Wohl weiterhin keine Teamkollegen: Martin Tomczyk und Timo Scheider

DTM 2011

— 06.10.2011

Bleibt der Meister im "B-Team" Phoenix?

Vieles deutet darauf hin, dass Meister Martin Tomczyk auch 2012 für Phoenix fahren und nicht ins Audi-Einserteam Abt zurückehren wird

Seit vergangenem Sonntag ist Martin Tomczyk DTM-Champion, was ihn für 2012 naturgemäß zu einem der begehrtesten Fahrer macht. Doch auch wenn eine Rückkehr der künftigen Startnummer eins ins Audi-Einserteam Abt theoretisch Sinn machen würde, verdichten sich Spekulationen, wonach der Meister dort bleiben könnte, wo er seinen größten Erfolg errungen hat, nämlich bei Phoenix.

"Ich denke, dass er bleiben wird", erklärt Teamchef Ernst Moser gegenüber 'Autosport'. "Ich werde jedenfalls dafür kämpfen. Er ist einer der besten Fahrer, die wir je hatten, und ich finde nicht, dass man ein Siegerteam auseinanderreißen sollte, aber wir werden sehen, was passiert." Das letzte Wort hat jedoch nicht der Phoenix-Rennstall selbst, sondern Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der die Titelentscheidung wegen des parallel stattfindenden Petit Le Mans nicht live miterlebt hat.

Nicht Abt hat entschieden, sondern Ullrich

Ullrich war es auch, der Tomczyk im vergangenen Winter vom neueren 2009er- ins alte 2008er-Modell "degradiert" hat: "Wir haben ihn nicht gehen lassen, sondern das ist immer noch eine Entscheidung von Audi", bestätigt Teamchef Hans-Jürgen Abt und erklärt: "Wir sind das Einsatzteam der Audi AG. Wir machen den Motorsport für Audi, mit anderen Teams zusammen, Phoenix und Rosberg. Dr. Ullrich hat das damals entschieden."

Allerdings will er damit gar nicht andeuten, dass es ein Fehler war, Tomczyk an Phoenix abgegeben zu haben: "Vielleicht war es die richtige Motivation. Sicherlich konnte er sich bei Phoenix als Nummer eins absolut entfalten und er konnte zeigen, was er kann. Ich habe immer gesagt, dass ich weiß, was er kann. Er war immer nahe dran, hat's nicht geschafft, aber aus anderen Gründen und nicht wegen seiner persönlichen Leistung. Jetzt hat alles zusammengepasst", so Abt.

Und weiter: "Ich bin stolz sagen zu können, dass wir ihn in dieser Phase auch mit unseren Fahrern unterstützt haben - auch Mattias und andere Fahrer haben geschaut, dass er die Punkte holt, die er braucht, damit es am Schluss zur Meisterschaft reicht. Das zählt für Audi, denn Audi macht Motorsport, um Meister zu sein. Eigentlich kann es jeder sein, aber wenn es jetzt nach elf Jahren mal Martin Tomczyk ist, kann Audi stolz sein und Martin auch", freut er sich.

Abt schwärmt in den höchsten Tönen vom neuen Meister: "Er hat das verdient. Er hat die beste Performance rausgeholt, hat über das ganze Jahr die wenigsten Fehler gemacht und darum ist er Meister geworden. Das freut mich persönlich natürlich sehr, denn er kommt ja irgendwo auch von uns", verweist der Deutsche auf die zehn Lehrjahre, die Tomczyk im Audi-Einserteam Abt absolviert hat, ohne je Meister zu werden.

Goldenes Händchen bei der Talentsuche

"Wir haben vor zehn Jahren zwei Leute geholt - einer hat Mattias Ekström geheißen und einer Martin Tomczyk", erinnert sich Abt und fühlt sich bestätigt: "Beide haben sich in die Meisterschafts-Hierarchie eintragen dürfen - Mattias zweimal, Martin einmal. Leider nicht in unserem Team, das wäre schön gewesen, aber ich glaube, er hat viel gelernt und dieses Jahr hat alles zusammengepasst, denn schnell war er ja schon immer."

Tomczyk selbst, der momentan in seiner Heimat Rosenheim vom Stress der vergangenen Tage abschaltet, bestätigt, dass es hinsichtlich seiner Zukunft schon Gespräche mit Audi gegeben hat, und weiß um seine veränderte Ausgangsposition: "Die Meisterschaft gewonnen zu haben, ist natürlich ein Vorteil." Dennoch sei es letztlich die Entscheidung von Audi, ob er 2012 zu Abt zurückkehren oder als unumstrittene Nummer eins bei Phoenix bleiben wird.

"Abt ist das Hauptteam, aber dort gibt es immer vier Topfahrer auf dem gleichen Niveau, die das gleiche Ziel haben", weiß Tomczyk. "Bei Phoenix gibt es nur mich. Ja, ich habe eine Teamkollegin, aber die ist ein Rookie, also ist das etwas anderes. Sie haben alles um mich herum aufgebaut, daher konnte ich alles genau so entwickeln, wie ich es wollte. Ich weiß nicht, was für mich im nächsten Jahr am besten ist, aber ich wäre glücklich darüber, bei Phoenix zu bleiben."

Fotoquelle: ITR

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