Jens Marquardt freut sich über die steile Lernkurve seines Teams

DTM 2012

— 04.07.2012

Marquardt: "Werden noch Lehrgeld bezahlen"

BMW-Motorsportchef Jens Marquardt wertet das Norisring-Rennen trotz des knapp verpassten Siegs als Erfolg, richtet sich aber auf Rückschläge ein

Die Schlussphase des DTM-Rennens auf dem Norisring war an Dramatik kaum zu überbieten. Bis kurz vor Rennende lagen Martin Tomczyk und Bruno Spengler an der Spitze. Im fünften Rennen nach der Rückkehr in die DTM sah es für BMW lange nach dem zweiten Sieg aus, doch von hinten stürmte Norisring-Spezialist Jaime Green heran. In der letzten Kurve des Rennens schob sich der Mercedes-Pilot an Tomczyk vorbei uns entriss BMW den sicher geglaubten Sieg.

"Das war schon bitter, das muss man sagen", blickt BMW-Motorsportchef Jens Marquardt im TV-Programm des 'Bayerischen Rundfunk' auf die rennentscheidende Szene zurück. Trotz der knappen Niederlage ist jedoch von Enttäuschung nur wenig zu spüren. "In der Newcomer-Saison auf einer Strecke, auf der wir noch nie unterwegs waren, mit vier Autos in die Top 10 zu fahren, und mit Platz zwei und drei auf dem Podium zu stehen, ist schon eine beeindruckende Leistung", so Marquardt. "Deswegen sind wir nach kurzer Enttäuschung mit dem Gesamtergebnis recht zufrieden."

Eine maßgebliche Rolle beim starken DTM-Comeback von BMW spielen die beiden erfahrenen Neuzugänge Tomczyk und Spengler. "Als Newcomer ist es wichtig, neben aller technischen Expertise, über die BMW aus den verschiedenen Serien verfügt, auch Erfahrung aus der aktuellen DTM einzubringen", erklärt Marquardt. "Mit Martin und Bruno haben wir zwei Fahrer, die das bestens mit eingebracht haben. Sie waren in der Entwicklung sehr aktiv und helfen uns gerade auf einer Strecke wie dem Norisring und unter solch wechselnden Bedingungen sehr."

BMW gut, aber noch nicht gut genug

Doch die Hilfe war - aus BMW-Sicht - leider nicht gut genug. Denn Green spielte am Norisring den Reifen-Joker aus und sicherte sich so den Last-Minute-Sieg. Das Thema Reifenmanagement ist laut Marquardt ein Bereich, "bei dem wir in unserer ersten Saison noch dazulernen müssen. Beim Reifenmanagement ging der Punkt klar an Mercedes, sie haben es im letzten Stint gut umgesetzt", zollt der 45-Jähriger der Konkurrenz Respekt.

Vorwürfe, Tomczyk habe seine Position in der letzten Kurve nicht entschlossen genug verteidigt, will Marquardt nicht auf seinem Fahrer sitzen lassen: "Wenn man sich die letzten Runden angesehen hat, mit welchen Speed der Jaime angeflogen kam, war das vorhersehbar. Außerdem ist der Norisring mit seinen beiden scharfen Kurven eine Strecke, auf der man überholen kann. Martin als Profi wusste, dass er ihn mit fairen Mitteln nicht würde halten können", so Marquardt. "Wir hätten gerne gewonnen, aber Martin ist intelligent genug und weiß, dass ein zweiter und dritter Platz eine Menge Punkte für BMW bedeuten."

Trotz der bisher starken Leistungen von BMW dämpft der Motorsportchef allzu hohe Erwartungen. "Das Ziel war, so schnell wie möglich konkurrenzfähig zu sein, aber es ist für uns ein Lernjahr. Wir wussten, dass wir in vielen Bereichen wie zum Beispiel im Qualifying vieles lernen müssen. Auch sechs Fahrer parallel zu betreuen, ist für uns Neuland", erklärt Marquardt. Doch die bisherigen Erfolge sind auch dem Motorsportchef nicht entgangen. "Auf Strecken wie Brands Hatch und dem Norisring, auf denen wir nicht getestet haben, hatten wir aus dem Stand ein gutes Setup."

Im technischen Bereich war sich BMW seiner Stärken jedoch bewusst: "Wir wussten, dass BMW bisher in allen Serien konkurrenzfähige Autos gebaut hat. Das haben wir uns zugetraut. Kompliment an die Mannschaft in München, die haben da ganze Arbeit geleistet", lobt Marquardt sein Team. Dennoch rechnet der 45-Jährige noch mit einigen Rückschlägen im Saisonverlauf: "Es wird noch Themen geben, bei denen wir Lehrgeld bezahlen werden. Daraus müssen wir dann die richtigen Schlüsse ziehen."

Fotoquelle: BMW

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