Gruppenbild mit Champion: Martin Tomczyk und die Phoenix-Mannschaft

DTM 2011

— 31.10.2011

Moser: "Damit war wirklich nicht zu rechnen"

Phoenix-Audi-Teamchef Ernst Moser über den sensationellen Titelgewinn von Martin Tomczyk und den Wunsch den Champions nach neuen Kupplungen

Mit dem Titelgewinn im 2008er-Audi hat sich Martin Tomczyk nicht nur sepbst ein großes Geschenk gemacht, sondern er belohnte damit auch gleichzeitig seine Mannschaft. Das Team Phoenix feierte 2011 ihren größten Erfolg in der DTM. Die Mannschaft aus der Eifel begeisterte im Jahresverlauf immer wieder mit starken Aufholjagden im Rennen. Teamchef Ernst Moser zieht im Interview eine Bilanz des erfolgreichen Jahres.

Frage: "Ernst Moser, sie haben mit Ihrem Team Phoenix zum ersten Mal den Titel in der DTM gewonnen. Martin Tomczyk hatte Ihnen vor der Saison einen Sieg versprochen. Hatten sie damit bereits im dritten Rennen Ihr Ziel erreicht?"
Ernst Moser: "Es ist richtig, dass er mir einen Sieg versprochen hat. Aber wenn man dann gewonnen hat, entwickelt man natürlich die nächsten Wünsche."

"Innerlich hatte ich gehofft, bei unserem Heimspiel am Nürburgring, also auf einer der Lieblingsstrecken von Martin, ebenfalls zu gewinnen. Das hat leider nicht funktioniert. Aber dafür hat Martin zwei andere Siege abgeliefert: am Lausitzring und in Brands Hatch. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen, deshalb war es besonders schön. Und die Krönung war natürlich sein Titelgewinn. Seine Leistung war absolut souverän."

Frage: "Nach dem ersten Sieg bereits an den Titel zu glauben, wäre vermessen gewesen. Ab wann haben sie ernsthaft daran gedacht, eine Chance zu haben?"
Moser: "Bereits ein Rennen später. Denn wir haben uns vom Lausitzring nichts erwartet. Im Gegenteil: Es ging uns um Schadensbegrenzung auf einer Strecke, auf der Mercedes immer stark war. Dann hat Martin aus eigener Kraft Jamie Green überholt: Und wir haben Martin mit unserer Strategie perfekt unterstützt. Seinem ersten Sieg mit uns ließ er gleich den zweiten folgen. Das war unglaublich stark."

Frage: "Gibt es ein Rennen, das ihnen in besonderer Erinnerung geblieben ist?"
Moser: "Ja, der Norisring. Startplatz zehn war ein echter Rückschlag. In diesem Regenrennen sind wir mit einer guten fahrerischen Leistung und einer cleveren Strategie bis auf Platz drei vorgefahren. Ich habe noch nie in so viele erstaunte Gesichter geblickt. 'Wo kommt ihr denn her?', wurde ich immer wieder gefragt. Auch im weiteren Verlauf der Saison haben wir unsere Mitstreiter mit so mancher Aufholjagd überrascht."

Frage: "Martin Tomczyk hat sich intensiv eingebracht, aber im Gegenzug ihrem Team aber auch viel abverlangt. Am Saisonende hat er eingeräumt, dass er bei jedem Rennen die Kupplung wechseln ließ. Ein Spleen oder ein begründeter Schritt?"
Moser: "Die Kupplung ist auf hohe Laufleistungen ausgelegt und auch sehr haltbar. Aber sie ist ein Verschleißprodukt und verändert deshalb ihre Eigenschaften. Das fühlt der Fahrer beim Einkuppeln am Start. Und das kann entscheidend sein."

"Wir haben die Kupplung jedes Mal untersucht. Tatsächlich gab es in neun Fällen immer leichte Veränderungen durch die Belastungen bei den Startübungen an jedem Freitag. Damit ist die Frage einfach zu beantworten: Neun Mal hatte Martin Recht, nur einmal war sein Wunsch eher als Spleen zu sehen. Aber die immer wieder gute Kupplung hat ihm geholfen, den Titel zu gewinnen."

Frage: "Martin hat in diesem Jahr den Titel vorzeitig gewonnen und die Meisterschaft mit 20 Punkten Vorsprung beendet. Das war der größte Erfolg in der Geschichte von Phoenix. Welche Wünsche bleiben noch fürs nächste Jahr?"
Moser: "Ich wünsche mir ein konkurrenzfähiges Auto in der neuen Epoche der DTM."

"Alles, was ich bisher sehe, zeigt, dass Audi Sport mit dem A5 DTM wieder einmal genau auf dem richtigen Weg ist. Und ich wünsche mir natürlich wieder eine gute Fahrerpaarung, nachdem das Fahreraufgebot im Winter von Audi festgelegt werden wird. Sollten wir von Anfang an um Rennsiege kämpfen können, wäre es schön, auch im Titelkampf ein Wörtchen mitzureden."

Fotoquelle: DTM/ITR e.V.

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