Bruno Spengler und Edoardo Mortara machten die Siege unter sich aus

DTM 2011

— 17.07.2011

Spengler und Mortara: Die Stadionkönige

Bruno Spengler und Edoardo Mortara dominierten im Münchener Olympiastadion - Spengler fühlte sich nach dem Gesamtsieg "wie auf einem anderen Planeten"

Zwei Piloten scheinen mit Stadionkursen besonders gut zurechtzukommen: Bruno Spengler (Mercedes) und Edoardo Mortara (Audi). Die beiden standen an beiden Tagen im Finale. Und jeder holte einmal einen Sieg. Im gestrigen "Markenrennen" setzte sich Mortara durch, doch heute gelang Spengler die Revanche. Der Audi-Pilot landete im ersten Finallauf in der Mauer, und Spengler holte sich den Gesamtsieg beim Showevent.

"Ich habe gestern sicher nicht gelogen, als ich gesagt habe, dass auch der zweite Platz okay ist", bilanziert Spengler. "Es ist sehr hart hier, man muss hochkonzentriert sein. Viele Leute haben die Mauern gerammt. Und das Wichtigste ist, nicht in die Mauer zu fahren und trotzdem schnell zu sein. Gestern war ich zufrieden, weil ich im Finale gegen Edoardo viel Spaß hatte. Wir waren beide schnell, es war sehr eng. Aber es kann immer nur Einer gewinnen, und einer wird Zweiter. Das war ich gestern."

"Heute habe ich sehr gepusht, ich habe mein Bestes gegeben", berichtet der Kanadier weiter. "Vielleicht war er im Finale der Favorit, aber ich war der Jäger und habe wirklich alles gegeben und versucht, dieses Rennen zu gewinnen. Mein Team hat beim Boxenstopp einen tollen Job gemacht, danke dafür, denn das ist der Schlüssel zum Erfolg. Es war ein so spezielles Gefühl, aus dem Auto zu steigen und die vielen Zuschauer zu sehen. Es war ein wunderbares Gefühl, ich kam mir für fünf Sekunden vor wie auf einem anderen Planeten."

Allerdings musste sich der Kanadier auch anhören, dass er viel Glück hatte. Im Viertelfinale war er gegen seinen Teamkollegen Jamie Green eigentlich schon ausgeschieden, doch dann kassierte dieser eine Zeitstrafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxenzufahrt und Spengler war weiter. Und im Finale stand er dann vorzeitig als Sieger fest, nachdem Mortaras Audi nach dem Crash in die Mauer nicht mehr fahrbar war.

Spengler lässt das so nicht stehen: "Ich war vor dem Boxenstopp vor Jamie, ich war zwei Zehntel schneller. Und dann war er wahrscheinlich in der Boxengasse zu schnell und hat seinen Rückstand aufgeholt. Nach dem Boxenstopp war er dann ein bisschen vor mir. Wenn man in der Boxengasse zu schnell ist, dann holt man sicher Zeit auf. Und dann mit Edo: Wir sind beide ans Limit gegangen. Es hätte mir genauso passieren können, dass ich die Mauer treffe. Es ist ihm passiert. Ich hatte da ein bisschen Vorsprung auf ihn, das möchte ich aber auch erwähnen." Auf alle Fälle hatte er auch dieses Mal wieder Spaß und lobt seinen Rivalen: "Edoardo war das ganze Wochenende über sehr stark."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug fügt hinzu: "Bruno hatte mit der Mauer in Schanghai nicht das beste Erlebnis, und er hat gezeigt, dass er es besser kann. Er war aus dem Spiel schon raus, als er gegen Jamie fuhr, aber Jamie hat eine Strafe bekommen, und dann war er wieder drin und hat die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen. Er ist absolut messerscharf gefahren, und genauso muss man es machen. Edoardo war sehr stark, er hat gestern gewonnen. Es hätte auch anders herum ausgehen können, ganz klar. Aber Bruno hat es verdient. Draußen zu sein, wieder drin zu sein, zuzuschlagen - das ist cool, das kann man nicht anders sagen."

Auch Mortara bezeichnet Spengler als "verdienten Sieger": "Man muss es anerkennen, wenn die anderen schneller sind. Ich habe alles gegeben, um schneller zu sein als Bruno. Aber Bruno hat wirklich gepusht. Wir haben beim Boxenstopp etwas Zeit verloren, aber auch sonst wäre es heute sehr schwierig für mich gewesen, ihn zu schlagen. Er hat einen fantastischen Job gemacht und war das ganze Wochenende über superschnell. Und ich denke, es war eine gute Show für die Fans. In den ersten Runden war es wirklich eng. Und die Leute konnten auch sehen: Wenn man ans Limit geht und einen kleinen Fehler macht, dann landet man sofort in der Mauer. Es ist hier sehr schwierig, auf der Strecke zu bleiben."

Mortara hatte alles riskiert - und dieses Mal ging es eben schief. "Ich wusste, dass wir in der dritten Runde etwas Zeit verloren hatten. Ich hatte einen kleinen Fehler gemacht und lag etwas hinter ihm zurück", schildert der Audi-Pilot. "Und ich habe versucht, den Rückstand wieder aufzuholen. Ich habe alles versucht, schneller zu sein. Und das passiert dann. Ich habe das ganze Wochenende über einen Fehler gemacht, weil ich natürlich gewinnen wollte. Ich muss mich auch bei meinen Jungs entschuldigen, bei Audi und meinem Team, denn es war ein etwas dummer Fehler."

Fotoquelle: xpb.cc

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