Bruno Spengler blieb fehlerfrei und sicherte sich damit den ersten Startplatz

DTM 2012

— 05.05.2012

"Geiles Gefühl": Spengler/Farfus lassen BMW jubeln

Augusto Farfus schnellster Mann, Bruno Spengler auf Pole: Wiedereinsteiger BMW darf nach dem zweiten Qualifying der Saison erstmals richtig jubeln

Nach Q2 war Sportchef Jens Marquardt noch zurückhaltend: "Drei Autos in den Top 10 zu haben, ist ein Riesenerfolg", zeigte er sich während des Qualifyings auf dem Lausitzring schon früh zufrieden. Anscheinend dämmerte ihm aber da schon, dass es mit dem ganz großen Coup klappen könnte, denn auf die Frage, ob die Pole-Position möglich sei, entgegnete er vor laufender 'ARD'-Kamera: "Bisher sieht's so aus, aber es geht ja noch zwei Sessions lang."

Als dann Augusto Farfus (mit absoluter Tagesbestzeit von 1:17.840 Minuten) und Bruno Spengler auch nach Q3 noch Erster und Dritter waren, konnte der Deutsche sein Glück kaum noch fassen: "Zwei Autos in Q4 - das ist natürlich Wahnsinn!" Allerdings hätte er eher im Pole-Kampf eher mit Farfus als mit Spengler gerechnet, denn der hatte in den ersten drei Abschnitten mit den Plätzen zwei, eins und eins gezeigt, "wie viel Feuer im Brasilianer steckt".

Früher Fehler von Farfus

Womöglich ein bisschen zu viel, denn Farfus warf die mögliche Pole-Position schon in der ersten Kurve weg: "In Q4 hatte ich einen kleinen Fehler in der ersten Kurve. Das hat die Pole gekostet, aber ich bin trotzdem glücklich", trauert der ehemalige WTCC-Haudegen der historischen ersten BMW-Pole-Position nach dem Wiedereinstieg nicht nach. Ausschlaggebend war vielleicht, dass er um drei Runden mehr (19) brauchte als Spengler (16), um das Top-4-Finale zu erreichen.

Und dann war die Situation des Einzelzeitfahrens natürlich auch ungewohnt: "Ich wusste nicht, was mich erwartet. Ich hatte keine Ahnung, wie sehr ich attackieren oder die Reifen aufwärmen kann. Das war also eine Lernstunde", gibt Farfus zu. Spengler erwischte eine saubere Runde - und das war genug. Aber: "Ich war heute nicht der Schnellste - Augusto war sehr schnell, besonders in Q3", weiß der Kanadier. "Aber meine Q4-Runde war ganz in Ordnung, deswegen stehe ich vorne."

"Zum zweiten Rennen zu kommen und in der ersten Reihe zu stehen, damit hätten wir sicher nicht gerechnet", jubelt Spengler, der sich eigenen Angaben nach "nie" Gedanken darüber gemacht hat, ob sein Wechsel von Mercedes zu BMW richtig war: "Es ist einfach ein neues Kapitel meiner Karriere." Und heute ein besonders schönes: "Eine Pole ist immer ein geiles Gefühl, aber meine erste Pole mit BMW ist natürlich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich sehr darüber!"

"Ich freue mich für das ganze Team. Wir sind in der ersten Reihe. Für mich ist das etwas Enormes: neues Team, neue Herausforderung, im zweiten Rennen auf Pole. Vielen Dank ans Team", denkt Spengler an seine fleißige Crew. "Das zeigt die Riesenarbeit, die im Winter gemacht wurde. Ich hoffe, wir können so weitermachen. Was heute passiert ist, haben wir, und dann schauen wir weiter. Heute war auf jeden Fall ein geiler Tag für uns."

Marquardt dankt überarbeiteter Crew

Sportchef Marquardt stimmt in diesen Euphoriegesang mit ein: "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl", strahlt er. "Erstmal wirklich ein Riesendankeschön an die ganze Mannschaft. Die Woche war wirklich hart nach dem Wochenende in Hockenheim. Ich habe zuerst nur daran gedacht, hier sechs Autos ganz hinzukriegen. Das hat super geklappt. Jetzt am Samstag hier zu stehen und Bruno und Augusto auf eins und zwei zu haben, ist einfach unbeschreiblich."

