Mattias Ekström endlich wieder einmal vorne: Pole-Position am Nürburgring

DTM 2011

— 06.08.2011

Ekström cool und glücklich: Pole am Nürburgring

In wildem Eifelwetter holt sich Mattias Ekström die Pole-Position vor Jamie Green und Mike Rockenfeller - Ralf Schumacher nur auf Platz 17

Der Nürburgring bleibt bezüglich des Qualifyings in Audi-Hand. Mattias Ekström sicherte sich am Samstag bei schwierigen und inkonstanten Bedingungen die beste Startposition für das Rennen am Sonntag. Der Audi-Schwede profitierte von den besten Verhältnissen bei seinem Run in Q4, fuhr aber im Gegensatz zur Konkurrenz auch eine saubere Runde. Jamie Green (Mercedes) hatte am Ende als Zweiter drei Sekunden Rückstand!

Der Brite hatte allerdings auch als zweiter Pilot in die abschließende Zeitenjagd starten müssen. Er erlebte viel schlechtere Bedingungen als Ekström. Noch schlimmer erwischte es Bruno Spengler, der als erster Fahrer auf die schnelle Runde ging. Leichter Regen hatte eingesetzt, der Kanadier rutschte wild um den Kurs und wurde am Ende nur Vierter. Mike Rockenfeller konnte sich bei später besseren Verhältnissen auf Rang drei platzieren.

Die Eifel hatte sich am Freitag und Samstag lange von ihrer braven Seite gezeigt, doch genau 15 Minuten vor dem Qualifying am Mittag kam das, was viele schon befürchtet hatten: Regen. In den Garagen der DTM-Teams setzte sofort Grübeln ein. Es wurden schnelle Anpassungen an den Setups vorgenommen, die Regenreifen wurden aus den hinteren Abteilungen der Garagen geholt - aber wieder eingepackt, denn es war zu wenig nass.

Die Verhältnisse auf der Strecke erlaubten zu Beginn einen Versuch auf Slicks. Fast alle Piloten nutzten das frühe Fenster, setzten teils gute Rundenzeiten. Einzige Ausnahme: Gary Paffett. Die HWA-Mannschaft ließ den Briten in der Box warten, man war wohl sicher, dass der Nieselregen aufhören würde. Das tat er schließlich wirklich. Paffett rettete sich in allerletzter Sekunde noch ins Q2.

Paffett macht es spannend

"Gary hat eine starke Leistung gezeigt. Er ist die viertbeste Zeit in Q1 gefahren. Das war schon okay", atmete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug erst einmal tief durch. Doch im Lager der Stuttgarter war dennoch nicht alles gut. Ralf Schumacher konnte bei den besten Verhältnissen am Ende des Abschnitts nicht mehr nachlegen. Er schied ebenso aus wie Oliver Jarvis , Rahel Frey (beide Audi) und Maro Engel (Mercedes).

"Es war sehr rutschig", berichtet Schumacher. "Ich habe mich verbremst, es waren aber auch sehr schwierige Bedingungen. Ich habe einfach keine gut Runde hingekriegt." Der Ex-Formel-1-Pilot nahm das Ausscheiden auf seine Kappe. Er hatte auch un den Trainings nicht beeindruckt. "Das ganze Wochenende lief bisher nicht optimal. Im Rennen will ich Schadensbegrenzung, vielleicht regnet es ja."

Im zweiten Qualifyingabschnitt fanden alle Piloten wenigstens ansatzweise erträgliche Bedingungen für schnelle Runden auf Slicks vor. Fast alle Favoriten konnten sich somit in die Top 8 fahren. Erneut die einzige Ausnahme: Gary Paffett. "In Q1 haben wir zu lange gewartet, auch in Q2 sind wir zu spät auf neuen Reifen herausgefahren. Ich hatte dann nur zwei Runden, das war zu wenig", so der Brite nach Rang 13.

David Coulthard nutzte gleichzeitig das gute Fenster zum Ende der Session, als viele Fahrzeuge eine trockene Spur herausgefahren hatten. Der Schotte rückte zwar nicht bis in Q3 vor, erzielte aber mit Platz zehn sein bestes Qualifyingergebnis in der bisherigen DTM-Karriere. Besonders stark in Q2: Miguel Molina, der als Vierter in die dritte Runde einzog.

