Mattias Ekström konnte endlich wieder die Korken richtig knallen lassen

DTM 2011

— 07.08.2011

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Mattias Ekström feiert seinen ersten Sieg nach 15 Monaten, Mike Rockenfeller ist nach P3 etwas enttäuscht und Wolfgang Ullrich lobt die gute Teamleistung

Audi-Pilot Mattias Ekström war heute auf dem Nürburgring eine Klasse für sich. Von der Pole-Position aus feierte der Schwede ungefährdet seinen 15. DTM-Sieg. Exakt 63 Wochen oder 441 Tage musste Ekström auf diesen Tag warten. Zuletzt hatte er Ende Mai 2010 in Valencia ein DTM-Rennen gewonnen. Bis kurz vor Rennende fuhr das Abt-Team auf dem Nürburgring sogar einem Doppelsieg entgegen. Bis zur vorletzten Runde lag Mike Rockenfeller auf dem zweiten Platz, ehe unter dem Druck von Bruno Spengler beim Anbremsen von Kurve eins die Räder seines Audi A4 DTM blockierten und er auf Platz drei zurück fiel.

Die Plätze vier und fünf gingen an Timo Scheider und Martin Tomczyk. Der Tabellenzweite Tomczyk war vom siebten Startplatz gut gestartet, wurde im Gerangel der ersten Runde jedoch getroffen. Dabei wurde die Frontpartie seines Audi A4 DTM beschädigt. Trotzdem rettete Tomczyk den fünften Platz. Vor den verbleibenden vier Rennen liegt der Deutsche als bester Audi-Pilot in der Gesamtwertung sieben Punkte hinter Bruno Spengler weiter in Schlagdistanz.

Mit Edoardo Mortara auf Platz sieben holte ein fünfter Audi-Pilot Punkte. Sein Teamkollege Filipe Albuquerque verpasste als Neunter nur knapp einen Punkt. Oliver Jarvis konnte sich vom 15. Startplatz auf Rang zehn nach vorn arbeiten. Miguel Molina und Rahel Frey belegten im teilweise sehr turbulenten Rennen die Plätze zwölf und 16.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Es wäre natürlich noch schöner gewesen, einen Doppelsieg zu holen - der war heute durchaus möglich. Aber auch mit den Plätzen eins, drei, vier, fünf und sieben dürfen wir sehr zufrieden sein. Martin Tomczyk hat mit einem beschädigten Auto nach einer Kollision in der ersten Runde mit Platz fünf noch Schadensbegrenzung betrieben. Insgesamt war unsere Leistung heute extrem stark. Ich bin sehr zufrieden mit der gesamten Mannschaft."

Mattias Ekström: "Es ist wirklich toll, wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen. Nicht nur wegen des großen Pokals, sondern vor allem auch wegen der Art und Weise, wie wir den Sieg erzielt haben. Wir hatten ein perfektes Wochenende. Natürlich hatten wir im Qualifying etwas Glück, aber auch die Performance hat gestimmt. Ich freue mich sehr - auch für das Team. Als Gruppe haben wir heute den Lohn für harte Arbeit bekommen. Ich freue mich nun sehr auf die nächsten Rennen."

Mike Rockenfeller: "Meine Bilanz: Platz drei ist okay, Platz zwei wäre super gewesen. Ich hatte bis zwei Runden vor Schluss alles unter Kontrolle. Die Balance war sicher nicht perfekt und ich musste kämpfen. Aber Bruno Spengler war fair und einfach etwas schneller. Er war die ganze Zeit hinter mir. Dann ist mir in Kurve eins wie schon am Samstag im Qualifying ein Fehler unterlaufen. Das ist schade. Aber andererseits habe ich gezeigt, dass das Tempo am ganzen Wochenende passte. Dritter zu werden, ist in der DTM keine Schande."

Timo Scheider: "Der vierte Platz ist ganz okay und von Startplatz acht ein gutes Resultat. Aber wir müssen das Qualifying nach wie vor verbessern. Wir müssen meinen Fahrstil und das Auto besser zusammenbringen. Aber nach einem guten Start gelang uns ein gutes Rennen. Zwei Sätze Reifen haben sehr gut funktioniert, nur der letzte Satz überhaupt nicht. Das müssen wir analysieren."

Martin Tomczyk: "Der Start war hervorragend. Ich lag direkt neben Bruno Spengler. In Kurve zwei kam Jamie Green neben mich und berührte mich leicht. In Kurve drei war sein Aufprall deutlicher. Dabei habe ich vier Plätze verloren. Sehr ärgerlich. Manche sagen, es war ein Rennunfall, ich hab's eher als etwas heftigere Attacke gesehen. Das ist wohl in einer so hart umkämpften Meisterschaft normal geworden. Ich muss also nach vorne blicken und möglichst viele Punkte in den nächsten Rennen einfahren."

