Die Gridgirls tragen 2012 die Namenstafeln von einigen Neuzugängen

DTM 2012

— 26.04.2012

Übersicht: Das ist die DTM 2012

Der Start in eine neue Ära: 22 Autos, drei Hersteller, neue Piloten und ein verändertes Regelwerk - Die Kernpunkte der "neuen DTM" zusammengefasst

Am morgigen Freitag beginnt in Hockenheim die neue Ära der DTM. Die Serie, die ursprünglich als Deutsche-Tourenwagen-Meisterschaft viele Fans begeisterte, trat als Deutsches-Tourenwagen-Masters im Jahr 2000 ein neues Zeitalter ein, nun wird die dritte Stufe gezündet. Der prägnante "Rufname" bleibt gleich: DTM. Dennoch gibt es zur Saison 2012 sehr viele Veränderungen. Die auffälligste: BMW feiert sein Comeback und erweitert den Kreis der teilnehmenden Hersteller auf drei.

Audi und Mercedes werden jeweils acht neue Autos an den Start bringen, Rückkehrer BMW agiert im Jahr des Comebacks mit sechs Fahrzeugen. Die Münchener gehen 2012 mit dem amtierenden Champion Martin Tomczyk, der bisherigen Mercedes-Speerspitze Bruno Spengler und vier DTM-Neulingen an den Start: Andy Priaulx, Augusto Farfus, Dirk Werner und Joey Hand. Drei Teams sind für den Einsatz verantwortlich: Schnitzer, RBM und RMG.

Neue Gesichter in der DTM

Im Lager von Audi gab es kaum Veränderungen im Fahrerkader. Der zuletzt nur mäßig erfolgreiche Oliver Jarvis wurde mit anderen Aufgaben betraut, der Rest der Mannschaft blieb beisammen. Für Abt gehen Mattias Ekström, Timo Scheider, Rahel Frey sowie Rookie Adrien Tambay an den Start. Das 2011 mit Tomczyk erfolreiche Team Phoenix betreut die A5 von Mike Rockenfeller und Miguel Molina. Die beiden starken Rookies von 2011, Edoardo Mortara und Filipe Albuquerque, sind weiterhin bei Rosberg.

In Reihen von Mercedes gibt es einige Neuerungen. Die Stuttgarter lassen ihren Juniorkader wieder aufleben, der Anfang der 1990er-Jahre die prominenten Vollgas-Helden Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger hervorgebracht hatte. In diesem Jahr gehören dem Nachwuchskader Christian Vietoris (HWA) sowie die beiden DTM-Rookies Roberto Merhi (Persson) und Robert Wickens (Mücke) an.

In der HWA-Mannschaft gelten Gary Paffett, Jamie Green und Ralf Schumacher neben Vietoris als Hoffnungsträger für die Saison. Susie Wolff (Persson) und David Coulthard (Mücke) runden den achtköpfigen Kader von Mercedes ab. Der schottische Ex-Formel-1-Pilot ist mit 41 Jahren der älteste Fahrer im Starterfeld der DTM 2012, Markenkollege Roberto Merhi, der 2011 die Formel-3-Euroserie für sich entscheiden konnte, ist mit 21 Jahren der jüngste Pilot.

Neue Autos in der DTM

Das neue Technische Reglement der DTM, das den Einsatz von rund 50 Einheitsbauteilen umfasst, machte den Bau komplett neuer Fahrzeuge für das Jahr 2012 nötig. Alle drei Hersteller bauten ihre Boliden als Coupés. Audi fährt mit dem A5 DTM, Mercedes mit dem C-Klasse Coupé und BMW mit dem M3. Im Vergleich zu den vorherigen Autos sind die neuen Fahrzeuge länger (5.010 Millimeter), flacher (1.210 Millimeter) und breiter (1.950 Millimeter).

"Heckflügel, Frontsplitter und Diffusor sind beispielsweise Einheitsteile. Der größte Unterschied ist aber tatsächlich, dass wir nun Coupés anstatt der bisherigen Viertürer haben", sagt Mercedes-Pilot Paffett. "Es gibt Unterschiede, aber es ist immer noch ein DTM-Auto." Im Inneren werden die Piloten von einer neuen Kombination aus Kohlefaser-Monocoque und Stahlrahmen geschützt. "Feuerlöscher und Tank sind innerhalb des Monocoques. Außerdem hat jedes Auto sechs Crashboxen, um den Fahrer zu schützen", so Paffett.

