Maro Engel wird als AMG-Botschafter demnächst im SLS GT3 fahren

DTM 2012

— 23.04.2012

Engels DTM-Abschied: "Es war absehbar"

Maro Engel kehrt der DTM nach vier Jahren in Mercedes-Diensten den Rücken: Der neue AMG-Botschafter blickt zurück auf seine Highlights

Die vergangene Saison in der DTM war eine Art Shootout in zehn Durchgängen. Schon 2011 stand fest, dass Audi und Mercedes die Anzahl von Fahrzeugen in der DTM zum Folgejahr reduzieren würden, daher gab es einen intensiven Kampf um Vertragsverlängerungen. Bei Audi blieb Oliver Jarvis auf der Strecke. Der Brite ist ab sofort im GT- und Langstreckenprogramm der Ingolstädter untergebracht. Bei Mercedes gab es mehr als einen Abschied.

Renger van der Zande setzte sich in seiner Rookiesaison nicht entscheidend in Szene. Der Niederländer fährt 2012 im Porsche-Supercup und im LMP2-Prototypen von Lotus. Bruno Spengler wechselte zu DTM-Rückkehrer BMW und Maro Engel ging nach vier Jahren in Diensten der Stuttgarter leer aus. "Ich habe mich im Winter auf mein Training konzentriert. Das hatte nach der Herzmuskel-Entzündung, die im November festgestellt worden war, absolute Priorität", sagt Engel auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Die Leistungen des Müncheners litten 2011 oftmals unter der angeschlagenen Gesundheit. Erst nach dem Saisonende war die Krankheit festgestellt worden. "Das war zuerst natürlich ein Schock", sagt Engel. "Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas sein könnte. Ich war in der zweiten Saisonhälfte nicht leistungsfähig, war ständig müde. Die Zeit zwischen den Rennen habe ich für die Regeneration gebraucht."

"Instinktiv habe ich es richtig gemacht. Weil ich mich geschont habe, ist die Entzündung abgeklungen. Es hätte sonst schlimmer ausgehen können, sagten mir die Ärzte", erklärt der 26-Jährige mit Wohnsitz in Monaco. Während er seitens Mercedes eine Entscheidung bezüglich des DTM-Kaders erwartete, absolvierte Engel ein intensives Fitnessprogramm. Viel Radsport stand auf dem Programm, unter anderem mit Profi Linus Gerdemann.

"Dank meinem neuen Fitnesstrainer Christoph Lörcks bin ich jetzt in der besten Verfassung aller Zeiten. Beim letzten Test waren wir von meinen Werten regelrecht positiv geschockt. Mir geht es blendend", freut sich Engel über seine neuen Kräfte. "Ich habe mich natürlich auch damit beschäftigt, wie mein Karriereweg nun weitergeht. Keine Frage, ich wäre auch in dieser Saison gern am Start gewesen. Ich denke, die DTM hat eine sehr gute Zukunft vor sich."

"Es war nicht so, dass mir erst zwei Minuten vor Zwölf bescheid gegeben wurde. Es war ab einem gewissen Zeitpunkt abzusehen", sagt Engel über seine Phase der Ungewissheit. "Ich habe aus den vier Jahren DTM sehr viel mitgenommen, ich habe sehr viel gelernt. Es war die härteste Serie, in der ich jemals an den Start gegangen bin. Die DTM ist auf einem Topniveau. Ralf Schumacher oder David Coulthard werden sicherlich bestätigen, dass die Formel 1 kaum härter ist. Als Rennfahrer wirst du absolut gefordert."

"Ich hatte unter anderem David Coulthard, Mathias Lauda und Ralf Schumacher als Teamkollegen. In jedem Jahr bin ich als der schnellere Fahrer hervorgegangen, auch wenn es im Duell gegen Ralf vielleicht etwas gedauert hat. Wenn man mir das vor vier Jahren gesagt hätte, dann hätte ich große Augen bekommen. Es war eine kontinuierliche Entwicklung", blickt Engel auf seine insgesamt 42 Einsätze in der DTM zurück. Die ersten Punkte gab es zum Start in seine zweite Saison im Jahr 2009: Platz sechs in Hockenheim.

"In Erinnerung bleiben Events wie in Dijon 2009. Dort hatte ich den Speed für die Pole-Position", sagt Engel, der in jenem Rennen als Zwölfter keine Punkte holte. "In Q1 und Q2 war ich schnellster Mann, aber dann fing es in Q3 leider zu regnen an. Startplatz fünf war gut. Noch besser war aber das Gefühl, dass man mit einem Jahreswagen ganz nach vorne fahren konnte. So etwas nimmt man mit. Auch am Norisring hatte ich viele schöne Rennen."

"Die Duelle waren auch toll. Seltsamerweise ist es so, dass ich über die Jahre hinweg meine intensivsten Duelle mit Martin Tomczyk ausgefochten habe. Keine Ahnung, warum, aber wir haben uns wohl oft in den gleichen Regionen befunden. Es gab viele interessante Momente", erklärt er. Im vergangenen Jahr gab es oft unliebsame Begegnungen mit Audi-Rookie Edoardo Mortara - abgehakt. "Ganz ehrlich: Ich hätte gern mal die Chance gehabt, mit neuestem Material zu zeigen, was möglich wäre."

Dazu kommt es nun nicht mehr. Engel wird innerhalb der Mercedes-Familie einen anderen Weg einschlagen. "Ich werde Markenbotschafter von AMG und meine Kollegen Thomas Jäger, Bernd Schneider und Karl Wendlinger unterstützen. Ich werde Instruktor in der AMG-Driving-Academy und unterstütze die Kundenteams. Darauf freue ich mich, denn es ist damit verbunden, dass ich einige Rennen im SLS GT3 fahren werde - vielleicht sogar mehr Rennen als in den Vorjahren in der DTM." Der Ex-DTM-Pilot soll auch bei der weiteren Entwicklung des Autos helfen.

Engel könnte unter anderem in der GT1-Weltmeisterschaft, aber auch auf der Nürburgring-Nordschleife zum Einsatz kommen. Auf sein neues Gefährt freut er sich. "Nicht einmal die größten Optimisten hätten wohl erwartet, dass mehr als 40 AMG SLS GT3 verkauft würden. Das ist ein riesiger Erfolg", sagt er. "Dieses Auto bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ich würde zum Beispiel gern die 24 Stunden von Spa-Francorchamps fahren. Die GT1-WM ist auch sehr spannend, dort würde ich auch sehr gern dabei sein. Die Nordschleife ist ein Thema, mit dem ich bisher noch nicht so viel Erfahrung habe, aber das möchte ich nachholen."

Fotoquelle: xpb.cc

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