Christian Vietoris will in seiner zweiten DTM-Saison durchstarten

DTM 2012

— 15.04.2012

Vietoris: "Will die Chance nutzen"

Christian Vietoris ist bei Mercedes in das HWA-Team aufgestiegen - Da die Karten neu gemischt sind, will der 23-Jährige seinen ersten DTM-Sieg holen

Christian Vietoris ist in der Saison 2012 voll und ganz DTM-Fahrer. Im Vorjahr fuhr der 23-Jährige noch parallel in der GP2-Serie. Gemeinsam mit Roberto Merhi und Robert Wickens bildet der Deutsche das neue Mercedes-Juniorteam. Bei der Verteilung der Cockpits ist Vietoris in ein Topteam gekommen. Er fährt neben Gary Paffett, Ralf Schumacher und Jamie Green für die Speerspitze HWA. "Ich freue mich sehr und bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bruno ist weggegangen. Ich hatte eine relativ gute Saison im Vorjahreswagen. Von den Resultaten war es vielleicht nicht so ersichtlich, aber Mercedes konnte die Leistung ziemlich gut einschätzen. Ich möchte die Chance nutzen", sagt Vietoris.

Diese Chance nutzte er bei den letzten Testfahrten in Hockenheim. Er stellte mit dem neuen Silberpfeil die Bestzeit auf. Ob das schon ein Indikator für das Kräfteverhältnis in der "neuen " DTM ist, kann Vietoris aber nicht beurteilen. Erst das Qualifying beim Saisonauftakt in Hockenheim wird zeigen, wer das schnellste Auto gebaut hat. Vietoris ist "sehr gespannt. Die Testerei ist schön und gut und natürlich wichtig. In Hockenheim kommt es dann darauf an. Jetzt will man langsam auch wissen, wo man steht. Man hat viel getestet, viel gearbeitet. Jetzt will man Klarheit haben."

"Man hatte das Gefühl, dass Audi in Valencia gezeigt hat, was sie können. Wir haben eher die Handbremse angezogen, das ist mehr die Mercedes-Art, denke ich. Das macht uns zu einem unberechenbaren Faktor. Wir wissen selbst nicht zu 100 Prozent, wo wir stehen, denn wir sind das Auto noch nie unter Qualifying-Situation gefahren. Das wird sicher interessant, auch wo BMW steht, denn sie betreiben einen großen Aufwand."

Bei HWA verfügt Vietoris über Topmaterial. Deshalb hat ihn auch Manuel Reuter, der ITC-Champion von 1996, auf der Rechnung. "Bei Mercedes glaube ich, dass neben Paffett und Green der Vietoris einer ist, der ein kräftiges Wörtchen mitreden kann", findet Reuter. In erster Linie geht es für Mercedes darum, die Konkurrenz von Audi und BMW in Schach zu halten. Deshalb ist der teaminterne Kampf für Vietoris zunächst zweitrangig.

"Wir sehen nicht direkt den Konkurrenzkampf untereinander. Bei den ersten Rennen werden wir sehen, wo wir stehen. Klar wird sich über die Saison herauskristallisieren, wer um die Meisterschaft mitkämpft. Ich denke nicht, dass es realistisch ist, dass ich es sein werde", glaubt Vietoris. "Ich muss mich erst in der HWA-Mannschaft einleben. Die Abläufe sind deutlich anders."

"Diese Mannschaft hat das Auto mitentwickelt, weshalb die Rennwochenenden auch anders ablaufen werden. Daran muss ich mich erstmal gewöhnen. Ich werde mich an den ersten drei Rennwochenenden einleben und hoffe, dass ich dann Speerspitzen wie Gary Paffett herausfordern kann. Wir sind trotzdem ein Team. Für Mercedes gilt es, Audi und BMW zu schlagen."

Generell ist Vietoris vom neuen C-Coupe begeistert. "Das Auto ist tiefer und breiter und dementsprechend das bessere Rennauto. Wir haben breitere Reifen, die mehr mechanischen Grip bieten. Dafür hat man aerodynamischen Grip weggenommen, damit das Racing besser wird. Ich denke, das könnte auch funktionieren. Die Schaltwippen erleichtern das Fahren, man hat jetzt beide Hände am Lenkrad. Es ist mit Sicherheit die richtige Richtung."

Vietoris kommt vom Formelsport und die DTM-Boliden sind bekannt dafür, sich mehr wie ein Formelauto anzufühlen als wie ein Tourenwagen. "Es ist ein absoluter Prototyp", sagt der 23-Jährige. "Wenn man sieht, wie viel Technik im Auto steckt, ist es absolut ein heißes Auto. Es kann aus technischer Hinsicht mit der Formel 1 mithalten."

Auch Hankook hat neue Reifen für die brandneuen Boliden entwickelt. Das ist auch beim Fahren spürbar. Der Unterschied ist "recht groß. Das ist deutlich spürbar. Man sieht schon optisch, dass der Reifen größer geworden ist. Er bietet mehr mechanischen Grip und vermittelt ein besseres Feedback an der Lenkung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Auto in langsamen Kurven etwas schneller geworden."

"In schnellen Kurven vielleicht etwas langsamer, weil die Aerodynamik beschnitten wurde. Der Reifen funktioniert aber sehr gut." Die große Frage ist, ob die Reifen dabei helfen, mehr Überholmanöver zu erzeugen. "Ich hoffe es. Theoretisch müsste es helfen. Das Feld war aber schon im Vorjahr sehr eng zusammen. So eng muss es erst einmal werden."

2011 fuhr Vietoris nur einmal in die Punkteränge. Da die Karten jetzt neu gemischt sind, sind seine Ziele deutlich höher. "Mit Sicherheit ein Sieg. Wir fahren nicht umsonst im Kreis. Wer hier fährt, der will gewinnen. Das ist bei mir auch die Zielsetzung", sagt der Mercedes-Pilot klar. "Ich denke, in diesem Jahr habe ich die Möglichkeit dafür. Ich hatte eine sehr gute Saisonvorbereitung und bin körperlich fit. Ich habe viele Tage im Auto verbracht und kenne es in und auswendig. Zum ersten Mal seit langem bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort."

Fotoquelle: xpb.cc

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