners angewiesen, da man sich hier auch leicht verteidigen kann. Die zweite Kurve muss man gut anbremsen. Ich denke, dass hier am Sonntag einiges passieren wird."

Bei den Positionskämpfen in der Frühphase des Rennens könnte es Kleinholz geben. Nur mit dem nötigen Windschatten und Geschwindigkeitsüberschuss wären sichere Manöver möglich. "Meiner Meinung nach in den Kurven eins und zwei", sagt Bruno Spengler. Der aktuelle DTM-Gesamtführende hält eben jene Ecken auch für die Schlüsselstellen des Kurses.

"Man muss hier gut rauskommen, um die Geschwindigkeit auf die Gerade mitnehmen zu können", erklärt der kanadische Mercedes-Mann. Noch weitere Bereiche seien für eine schnelle Fahrt entscheidend. "Die Kurven sieben und acht", meint Spengler. "Das sind sehr schnelle Kurven. Hier muss man im Rennen gut durchkommen, da man sonst in der ersten Kurve überholt wird."

Ob sich das erste Eck überhaupt für einen Überholversch eignet? Gary Paffett meint, dass dies eher nicht das Fall ist. "Die Kurve ist eigentlich zu schnell. Zur Haarnadelkurve hin ist sicherlich die beste Möglichkeit. Vielleicht noch bergab zu Kurve drei. In den Kurven, die man hart anbremst, muss man so spät wie möglich bremsen. In den drei Highspeedkurven muss man die Geschwindigkeit mitnehmen."

"Die vorletzte und die letzte Ecke müssen auch passen", fügt Timo Scheider an. "In der vorletzten Kurve wurde uns ein Streckenlimit auferlegt - mit Videoüberwachung. Hier dürfen wir die Begrenzung nicht überfahren. Das ist nicht optimal, aber wenn man für DTM, Motorrad und Formel 1 eine Strecke baut, dann muss man Kompromisse eingehen."

"Wir sind einfach zu eng beieinander. Wenn man einen Fehler macht, ist die Runde gelaufen", schüttelt Christian Vietoris mit dem Kopf. Die Piloten stehen am Samstag und Sonntag vor einer gewaltigen Herausforderung. "Im Rennen muss man auf die Hinterreifen achten", sagt Paffett. "Hier muss man viel beschleunigen und das bedeutet harte Arbeit für die Hinterreifen. Das gilt auch für die Hochgeschwindigkeitskurven."

Fotoquelle: xpb.cc

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