"Drei Autos in den Top 10 im Qualifying, jedes Team eins drinnen gehabt - das zeigt, dass die Breite da ist. Alle haben einen fantastischen Job gemacht. Und das im zweiten Rennen für BMW nach dem Comeback - der absolute Hammer", jubelt Marquardt. Aber Punkte werden bekanntlich erst morgen vergeben: "Das Rennen ist eine andere Geschichte - wir werden sehen, wie sich das entwickelt", weiß Polesetter Spengler.

Er habe im Freien Training "ein bisschen Mühe" gehabt, räumt Spengler ein und ergänzt: "Das Rennen ist natürlich eine andere Geschichte - über die Distanz müssen wir schauen, ob wir wirklich auf dem Niveau von den anderen sind. Aber auf eine Runde waren wir da. Wir müssen weiter Erfahrung sammeln, speziell im Rennen, über die Distanz. Aber jetzt schauen wir mal, wie das von da aussieht."

Spengler: Respekt vor Mercedes

"In Hockenheim hatten wir Pech, daher konnten wir im Rennen nicht zeigen, was möglich gewesen wäre", findet er. "Die Mercedes-Jungs waren sehr schnell und wir wissen nicht, ob wir dieses Niveau erreicht hätten. Unser Ziel ist zunächst ein sauberer Start und saubere erste Kurven, ohne Unfälle. Und wenn ich dann noch führe, werde ich alles geben, um davonzuziehen, aber diese Jungs werden mir das nicht leicht machen, denn über die Distanz ist es ziemlich eng."

Und mit Farfus hat er einen Gegner im eigenen Team, der "wie ein Pferd" kämpfen will und von den angeblichen BMW-Schwierigkeiten im Renntrimm nichts wissen will: "Ich werde versuchen, gut zu starten. Es ist ein langes Rennen, aber ich kann auch über die Distanz ein gutes Tempo gehen. Das Auto ist gut, ich fühle mich gut auf die Strecke. Ich kann gar nicht erwarten, dass es losgeht", spuckt der Brasilianer große Töne.

"Hockenheim war ganz schwierig, da hatten wir viele Probleme. Ich war sehr enttäuscht, weil ich dort nicht zeigen konnte, was in mir steckt. Aber hier habe ich ein super Qualifying geschafft", fährt er fort. "Ich habe schöne Erinnerungen an den Lausitzring, denn hier fand einer unserer ersten DTM-Tests statt. Das Auto war damals noch ganz anders, aber ich mag die Strecke. Es ging aber eigentlich nur darum, ein sauberes Wochenende hinzubekommen."

Steigerung nach Hockenheim

Denn: "In Hockenheim hatte ich viele Probleme. Ich konnte nicht genug trainieren, dann hat das Setup im Qualifying nicht gepasst, das Problem mit dem Heckflügel. Da konnte ich meine wahre Leistungsfähigkeit nicht zeigen", erinnert er sich an den Saisonauftakt vor gerade mal einer Woche. "Umso mehr habe ich mich auf hier gefreut, denn ich wusste, dass wir ein tolles Auto haben - Hockenheim hat das bewiesen."

Seinen DTM-BMW mag Farfus "seit der ersten Runde", denn: "Er passt zu meinem Fahrstil." Wie man heute unschwer erkennen konnte. Der 28-Jährige hatte den besten Speed aller Piloten und wäre nur zu gerne auf Pole-Position gefahren - selbst nach dem Fehler im ersten Sektor kam er noch bis auf 38 Tausendstelsekunden an Spengler heran. "Natürlich" sei er enttäuscht, streitet er gar nicht ab, "aber man muss das Gesamtbild sehen."

"Das gehört zum Lernprozess, genau wie all die Fehler und Probleme in Hockenheim. Wir haben all das in eine Tasche gesteckt und daraus gelernt", so Farfus. "Ich war das erste Mal in Q4, es war mein erstes richtiges DTM-Qualifying. Natürlich wollte ich die Pole-Position, denn ich wusste, dass ich den Speed habe, aber ich arbeite für BMW - und zwei BMWs in der ersten Reihe zu haben, ist besser, als würde nur ich selbst auf Pole-Position stehen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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