Weil ab 2012 bei den zwei obligatorischen Boxenstopps im Rennen kein Nachtanken mehr erlaubt ist, fassen die Tanks der DTM-Autos in diesem Jahr 120 Liter Kraftstoff (bisher 70 Liter). Die Stopps, bei denen im Rennen die Räder gewechselt werden, dürften in der neuen Saison nur noch drei Sekunden dauern. Dies entspricht in etwa der Zeit, die ein 500 PS starkes DTM-Auto für die Beschleunigung von Null auf 100 km/h benötigt.

Neue Regeln in der DTM

Die neuen Boliden sind etwas schwerer als ihre Vorgänger. Die DTM-Autos haben 2012 per Reglement ein Mindestgewicht von 1.100 Kilogramm. Das Gewicht des Fahrers ist mit 85 Kilogramm bereits darin enthalten. Alle Piloten müssen die Differenz zwischen ihrem Körpergewicht und den 85 Kilogramm als Ballast mitführen. Das Mindestgewicht darf zu keinem Zeitpunkt eines Rennwochenendes unterschritten werden.

Die Entwicklung der Fahrzeuge ist teilweise eingefroren. Seit der Homologierung am Stichtag 1. März 2012 stehen die wichtigsten Komponenten fest. Im Bereich der Aerodynamik sind kaum noch Veränderungen möglich, allerdings gibt es bezüglich der Kinematik einigen Spielraum. Die Hersteller dürften ihre Aufhängungselemente während der Saison deutlich verändern. Dies ist vor allem wichtig, um das Zusammenspiel von Fahrzeug und Reifen zu optimieren.

Hankook ist auch 2012 exklusiver Ausstatter der DTM. Die Südkoreaner bringen jedoch ein verändertes Reifenformat in die Serie. Die Pneus mit der Typenbezeichnung "Ventus" sind nun deutlich größer. Gefahren werden Reifen des Formats 300/680-18 an der Vorderachse und 320/710-18 an der Hinterachse. "Es fühlt sich ganz anders an, weil die Reifen breiter und höher sind", erklärt Paffett. "Es gibt spürbar mehr mechanischen Grip und die Reifen halten länger."

Zu den Einheitsbauteilen der DTM-Autos gehört auch die Gangwechsel-Einheit. Alle Hersteller haben ein Getriebe von Hersteller Hewland verbaut. Geschaltet wird neuerdings mit Wippen am Lenkrad, wie man sie seit Jahren aus der Formel 1 kennt. "Es gibt keinen Schaltknüppel mehr", sagt Paffett. "Ich kenne solche Systeme aus der Formel 1. Es macht es uns Fahrern einfacher. Beim Anbremsen kann man mehr ans Limit gehen. Beim Überholen auf der Bremse passieren nicht so schnell Fehler, es blockiert nicht mehr so leicht."

Neue Punkte in der DTM

Das Wochenend-Format der DTM bleibt nahezu unverändert. Einzig werden die bisher 90-minütigen Trainings am Freitagnachmittag und Samstagmorgen nun jeweils nach 45 Minuten für zehn Minuten unterbrochen. Die Qualifikation wird weiterhin in vier Durchgängen (Q1 bis Q4) durchgeführt. Die Rennen werden auch 2012 über jeweils rund 180 Kilometer Distanz ausgetragen. Im Kalender stehen zehn Veranstaltungen, im Sommer findet erneut ein Showevent in München statt.

Einige Neuerungen gibt es bei den DTM-Wertungen. Die Serie folgt nun bei der Punktevergabe dem Vorbild der Formel 1. Der Sieger wird ab 2012 demnach 25 Punkte bekommen, die neun folgenden Piloten bekommen Zähler in der Reihenfolge 18-15-12-10-8-6-4-2-1. Neben der Fahrerwertung und dem Teamklassement gibt es in diesem Jahr erstmals sein 2005 wieder eine Herstellerwertung. In diese fließen die Ergebnisse der jeweils sechs bestplatzierten Piloten der drei Hersteller ein.

"Das darf man nicht so hoch hängen", meint Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, "denn die Fahrermeisterschaft steht immer noch im Vordergrund. Natürlich profitiert die Marke von Siegern und Siegen. Mercedes hat sich in den vergangenen Jahren immer darauf besinnt, von Veranstaltung zu Veranstaltung auf Sieg zu gehen. Am Ende wurde dann zusammengezählt. Damit sind wir als Marke immer gut gefahren."

Fotoquelle: xpbimages.com

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