Die Abt-Fahrer möchten ihren derzeitigen Schwung an den Norisring mitnehmen

DTM 2011

— 25.06.2011

Abt kämpft gegen den Norisring-Fluch

Das Abt-Team und Audi haben auf dem Norisring seit 2002 nicht mehr gewonnen, doch die Stimmung ist positiv: "Haben eine Rechnung offen", sagt Timo Scheider

Es gibt nur ein einziges DTM-Rennen im aktuellen Terminkalender, das Audi seit dem werksseitigen Comeback noch nie gewonnen hat: ausgerechnet das "Heimspiel" auf dem Nürnberger Norisring. Beflügelt vom zehnten Triumph in Le Mans und von drei Siegen in Folge in der DTM (Zandvoort, Spielberg, Lausitzring) soll sich das am ersten Juli-Wochenende ändern. Die Devise, die Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich an seine Mannschaft ausgegeben hat, ist eindeutig: Nachdem zuletzt auf dem Lausitzring der Bann gebrochen wurde - Audi gewann dort erstmals seit 2005 - soll nun auch der lang ersehnte und längst überfällige Triumph auf dem Norisring her.

Achtmal in Folge hat Mercedes auf dem nur 2,3 Kilometer langen Stadtkurs zwischen Dutzendteich und Stadion gewonnen. Den letzten Sieg für Audi holte 2002 Laurent Aiello mit dem Abt-Audi TT-R, als er in der letzten Kurve den bis dahin führenden Bernd Schneider überlistete. Auch mit dem legendären V8 quattro war Audi Anfang der 1990er-Jahre in der "alten" DTM erfolgreich. Nur dem Audi A4 DTM fehlt noch ein Norisring-Triumph. Weil er 2012 vom neuen A5 DTM abgelöst wird, bietet sich am 3. Juli die letzte Chance.

Knapp dran, aber nie ganz vorne

"Der Norisring ist in den letzten Jahren immer ein sehr schwieriges Terrain für uns gewesen. Wir waren zwar schon oft knapp dran, aber es hat nie ganz funktioniert", weiß Ullrich. "Vielleicht können wir den Rückenwind der vielen guten Ergebnisse nutzen, um am Norisring endlich den Sieg einzufahren - die vielen Audianer an der Strecke würden sich auf jeden Fall sehr darüber freuen. Und wir werden alles dafür geben."

Die Mission "Heimsieg" ist dabei keineswegs unrealistisch. 2009 führte Timo Scheider trotz einer fiebrigen Grippe bis zur 75. von 80 Runden, ehe sich Jamie Green noch an ihm vorbeipresste. Und im vergangenen Jahr fehlten Mattias Ekström lediglich 0,591 Sekunden zum Sieg.

"Am Norisring haben wir eine Rechnung offen", sagt Scheider. "Vor zwei Jahren habe ich dort bis kurz vor Schluss geführt. Ich habe gute Erinnerungen an unsere Leistungen dort. Wir standen dort 2009 auch schon auf der Pole, aber der Audi-Sieg fehlt seit einigen Jahren in der Bilanz. Das müssen und wollen wir ändern. Ich hoffe, mit dem Rückenwind aus der Lausitz können wir das endlich einmal zeigen. Es wäre schön, zur Saisonmitte einmal ganz oben auf dem Podium zu stehen. Ich habe nach einem schwierigen Saisonstart den Anschluss an die Spitze gefunden. Ich hoffe, das geht so weiter."

Ekström, der 2010 als Zweiter sein bisher bestes Norisring-Ergebnis erzielt hat, freut sich ebenfalls auf das bevorstehende Rennwochenende: "Es ist immer schön, zum Norisring zu kommen. Das Rennen ist unser Heimspiel", erklärt der Schwede. "Es wäre schön, nochmal ein so gutes Ergebnis zu realisieren wie im Vorjahr. Vielleicht wird es sogar noch ein kleines bisschen besser. Wir geben im Team alles für einen guten Auftritt."

Qualifying schon vorentscheidend?

Angesichts der extremen Leistungsdichte, die in der DTM 2011 herrscht, wird das Qualifying am Samstag bereits eine vorentscheidende Rolle spielen. "Dabei wird es dieses Mal wohl um Tausendstelsekunden gehen", ahnt Ullrich. Will heißen: Nur wer alles perfekt auf den Punkt bringt, hat auf dem Stadtkurs die Chance, in das letzte Qualifying-Segment zu kommen und die Pole-Position zu holen.

"Die Motivation im Team ist sehr hoch", ergänzt Abt-Teamchef Hans-Jürgen Abt. "Audi hat gezeigt, dass man mit beiden Fahrzeug-Generationen in dieser Saison absolut siegfähig ist. Wir werden versuchen, am Norisring eine Topleistung abzurufen. Wir sind voll motiviert und werden vor dem Heimpublikum alles geben. Wenn wir die Performance vom Lausitzring mit nach Nürnberg nehmen, haben wir eine realistische Chance, um den Sieg zu kämpfen."

Auch Oliver Jarvis fiebert dem Norisring entgegen: "Dort habe ich im Vorjahr mein bestes Saisonergebnis erreicht", erinnert er sich. "Es ist immer großartig, dort zu starten. Die Atmosphäre ist einfach fantastisch. Meine Saison wird immer besser. Ich will dort unbedingt ein starkes Ergebnis einfahren." Für Miguel Molina ist der Norisring "ein schöner Kurs, eng mit dem DTM-Mythos verbunden. Ich will dort unbedingt besser sein als im vergangenen Jahr, als ich ein Wochenende zum Vergessen erlebt habe. Das sollte uns auch locker gelingen. Ich freue mich schon sehr auf das Wochenende."

Insgesamt zeigte Audi im vergangenen Jahr eine starke Leistung: Vor 132.000 Zuschauern (am gesamten Wochenende) kämpfte sich Ekström von der fünften Startposition auf Platz zwei nach vorne und verpasste den Sieg am Ende um lediglich 0,591 Sekunden. Mit fünf A4 in den Punkterängen gelang Audi insgesamt der beste Norisring-Auftritt seit 2005. Mit seinem zweiten Platz machte Ekström zwei Punkte auf Tabellenführer Bruno Spengler gut.

Fotoquelle: xpb.cc

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