Gary Paffett stand in der Saison 2011 nicht ein einziges Mal auf dem Podium

DTM 2011

— 27.12.2011

DTM-Saisonrückblick 2011: HWA-Mercedes

Die DTM-Saison 2011 im Rückspiegel: Bei HWA-Mercedes blieb nach dem Di-Resta-Abgang eine Lücke - Ralf Schumacher nur phasenweise mit Glanzlichtern

Die DTM-Saison 2011 bildete den Abschluss einer Ära in der beliebten deutschen Tourenwagen-Serie. Ab 2012 kommt mit BMW neue Konkurrenz in die Szene, alle Hersteller bringen neue Autos auf die Strecken. Das abgelaufene Jahr in der DTM bot viel Action, neue Reifen von Hankook, reichlich Diskussionsstoff und einige große Überraschungen. Wir blicken auf die Saison 2011 zurück. Heute: HWA-Mercedes.

Die Mannschaft um Teamchef Gerhard Ungar konnte die Saison 2011 mit großem Selbstbewusstsein angehen, denn immerhin hatte man im Vorjahr Paul di Resta zum Champion gemacht. Der Schotte wechselte anschließend zwar in die Formel 1, doch bei HWA war man sicher, diese Lücke mit schnellen Männern aus dem eigenen Lager füllen zu können. Bruno Spengler, Gary Paffett, Jamie Green und Ralf Schumacher sollten es richten - schafften dies aber kaum.

Spengler war im Lager des Teams aus Affalterbach der einzige Pilot, der den Erwartungen gerecht werden konnte. Der Kanadier siegte sofort zum Saisonstart in Hockenheim, setzte sich mit weiteren starken Leistungen und einem weiteren Rennerfolg am Norisring an der Spitze fest. Doch es folgte der für Spengler schon typische wenig goldene Herbst. Statt glänzenden Fahrten gab es fortan Tristesse. Nur vier Punkte aus den letzten vier Saisonrennen warfen ihn auf Gesamtrang drei zurück.

Spengler hebt in seiner persönlichen Betrachtung des Jahres 2011 die positiven Aspekte hervor: zwei Siege, vier Pole-Positions. "Insgesamt war es also ein gutes Jahr für uns", fasst er zusammen. Der entscheidende Rückschlag im verlorenen Titelkampf war sicherlich der technische Defekt in der Magdeburger Börde. "Die null Punkte in Oschersleben haben uns viel gekostet", so Spengler rückblickend. Nach dem Abschluss des Jahres verließ der Kanadier Mercedes und dockte für 2012 wie erwartet bei BMW an.

Green kann's nicht nur am Norisring

Jamie Green war über weite Strecken der Saison eine Art "graue Maus" im farbenfrohen Starterfeld der DTM. Der Brite war zwar meist sehr konstant unterwegs, aber wirklich nur selten richtig schnell. Seinen ersten Podestplatz nach der Rückkehr in die neuere Mercedes-C-Klasse feierte Green als Zweiter am Norisring - wo auch sonst? Die Krönung erfolgte mit dem Sieg beim Finale in Hockenheim. "Ich bin stolz, dass ich das letzte Rennen mit diesen Autos gewinnen konnte", sagt Green.

Das glanzvolle Ende des Jahres darf jedoch nicht über die Probleme hinwegtäuschen, die der 29-Jährige aus Leicester im Verlauf der Saison immer wieder hatte. "Ich habe verstanden, warum ich dieses Jahr nur einmal gewinnen konnte", erklärt Green und setzt somit ein kämpferisches Signal für die Zukunft. Gemessen an seinem namhaften Kollegen Gary Paffett muss er sich ohnehin nicht verstecken. Der DTM-Champion von 2005 war das Sorgenkind in Reihen von HWA.

Als "eine schwierige Saison" bezeichnet der Formel-1-Testpilot von McLaren sein Motorsportjahr 2011. "Es gab einige wenige Highlights, leider aber auch viele Momente, die man unter dem Motto 'Pechsträhne im Motorsport' abhaken muss. So ist es eben manchmal." Der Brite musste sich als eine der Speerspitzen von Mercedes regelrecht durchbeißen, kam im gesamten Verlauf des Jahres nicht ein einziges Mal auf das DTM-Podest.

Paffett im Pech, Schumacher im Aufschwung

Wenn ein Vollgastier wie Gary Paffett die vierten Plätze vom Lausitzring sowie aus Oschersleben und Brands Hatch als Highlights des Jahres bezeichnen muss, dann stimmt etwas nicht. Der Brite will nach Gesamtrang sieben nur noch schnell einen Haken an die Sache machen. Genaue Analysen seien vor dem Wechsel zu den neuen Autos ohnehin müßig, so der Ansatz. "Hoffentlich wird nächstes Jahr wieder erfolgreicher", richtet der Ex-Champion den Blick konsequent nach vorn.

Ähnlich wird auch Ralf Schumacher durch den Winter gehen. Allerdings hätte der deutsche Ex-Formel-1-Star mindestens zwei Gründe, auch noch einmal genüsslich über die Saison 2011 nachzudenken. Schumacher machte seine Ankündigung, sich in der DTM zu steigern, in den ersten Rennen des Jahres wahr. Beim Auftakt in Hockenheim fuhr er mit Rang drei seinen ersten Podestrang ein, Anfang Mai schrammte er als Zweiter in Spielberg nur knapp am Sieg vorbei.

Was anschließend folgte, war jedoch eher wieder das, was man von Ralf Schumacher aus den Vorjahren gewohnt war. Einzelne kleine Highlights wechselten sich mit Nullnummern ab. Der gute Start war der Fähigkeit des Kerpeners geschuldet, sich schnell auf neue Reifen einstellen zu können. Kaum hatten die Konkurrenten auch einen Draht zum Hankook-Gummi gefunden, war der Mercedes-Superstar wieder im Mittelfeld.

"Ich bin mit meiner Saison zufrieden und konzentriere mich jetzt voll auf die Test- und Entwicklungsarbeit mit dem neuen Auto für 2012 - dann greifen wir wieder voll an", richtet Schumacher den Blick auf das kommende Jahr. Der Ex-Formel-1-Pilot wurde frühzeitig von Mercedes bestätigt, wird also 2012 in seine fünfte DTM-Saison gehen. "Es wird einen guten Wettbewerb geben und wir werden dabei sein", so die Ansage von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Statistik: HWA-Mercedes 2011:

Bruno Spengler
Siege: 3
Pole-Positions: 4
Schnellste Rennrunde: 2
Podestplätze: 5
Punkte: 51
Gesamtrang 2011: 3

Jamie Green
Siege: 1
Pole-Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 2
Podestplätze: 2
Punkte: 35
Gesamtrang 2011: 5

Gary Paffett
Siege: 0
Pole-Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 0
Podestplätze: 0
Punkte: 25
Gesamtrang 2011: 7

Ralf Schumacher
Siege: 0
Pole-Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 0
Podestplätze: 2
Punkte: 21
Gesamtrang 2011: 8

Fotoquelle: xpb.cc

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