Augusto Farfus ist mit seinen ersten Eindrücken vom BMW M3 DTM zufrieden

DTM 2011

— 21.07.2011

Farfus: "Der M3 ist und bleibt ein Rennwagen"

BMW Pilot Augusto Farfus schildert seine Eindrücke vom ersten Test des neuen DTM-Fahrzeugs der Münchner in Oschersleben und zieht Parallelen zum Fußball

Augusto "Gustl" Farfus wird die DTM-Saison 2012 neben Andy Priaulx als einer von sechs BMW Werkspiloten bestreiten. Am 7. Juli absolvierte der Brasilianer den ersten Test mit dem neuen M3 in Oschersleben.

Im Interview spricht Farfus über seine ersten Eindrücke vom Fahrzeug, den notwendigen Fahrstil und die Gründe warum der Test in Oschersleben stattfand. In Bezug auf die Eingewöhnungsphase zieht der Mann aus Curitiba Parallelen zum Nationalsport seines Landes.

Frage: "Augusto, was kannst du zum ersten Test mit dem M3 in Oschersleben sagen?"
Augusto Farfus: "Als ich mich im Jahr 2003 zwischen Formelsport und Tourenwagen entscheiden musste, habe bereits einen DTM-Test für Mercedes absolviert. Insofern wusste ich in etwa, was mich erwartet, wenngleich der Test inzwischen fast zehn Jahre zurückliegt. Die Autos wurden seitdem stark verbessert."

"Ein Rennfahrer hat es im Gefühl, ob ein Auto gut und wettbewerbsfähig ist oder nicht. Da macht es keinen Unterschied, ob wir von einem Tourenwagen, Sportwagen oder Formelauto sprechen. Sobald du im Auto sitzt und die ersten Runden drehst, merkst du, ob du ein vernünftiges Paket um dich herum zur Verfügung hast."

"Das Hauptziel bei diesem Test bestand darin, das Auto zum Laufen zu bekommen. BMW investiert eine Menge Aufwand in dieses Projekt. Vor diesem Hintergrund war es wichtig, mit dem Auto auf die Strecke zu gehen und zu sehen, ob alles so funktioniert wie geplant. Das ist uns gelungen. Ich würde sagen, wir haben sogar weit mehr erreicht, als wir erwartet hatten."

"Es war eine große Ehre für mich, die ersten richtigen Runden mit dem neuen DTM-Fahrzeug drehen zu dürfen. Unabhängig davon haben wir noch einen weiten Weg vor uns, bevor wir sagen können: 'Das Auto ist schnell. Wir können Rennen gewinnen.' Soweit sind wir natürlich noch nicht. Bis zum ersten Rennen haben wir noch zehn Monate Zeit. Wir müssen weiter hart arbeiten, da es natürlich unser Ziel ist, von Beginn an konkurrenzfähig zu sein. Momentan beginnen wir gerade zu verstehen, wie das Auto funktioniert. Insofern war dieser erste Test sehr wichtig."

Frage: "Habt ihr in Oschersleben bereits an der Abstimmung des Fahrzeugs gearbeitet?"
Farfus: "Ja, ein wenig. Wir haben den Flügel verändert und auch die Federn, um zu verstehen, wie sich diese Änderungen speziell bei diesem Fahrzeug auswirken. Wir waren allerdings nicht in Oschersleben, um herauszufinden, wie schnell man mit einem DTM-Auto fahren kann. Wie schon gesagt, bestand unser Hauptziel darin, zu sehen, ob das Auto hält. BMW hat einen tollen Job gemacht, denn der Wagen lief tadellos. Was aber noch wichtiger ist: Er fühlte sich sehr gut an."

Frage: "Welche Art Fahrstil erfordert der M3 - eher einen weichen runden oder eher einen aggressiven?"
Farfus: "Ich würde sagen, er fühlt sich im Vergleich zu einem Formel-3-Boliden recht ähnlich an. Es gibt jede Menge Abtrieb. Der M3 ist ein Auto, mit dem du die Geschwindigkeit in die Kurve mitnehmen musst. Die Carbonbremsen erfordern eine Eingewöhnungszeit in Bezug darauf, wie sie zu betätigen sind und vor allem wie sie auf Temperatur zu bringen sind. Unterm Strich ist und bleibt der M3 ein Rennwagen."

"Man kann sich das in etwa so vorstellen wie beim Fußball: Es gibt Fußball am Strand und auf dem Platz. Unterm Strich spielst du aber jedesmal mit einem Ball und willst Tore schießen. Du musst natürlich deinen Stil ein wenig an die Gegebenheiten anpassen, solange du aber weißt, wie Fußball gespielt wird, wirst du früher oder später Erfolg haben. Das gleiche gilt für mich und das Team in der DTM. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen guten Job erledigen werden."

Frage: "Gab es einen speziellen Grund dafür, dass der erste Test in Oschersleben stattgefunden hat?"
Farfus: "Wir verfügen derzeit noch nicht über einen festen Zeitplan. Wir konnten im Vorfeld unmöglich sagen, wann das Auto fertig sein wird, da ständig neue Teile hinzukommen und auch immer wieder neue, kleine Probleme auftauchen. Das hat zur Folge, dass es nahezu von Tag zu Tag einen neuen Zeitplan gibt. Die Ingenieure schuften Tag und Nacht. Wahrscheinlich war Oschersleben zu dieser Zeit im Jahr die einzige verfügbare Strecke."

Fotoquelle: xpb.cc

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