Gegen Bruno Spengler war in Oschersleben kein Kraut gewachsen

DTM 2012

— 16.09.2012

Ganz cool: Nervenstarker Spengler siegt in Oschersleben

Der BMW-Pilot brachte sich mit dem dritten Saisonsieg im Titelrennen wieder in Schlagdistanz - Gary Paffett und Jamie Green auf dem Podium

Lange wurde ihm eine mentale Schwäche im Titelkampf nachgesagt. In der laufenden DTM-Saison demonstriert Bruno Spengler, dass er Nerven aus Stahl besitzt. Am Sonntag in Oschersleben münzte der Kanadier seine dritte Pole-Position 2012 in den dritten Laufsieg des Jahres um. Unter dem 51 Runden währenden Dauerdruck des Meisterschaftsführenden Gary Paffett leistete sich Spengler nicht den kleinsten Fehler und rettete sich mit weniger als einer Sekunde Vorsprung über die Ziellinie.

Der BMW-Pilot, der nun aus eigener Kraft den Titel holen kann - Siege in Valencia und beim Saisonfinale in Hockenheim vorausgesetzt - jubelt im 'Ersten': "Ein geiler Sieg!" Trotz milder Temperaturen in der Magdeburger Börde schwitzte Spengler Blut und Wasser im M3. "Die Strecke ist aggressiv zum Auto. Die letzten zehn Runden hofft man nur noch, dass alles hält", schnauft er durch - noch 2011 war sein Mercedes auf einem hohen Randstein zu Bruch gegangen.

Mercedes wollte gewinnen

Auch am BMW-Kommandostand wurde gefeiert: "Ich bin im Moment überwältigt. Ein wahnsinniges Rennen", jubelt Motorsportdirektor Jens Marquardt im 'Ersten'. Anders die Stimmung im Mercedes-Lager. Zweite Plätze sind für Paffett nicht genug: "Ich bin zurück auf dem Podium, das ist gut. Aber ich bin enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben. Wir haben bei den Boxenstopps zu viel verloren", moniert er im an den Mikrofonen.

Auch Jamie Green war nicht glücklich: "Mein Tempo war nicht gut genug für einen Kampf mit Gary und Bruno. Platz drei ist nichts besonderes für mich", gibt er sich geschlagen. Dem Briten dürfte allen voran nicht gefallen haben, dass er über die komplette Distanz keine Chance hatte, das Tempo von Spengler und Paffett, die er zumindest in der Meisterschaft noch einholen könnte, mitzugehen. Im Gegenteil: Green bekam noch Druck von hinten.

Audi wieder nur dritte Kraft

Denn BMW-Boss Marquardt durfte sich auch noch über die Ränge vier und fünf durch die Serienneulinge Dirk Werner und Augusto Farfus freuen, die - abgesehen von einer kurzen Phase, in der der Würzburger den Sprung auf das Podest hätte bewältigen können - ein ungefährdetes Rennen hinter der Spitze fuhren. Audi konnte seine Dominanz aus Zandvoort nicht fortsetzen. Bester Ingolstädter war Mike Rockenfeller als Sechster. Punkte gab es für Mattias Ekström, Filipe Albuquerque und Timo Scheider auf den Plätzen acht bis zehn.

Nur am Start ging es in Oschersleben wirklich turbulent zu. Ekström, im Qualifying bester Audi-Pilot, blieb auf Position fünf stehen und hatte alles Glück der DTM, dass er nicht von einem Konkurrenten getroffen wurde. Der Schwede setzte anschließend mit havariertem Auto zur Aufholjagd an.

Chaos in Kurve eins

In Kurve eins gab es viel Feindkontakt, der für insgesamt fünf Piloten das Aus bedeutete. Ralf Schumacher wurde an das Ende des Feldes geworfen, nachdem er Bekanntschaft mit Edoardo Mortara gemacht hatte und von dem Italiener umgedreht wurde. Der Ex-Formel-1-Pilot kämpfte sich bis zum Zieleinlauf auf Rang 13 nach vorne. Für Mortara hatte das Manöver einen Ausfall zur Folge, nachdem er sich noch einige Runden chancenlos über die Strecke geschleppt hatte.

Mortara zeigt sich im 'Ersten' einsichtig: "Ich muss die TV-Bilder sehen, aber ich denke, es war mein Fehler", räumt der Zandvoort-Sieger ein. Nach Startplatz sieben bedauert er, nicht herausgefunden zu haben, ob es für eine Spitzenposition gereicht hätte: "Es ist eine schwierige erste Kurve in Oschersleben, weil es eine Rechts-Links-Kombination ist. Wirklich schade, denn nach dem Warmup hatte ich das Gefühl, wirklich gut in Schuss zu sein", so Mortara weiter.

Schottland geht unter

Robert Wickens, der als Siebter sein zweites Topresultat nach dem DTM-Lauf auf dem Nürburgring feierte, kollidierte an gleicher Stelle mit Miguel Molina. Der Spanier fing sich einen Plattfuß ein und fiel wegen des Reparaturstopps weit zurück und holte auf einer seiner erklärten Lieblingsstrecken keine Zähler für das Championat - eine durchwachsene Saison für Molina.

Auch David Coulthard war vom Tohuwabohu der ersten Meter betroffen und musste seinen Mercedes beschädigt abstellen. Auf dem Lenkungsbruch, der Audi-Pilotin Rahel Frey aus dem Rennen warf, liegt genau wie auf dem Aufhängungsschaden bei Susie Wolff der Verdacht, in Zusammenhang mit der Startphase zu stehen. Kurz darauf musste Martin Tomczyk das Rennen aufgeben, der Pechvogel aus BMW-Reihen hatte allerdings keinen Lack ausgetauscht.

Tomczyk beklagt unfahrbaren BMW

Im 'Ersten' ärgert sich der amtierende Meister: "Es ist anscheinend ein Kühlerproblem gewesen. Öl, Wasser oder beides", erklärt Tomczyk, der in den ersten Runde von den Konkurrenten reihenweise kassiert wurde. "Das Auto war von Anfang an nicht fahrbar, ich hatte keine Balance" Der bediente Rosenheimer hadert mit Oschersleben: "Es passt an diesem Wochenende alles zusammen. Die Strafversetzung um fünf Plätze, der Aufhängungsbruch am Freitag."

Weitere technische Defekte auf der materialmordenden Strecke in der Magdeburger Börde bestimmten den Sonntag. Betroffen war BMW-Pilot Andy Priaulx genau wie Adrien Tambay, der das Rennen mit einem Lichtmaschinendefekt aus der Boxengasse aufnehmen musste und sich mit zwei Runden Rückstand ins Ziel quälte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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