Starker Kämpfer: Mattias Ekström hatte die zweite Saisonhälfte eindeutig im Griff

DTM 2011

— 26.12.2011

DTM-Saisonrückblick 2011: Abt-Audi

Die DTM-Saison 2011 im Rückspiegel: Wie Abt-Audi unter Verletzungspech litt und sich Mattias Ekström aus dem Tief arbeitete - Kein Saisonsieg für Timo Scheider

Die DTM-Saison 2011 bildete den Abschluss einer Ära in der beliebten deutschen Tourenwagen-Serie. Ab 2012 kommt mit BMW neue Konkurrenz in die Szene, alle Hersteller bringen neue Autos auf die Strecken. Das abgelaufene Jahr in der DTM bot viel Action, neue Reifen von Hankook, reichlich Diskussionsstoff und einige große Überraschungen. Wir blicken auf die Saison 2011 zurück. Heute: Abt-Audi.

Die Mannschaft um Teamchef Hans-Jürgen Abt startete mit einem Schock in das Jahr 2011. Der zweimalige Champion Mattias Ekström brach sich in der Vorbereitung die Hand und musste sich mit einem intensiven Fitnessprogramm wieder herankämpfen. Der Schwede schaffte es jedoch, konnte sofort beim Saisonstart in Hockenheim mit Platz zwei beeindrucken. Doch der frisch gebackene Vater eines Sohnes (Mats) fiel anschließend in ein tiefes Loch.

Das Zusammenspiel von Pilot und Technikteam funktionierte fortan nicht mehr richtig. Von Mai (Zandvoort) bis Juli (Norisring) konnte der zweimalige DTM-Champion gerade einmal drei Punkte einfahren. Der Schwede rätselte über die Ursache, kämpfte sich in typischer Manier aber zurück - und wie! Mit drei Siegen und einem zweiten Platz war Ekström der überragende Mann der zweiten Saisonhälfte. "Meine fahrerisch beste Saison", bilanziert er am Ende nach Gesamtrang zwei.

Rein statistisch mag die Aussage von Ekström verwundern. Nimmt man jedoch die enormen zwischenzeitlichen Probleme mit ins Kalkül, dann wird die Analyse nachvollziehbar. Trotz des tiefen Tals zur Mitte der Saison stehen in der Ekström-Bilanz 2011 insgesamt drei Rennsiege. Mehr Erfolge feierte der Schwede nur beim Gewinn seiner ersten Meisterschaft im Jahr 2004 (vier Siege). Der Abt-Star ist bereit für die neue Herausforderung im kommenden Jahr: "Wir haben viel für 2012 lernen können."

Scheider traurig: Nur ein einziger Podestrang

Ekström war in der abgelaufenen Saison die alleinige Speerspitze bei Abt. Sein sonst oft ebenbürtiger Teamkollege Timo Scheider erlebte ein Jahr der Ernüchterungen. Der zweimalige DTM-Meister feierte im Jahresverlauf nicht einen einzigen Sieg. Das hatte es seit 2007 nicht mehr gegeben. "Ich bin einfach nur froh, dass dieses Jahr vorbei ist", bilanziert Scheider. Platz zwei am Lausitzring war das kleine Highlight in einer mäßigen Saison.

Den deutlicheren Glanzpunkt konnte hingegen Mike Rockenfeller setzen. Der Le-Mans-Sieger von 2010 war zum Start ins neue Jahr nach vielen Saisons im Vorjahreswagen endlich in das neueste Modell aufgestiegen. Zum Saisonstart in Hockenheim lief es noch nicht rund, aber schon beim zweiten Lauf in Zandvoort grüßte der Sympathieträger aus Neuwied ganz oben vom Podium. Dass sich im Verlauf der Saison nicht mehr daraus entwickelte, lag ausgerechnet an seinem Lieblingsrennen.

Rockenfeller trat im Juni zur Titelverteidigung in Le Mans an, hatte jedoch in der Nacht einen brutalen Abflug bei Tempo 300 km/h. Nach bangen Minuten in der Dunkelheit wurde zwar recht schnell klar, dass sich der 28-Jährige mit nur leichten Blessuren aus dem Cockpit des LMP1-Prototypen hatte befreien können, doch es folgte dennoch eine Pause. Den DTM-Lauf in der Lausitz musste Rockenfeller auslassen, Tom Kristensen vertrat ihn dort würdig (zwei Punkte).

Rockenfeller von Le-Mans-Crash eingebremst

Nach seiner Rückkehr in den Audi A4 DTM tat sich Rockenfeller oft schwer. Immerhin sprang am Nürburgring noch ein Podestplatz heraus, beim Finale in Hockenheim erreichte er Rang vier. "Es war also ein einigermaßen versöhnliches Ende", so die Bilanz des Abt-Piloten nach seinem ersten Jahr im neuen Auto. Immerhin hatte er - trotz aller Probleme - den britischen Kollegen Oliver Jarvis deutlich in den Schatten gestellt.

Der 27-Jährige aus Burwell hatte sich für das Jahr 2011 sehr viel vorgenommen, doch es mangelte an der entsprechenden Umsetzung. Am Ende des Jahres trat beim Blick auf die Bilanz Ernüchterung auf: Platz zehn, ein Podestrang, insgesamt nur 14 Zähler. "Ich kam wirklich nur selten gut zurecht", fasst der Brite zusammen. Jarvis machte im gesamten Jahr immer wieder den Eindrück, als könne er sich seinen Rückstand nicht erklären. Gut möglich, dass man ihn 2012 nicht mehr im DTM-Cockpit sehen wird.

Sicher hingegen dürfte die weitere DTM-Teilnahme von Miguel Molina sein. Der spanische "Magic" Miguel hatte zwar zum Start in sein zweites DTM-Jahr einige Probleme mit der Umstellung auf die neuen Hankook-Pneus, aber zum Saisonende drehte er noch einmal unglaublich auf. Zwei Pole-Positions (Oschersleben und Hockenheim) sowie ein Podestplatz beim Finale unterstrichen noch einmal das Talent des jungen Audi-Piloten.

"Als das Verständnis für die neuen Reifen endlich vorhanden war, ging alles viel leichter von der Hand", erklärt Molina. "Insgesamt bin ich mit dem Jahr zufrieden, denn wir als Team haben das Ruder gut herumreißen können." Die gesamte Abt-Mannschaft litt in der ersten Jahreshälfte zwar, konnte sich aber dennoch im starken Zielsprint die Teammeisterschaft sichern. "Es gehört viel dazu, das beste Team in der DTM zu sein", sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. Er fügt an: "Wenn man gut aufhört, fängt man im neuen Jahr meistens auch wieder gut an."

Statistik: Abt-Audi 2011:

Mattias Ekström
Siege: 3
Pole-Positions: 2
Schnellste Rennrunde: 1
Podestplätze: 5
Punkte: 52
Gesamtrang 2011: 2

Timo Scheider
Siege: 0
Pole-Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 2
Podestplätze: 1
Punkte: 36
Gesamtrang 2011: 4

Mike Rockenfeller
Siege: 1
Pole-Positions: 1
Schnellste Rennrunde: 1
Podestplätze: 2
Punkte: 31
Gesamtrang 2011: 6

Oliver Jarvis
Siege: 0
Pole-Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 0
Podestplätze: 1
Punkte: 14
Gesamtrang 2011: 10

Miguel Molina
Siege: 0
Pole-Positions: 2
Schnellste Rennrunde: 0
Podestplätze: 1
Punkte: 11
Gesamtrang 2011: 11

Fotoquelle: xpb.cc

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