Claus Lufen moderiert und immer weniger Menschen schauen dabei zu

DTM 2012

— 21.06.2012

DTM bei den TV-Quoten im Sinkflug

Der Zuschauerzuspruch ist 2012 rückläufig und untermauert den schwierigen Stand von Motorsport im deutschen Fernsehen - Nur die Formel 1 punktet

Packende Motorsport-Action, aber keiner merkt's? Der Eindruck drängt sich beim Blick auf die TV-Quoten der DTM auf. Das vergangene Rennen in Spielberg etwa lockte nur 1,49 Millionen Zuschauer vor die Fernsehgeräte, was einen Rückgang von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet. Das sinkende Interesse an den Übertragungen im 'Ersten' war mit Ausnahme des Saisonauftakts - wohl wegen der BMW-Rückkehr - ein Dauerphänomen.

Dennoch bleibt die DTM ein Anziehungspunkt eher für die jüngeren Zuschauer als für die älteren. Und um die kämpfen die öffentlich-rechtlichen Sender verzweifelt. Allerdings sollte bei den Zahlen aus dem GfK-Panel berücksichtigt werden, dass sie nicht die kontinuierlich ansteigende Nutzung des von der 'ARD' angebotenen Internet-Livestreams berücksichtigt - und gerade hier sind die unteren Alterskohorten zu finden.

Fünf Mal so viele Menschen sehen Formel 1

Im Gespräch mit 'Auto Bild motorsport' zeigt sich ITR-Boss Hans Werner Aufrecht besorgt: "Ich kann mir das nicht erklären. Die Rennen sind dramatisch, mehr kann man nicht versprechen", so der Vorsitzende des Dachverbandes. Eigentlich hat die DTM in der Saison alle Trümpfe in der Hand: Eine dritte Marke, viel Action auf der Strecke und mehrere Ex-Formel-1-Piloten, die einem Massenpublikum bekannt sind. An die Strecken pilgerten 2012 bisher rund 100.000 Fans mehr als im Vorjahr.

Was die Zahlen bedeuten, wird beim Blick auf die Quoten der Königsklasse deutlich: So war etwa der Formel-1-Grand-Prix von Bahrain, der zu einer vergleichbaren Sendezeit stattfand, mit 6,94 Millionen Zuschauern bei 'RTL' plus 0,36 Millionen beim Bezahlsender 'Sky' sowie einem Marktanteil von 37,6 Prozent viel erfolgreicher - und dabei war das Wüstenrennen kein besonderer Zuschauermagnet, die Formel 1 konnte bereits zweistellige Millionenwerte verbuchen.

Motorsport mit Schwierigkeiten im TV

Allerdings hat Motorsport - wenn nicht gerade die Königsklasse am Start ist - im deutschen Fernsehen auch sonst keinen leichten Stand. Das musste 'Sat.1' erfahren, als der Privatsender im vergangenen Jahr mit dem Race of Champions - immerhin mit Vettel und Schumacher - wenig berauschende 1,06 Millionen Zuschauer und rund sechs Prozent Marktanteil erreichte. Die Le-Mans-Zusammenfassung 2011 war ein Frontalaufprall: keine halbe Million sah zu. Ähnlich ergeht es dem Schwestersender 'Kabel eins' mit den Übertragungen des GT Masters.

Gegenüber 'Auto Bild motorsport' will ein namentlich nicht genannter 'RTL'-Redakteur den Grund für die TV-Krise der DTM erkannt haben: "Die 'ARD' präsentiert die DTM einfach zu langweilig. Da gibt es viel mehr Potenzial", meint der Fernsehmacher. Dafür spricht die große Diskrepanz zwischen dem Publikumsinteresse auf der Strecke und an den Bildschirmen. Dagegen, dass die 'ARD' mit einem ähnlichen Sendekonzept vor einigen Jahren noch deutlich erfolgreicher war.

Dass in den Augen der TV-Sender Potenzial in der deutschen Premium-Serie schlummert, scheint jedoch unstrittig: Nicht nur 'RTL' hatte Interesse daran, sich die Rechte zu sichern, auch 'Sat.1' soll mit der DTM geliebäugelt haben. Die 'ARD' hat den Vertag jüngst bis 2014 verlängert. Jetzt wird sich die Serie beweisen müssen. Gelingt dies nicht, könnte Sportkoordinator Axel Balkausky von seinem Plan, die Berichterstattung unverändert fortsetzen zu wollen, abrücken müssen.

Fotoquelle: xpb.cc

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