Edoardo Mortara: "Es war ein langes Rennen für mich. Ich hatte einen guten Start und konnte Green überholen. Wir haben zwei Punkte geholt und damit unser Ziel, in die Top acht zu kommen, erreicht. Aber wir müssen unser Renntempo noch etwas verbessern."

Filipe Albuquerque: "Am Anfang war es lustig mit viel Action um mich herum. Danach habe ich etwas aufgeholt, aber die Autos vor mir waren schon weit weg. Leider habe ich bei den Boxenstopps auf Paffett Zeit verloren, und ich konnte ihn nicht mehr einholen. Platz neun vom zwölften Startplatz ist ganz gut. Schade, dass wir keinen Punkt geholt haben. Ich habe aber in diesem Rennen viel gelernt und ich werde es beim nächsten Einsatz umsetzen."

Oliver Jarvis: "Ein interessantes Rennen. Im ersten und zweiten Stint hatte ich einige spannende Kämpfe. Doch wir sind zu weit hinten gestartet. Platz zehn ist nicht zu schlecht, wenn man unseren Startplatz betrachtet. Aber es war insgesamt ein enttäuschendes Wochenende."

Miguel Molina: "Das Wochenende war ganz gut - bis zum Rennen. Im Qualifying war das Auto schnell und wir waren nah an der Spitze. Doch im Rennen haben wir Performance verloren. Ich musste für die Rundenzeiten richtig kämpfen. Positiv war, dass wir einen Schritt vorwärts gemacht haben. In Brands Hatch möchte ich einen weiteren Schritt machen und so konkurrenzfähig sein, wie wir es hier am Samstag waren."

Rahel Frey: "Ich wollte einen guten Start machen, die Reaktionszeit war nicht schlecht, aber ich hatte durchdrehende Räder und habe zwei Positionen verloren. Danach konnte ich am Feld dran blieben und einige Runden lang mit Engel und Vietoris kämpfen. Im ersten und zweiten Stint hatten wir viel Übersteuern, ich habe mit dem Auto gekämpft. Im dritten Stint lief es dann besser, unsere Zeiten waren konkurrenzfähiger. Am Ende bin ich so ins Ziel gekommen, wie ich gestartet bin - auf Platz 16. Wir hatten uns hier etwas mehr erhofft."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Einen großen Glückwunsch an das gesamte Team. Wir haben immer an uns geglaubt. Heute haben wir gezeigt, dass wir zurück sind. Das ist ein guter Einstand in die zweite Jahreshälfte. Es wird sicher noch einige Überraschungen geben."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Martin Tomczyk fuhr einen Super-Start. In der zweiten Kurve war er bereits Vierter. Dann bekam er einen bösen Schlag von Jamie Green aufs Heck, wodurch Martins Auto auf einen Vordermann geschoben und die Front beschädigt wurde. Dadurch war das Auto nicht mehr schnell genug, um ganz nach vorn zu fahren. Deshalb haben wir unsere Strategie geändert. Wir haben eine aggressive Variante gewählt und fuhren einen kurzen ersten Rennabschnitt. Mit dem zweiten Reifensatz haben wir versucht, ein paar schnelle Runden zu drehen. Wir haben auch drei Plätze gewonnen und waren Vierte. Aber leider waren wir zur Rennmitte nicht schnell genug und haben wieder einen Platz an Timo (Scheider) verloren. So haben wir unseren Platz bis zum Schluss gehalten. Bedenkt man den Zustand des Autos, bin ich damit sehr zufrieden. Rahel Frey war im ganzen Rennen sehr konstant und fuhr die gleichen Rundenzeiten wie Oliver Jarvis oder Maro Engel. Es geht aufwärts."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Danke an die Mannschaft. Sie hat einen tollen Job gemacht. 'Eki' ist ein sensationelles Rennen gefahren. Zu meinen Fahrern muss ich sagen: Edo Mortara war klasse. Er hat wieder zwei Punkte gesammelt. Das war das Maximum, was heute ging. Filipe Albuquerque hat mir großen Spaß gemacht. Ihm gelangen zwei sensationelle Überholmanöver. Einmal in einem Pulk von Mercedes-Fahrern und dann im Kampf mit Miguel Molina. Den Punkt habe ich ihm leider vereitelt. Ich habe eine falsche strategische Entscheidung getroffen. Dafür möchte ich mich bei ihm entschuldigen. Trotzdem war es ein tolles Rennen und wir haben beide Autos unter den ersten zehn."

Fotoquelle: xpb.cc

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