Verloren und trotzdem die Führung ausgebaut: Norbert Haug ist zufrieden

DTM 2011

— 07.08.2011

Mercedes: Haug mit Platz zwei zufrieden

Drei Mercedes in den Top 10: Trotzdem zieht Motorsportchef Norbert Haug ein positives Nürburgring-Fazit, weil das richtige Auto vorne mit dabei war

Mercedes musste sich auf dem Nürburgring geschlagen geben. Nur drei Silberpfeile schafften es in die Top 10. Lange sah es danach aus, dass Bruno Spengler Dritter werden würde. Zwei Runden vor Schluss verbremste sich allerdings Mike Rockenfeller (Audi) und der Weg zu Platz zwei war frei für den Kanadier. Mit diesen acht Punkten hat Spengler seine Führung in der Gesamtwertung auf sieben Zähler vergrößert. Trotz der geschossenen Audi-Leistung war aus Mercedes-Sicht das richtige Auto vorne dabei. Jamie Green überquerte die Ziellinie als Zweiter, Gary Paffett als Achter. Trotz der Niederlage ist Motorsportchef Norbert Haug zufrieden.

"Gratulation an Mattias und Audi. Er hat lange nicht gewonnen und den Sieg verdient. Unser Ergebnis ist aufgrund der Umstände perfekt. Vor dem Rennen gab es noch fünf Läufe bei drei Punkten Vorsprung. Jetzt sind es nur noch vier Rennen, aber sieben Zähler Vorsprung. Das ist eine bessere Position für Bruno", freut sich Haug. "Das Ergebnis wurde sicherlich vom Qualifying beeinflusst. Bruno hatte die nasseste Strecke von allen."

"Wenn man beim Start nicht in der richtigen Position ist, dann ist es schwierig zu überholen. Wenn man einem Auto mit wenigen Metern Abstand folgen kann, dann ist man klar schneller. Bruno hätte Mike schon beim Boxenstopp überholen können, aber der Halt hat doppelt so lange gedauert, wie üblich. So etwas kann passieren. Bruno hat weitergekämpft und eines seiner stärksten Rennen gezeigt. Das Auto war perfekt und hatte das Tempo für den Sieg, aber die Startposition war nicht gut genug. Mehr als Platz zwei war nicht möglich."

"Jamie hat schon beim Start verloren und ist auf Platz sechs zurückgefallen. Das kann man sich nicht leisten, denn man bleibt im Verkehr stecken. Gary ist ein starkes Rennen gefahren und ist von Startplatz 13 Achter geworden. Das ist ein guter Schritt. Der Speed war da, auch bei David Coulthard, der einen Unfall mit Ralf Schumacher hatte."

Warum das Qualifying die Vorentscheidung war, erklärt Haug folgendermaßen: "Man muss sich nur die schnellsten Rennrunden ansehen. Sie zeigen, dass der Speed da war. Wenn man aus den schwierigen Rennen Profit schlägt, dann ist das besonders stark. Ich glaube, Audi war richtig stark. Aber der Speed beider Marken war ähnlich."

"Ich bin mir sicher, dass beim Wolfgang (Ullrich, Motorsportchef von Audi; Anm. d. Red.) das Grinsen nicht aus dem Gesicht geht, aber bei mir garantiert auch nicht, weil wir schwierige Voraussetzungen hatten und einen guten Job gemacht haben. Ich glaube, so müssen wir das analysieren. Unsere Leistung war unter diesen Voraussetzungen ziemlich okay."

Die Boxenstopps waren im Schatten der Nürburg allerdings nicht perfekt. "Die Jungs machen einen Megajob und machen nicht absichtlich langsam, das ist klar. Mit Druck geht da gar nichts. Sie machen und schaffen und tun. Sie haben meine vollste Unterstützung", stellt sich Haug hinter seine Mechaniker. "Wenn man viel will, dann hakt es mal hier oder da. Sich aus schwierigen Situationen zu befreien ist die hohe Kunst."

"Wenn man ein schnelles Auto hat und vorne wegfährt, dann bereitet das natürlich auch große Freude. Wenn man sich befreit, dann ist das sehr, sehr schön. Da gehört die gesamte Mannschaft dazu. Wenn man aber in der Qualifikation zwei Autos wie Ralf und Gary verliert, dann ist es relativ schwierig. Dann verliert man noch das dritte Auto am Start, das von zwei auf sechs zurückfällt."

"Schließlich war Bruno vorne der 'lonely Cowboy'. Das war fair und echt, und so wie der Motorsport sein soll. Es war aber sicherlich schwer zu überholen. Darüber müssen wir uns für die Zukunft konstruktive Gedanken machen. Die Formel 1 führt es vor. Eigentlich gab es in der DTM in der Vergangenheit mehr Überholmanöver. Wir haben einige Ideen. Hier hat man gesehen, dass überholen fast nicht möglich ist. Die Autos sind so gleich, dass es einfach nicht geht. Deshalb muss man sich darüber Gedankenmachen."

Fotoquelle: xpb.cc

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