Wolfgang Ullrich ist mit dem momentanen Abschneiden nicht zufrieden

DTM 2012

— 06.05.2012

Ullrich: "Fanden nicht das richtige Setup-Fenster"

Sportchef Wolfgang Ullrich analysiert die Ursachen für die mäßige Audi-Performance und kündigt nun harte Arbeit für die Aufholjagd an

Zwar brachte Audi auf dem Lausitzring als einziger der drei DTM-Hersteller gleich vier Autos in die Top 10, doch Speerspitze der Ingolstädter war Mattias Ekström auf dem fünften Platz - mit mehr als 20 Sekunden Rückstand. In der Herstellerwertung liegt Audi momentan an dritter und letzter Stelle, bereits 44 Punkte hinter Spitzenreiter Mercedes. In der Fahrerwertung ist Ekström der bestplatzierte "Audianer", aber selbst dem Vierten der Punktetabelle fehlen 18 Zähler auf Gary Paffett. Das entspricht einem zweiten Platz bei gleichzeitigem Ausfall des Mercedes-Fahrers.

Frage: "Herr Ullrich, wie würden Sie das heutige Rennen zusammenfassen?"
Wolfgang Ullrich: "Zuerst einmal Gratulation an BMW - das war eine aufregende Leistung. Ihr erster Sieg in der neuen DTM ist ein großer Erfolg. Wir haben heute wieder einen sehr intensiven Kampf gesehen. Gary gab bis zum Schluss nicht auf, hat alles probiert."

Scheitert Audi nur am Setup?

"Leider konnten meine Jungs nicht wirklich eingreifen. Wir fanden nicht das richtige Setup-Fenster, in dem die Reifen so funktionieren, wie sie sollten. Bei einigen Autos des Abt-Teams haben wir das Setup zwischen Warmup und Rennen umgebaut. Ich glaube, das hat für Eki und Timo ganz gut funktioniert. Trotzdem müssen wir einen Schritt machen, um wieder so stark zu werden, wie wir uns das vorstellen."

Frage: "Der beste Audi-Fahrer auf Platz fünf: Ist das ein Ergebnis, das Sie sich heute so gewünscht haben? Ich kann mir vorstellen: abhaken und weiterziehen..."
Ullrich: "Keine Frage, dass das nicht das Ergebnis ist, von dem wir dachten, dass wir es erzielen können. Natürlich kann ich es jetzt positiv darstellen und sagen, dass wir immerhin vier Autos in den Punkten haben, aber es war ganz einfach nicht die Performance da, die wir gebraucht hätten, um um den Sieg mitzufahren."

"Wir waren selbstverständlich nicht mit der Performance unterwegs, die wir uns vorgestellt hatten. Zwischen Warmup und Rennen haben wir bei einigen Autos noch relativ heftig umgebaut, weil wir gesehen haben, dass wir nicht in das Performance-Fenster hineingetroffen haben, das man braucht, um den Reifen gut nutzen zu können - und wenn man auf den Plätzen acht und zehn steht, hat man ohnehin nicht so richtig viel zu verlieren. Eki und Timo waren zwei von denen."

"Im Rennen hat sich gezeigt, dass wir da in die richtige Richtung gegangen sind. Ich glaube, wir haben in diesem Rennen sehr, sehr viel gelernt, und wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um mit harter und konzentrierter Arbeit dafür zu sorgen, dass wir wieder dabei sind und wieder um Siege mitfahren können."

Setup-Umbau nicht ungewöhnlich

Frage: "Vergangene Woche haben Sie zwischen Warmup und Rennen auch umgebaut. Ist das ein Zeichen dafür, dass man die Autos noch weiter kennenlernen muss, weil man die Daten aus dem vergangenen Jahr nicht einfach 1:1 heranziehen kann?"
Ullrich: "Wir haben zwar komplett neue Autos, aber die Tatsache, dass wir das Setup zwischen Warmup und Rennen noch verändern, ist nichts Neues - das hat es in der DTM schon immer gegeben. Es gibt ein paar Rennfahrer, die brauchen das anscheinend generell. Die Frage ist natürlich, wie viel man umbaut - und heute haben wir recht heftig umgebaut."

Frage: "Wie erklären Sie sich den Rückstand heute? Waren es die kalten Bedingungen, haben Sie die Reifen nicht auf Temperatur bekommen? Kann man da schon etwas greifen?"
Ullrich: "Wir haben ganz einfach noch kein Setup gefunden, bei dem der Reifen auf unserem Auto für die gesamte Renndistanz gut funktioniert. Das ist ganz einfach viel Detailarbeit. Da sind wir dran. Heute haben wir im Rennen ein bisschen was gelernt, was wir gut nutzen können."

Frage: "Es gab heute bei allen ein paar Unkonzentriertheiten bei den Boxenstopps. Könnte eine Ursache dafür sein, dass die vergangenen drei, vier Wochen für alle unglaublich anstrengend waren?"
Ullrich: "Wenn sowas passieren sollte, muss man es in diesen Tagen entschuldigen, denn was von den Jungs in den letzten Wochen verlangt wurde, war wirklich übermenschlich. Sie haben alle mitsammen tolle Leistungen geliefert."

Lob für die Abt-Boxenstopps

"Aber ich muss sagen, wir haben heute wieder sehr gute Boxenstopps gesehen, insbesondere beim Abt-Team. Es gibt also auch ein paar, die sehr müde noch sehr gute Boxenstopps zusammenbringen. Die zwei Wochen, die jetzt kommen, sollten genutzt werden, um ein bisschen Ruhe in den normalen Ablauf zu bringen. Aber es gibt sehr viel Arbeit, damit wir unsere Autos wieder dorthin bringen, wo wir sie unbedingt haben möchten, nämlich siegfähig zu sein."

Frage: "Im vergangenen Jahr holte Audi in Brands Hatch die Pole-Position und gewann dann auch das Rennen. Dürfen wir das dieses Jahr wieder erwarten, zumal BMW, der Sieger von heute, nicht die große Erfahrung mitbringen kann?"
Ullrich: "Wir werden jetzt alles tun, was man tun kann, um in 14 Tagen in einer Position zu sein, dass wir um den Sieg fahren können. Die Jungs, die in den letzten Wochen ganz wenig ins Bett gekommen sind, wissen, dass jetzt wieder harte Zeiten auf sie zukommen. Aber die sind alle voll motiviert und möchten wieder ganz vorne mitmischen, so wie wir das früher auch immer gemacht haben."

"Wir trauen uns das auch zu. Es sind die ganz kleinen Kleinigkeiten, die den Unterschied machen, aber die müssen alle zusammenpassen. Das haben wir heute nicht hingekriegt, BMW hingegen perfekt. Bei Gary hätte es auch um ein Haar geklappt. Viel Arbeit für uns, aber wir sind stark motiviert, in Brands Hatch wieder um das Podium und den Sieg mitzureden."

Fotoquelle: Audi

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