Dort war jedoch für den Spanier auf Platz sechs ebenso Schluss wie für Edoardo Mortara (5./Audi) und die beiden Audi-Topstars Martin Tomczyk und Timo Scheider. "Es war wetterbedingt, immer wieder etwas Nieselregen", so Tomczyk. "Es war schwierig, den passenden Punkt zu treffen. Die Performance war von unserer Seite in Ordnung. Wenn meine Teamkollegen nun vor Bruno bleiben, dann sieht es gar nicht mal schlecht ist. Meine Ausgangsposition ist nicht perfekt, aber es ist noch viel drin."

Tomczyk und Scheider müssen kämpfen

"Im ersten Shootout hatten wir Riesenglück, dass wir nicht auf P16 ausgeschieden sind. Aber wir haben schon das ganze Wochenende das gleiche Problem: Die Hinterachse funktioniert nicht so, wie wir uns das wünschen. Und das ist bei einem so engen Feld tödlich", erklärt Scheider seine Fahrt auf den mäßigen achten Startplatz. Beide Audianer hatten sich große Hoffnungen auf den Einzug in das finale Shootout gemacht.

Dort waren dann jedoch andere am Gas. Zuerst musste Bruno Spengler auf die Bahn. Nach einer kurzen trockenen Phase begann es bei seinem Run wieder leicht zu tröpfeln. Es hatte den Anschein, als sollte Spengler glücklich noch gerade eben auf Slicks bestehen und zur seiner fünften Pole-Position der Saison fahren können. Doch es kam überraschend ganz anders - Eifel eben!

Während sich Spengler abmühte und die anderen Piloten über einen Start auf Regenreifen nachdachten, hörte der Niesel plötzlich wieder auf. Bei Streckentemperaturen von über 25 Grad wurde es schnell wieder trockener. "Wir haben Pech gehabt", berichtet Spengler nach seinem vergeblichen Versuch. "Vierter Platz ist nicht schlecht, es kann noch deutlich nach vorne gehen."

Ekström: Endlich passt mal alles

Als zweiter Pilot rammte sich Jamie Green in Rallyemanier um die Strecke. Sah cool aus und war sogar schnell. "Der Regen war nicht konstant, ich hatte eben etwas Pech. Es war eine Herausforderung", so der Brite nach seiner spektakulären Fahrt auf Platz zwei. Green hatte das Glück, dass Mike Rockenfeller nach ihm die noch besseren Bedingungen nur zu Platz drei nutzen konnte.

"Das ist das, wo ich stehen möchte. Es war alles drin, habe mich in Kurve eins verbremst. Ich habe alles gegeben. Man muss das klar sehen: Eki hatte am Ende die besten Bedingungen. Er hat die Pole verdient, aber Q4 war nicht ganz fair. Erste Reihe wäre schön gewesen, aber Platz drei ist auch gut", sagt der Lokalmatador nach seinem Fahrfehler, den er per Funk sofort mit den Worten "Ich habe es verbockt" kommentierte.

Als letzter ging Mattias Ekström auf die Bahn. Der Schwede blieb bei immer noch rutschigen Bedingungen skandinavisch kühl. Nach einer fehlerlosen Fahrt hatte er letztlich über drei Sekunden Vorsprung. "Die ganze Saison war etwas durcheinander. Mal war im Team nicht alles richtig, wenn dort alles gut war, dann passte es bei mir nicht. Hier stimmte alles. Wir können es doch. Aber man braucht auch etwas Glück, mit Pech kommst du nicht weit", sagt der Abt-Star.

"Morgen wird es sehr spannend. Wenn das Wetter so bleibt, dann wird es knifflig", berichtet der Schwede nach seiner sauberen Fahrt in Q4. "Mit Regenreifen kannst du gute Zeiten fahren, mit Slicks und viel Risiko aber auch mal ein bis zwei Sekunden schneller. Das wird interessant bis zur letzten Runde", verspricht Ekström ein tolles Spektakel für den Rennsonntag, für den weitere Regenschauer angesagt sind.

Fotoquelle: xpb.cc

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