Bruno Spengler (links) und Augusto Farfus jubeln bislang nur fern der Heimat

DTM 2013

— 18.04.2013

Spengler & Farfus: Dienstreise nach Hause, bitte!

Die BMW-Stars sind überzeugt davon, dass die DTM in ihren Heimatländern Kanada und Brasilien viele Fans finden würde, mahnen jedoch zur Geduld

Die DTM hat ihr Glück schon einmal auf anderen Kontinenten gesucht, als sie mit der International Touring Car Championship (ITC) nach Japan und nach Brasilien ausrückte. Damals ging die Sache gründlich schief, weil erstens die Tribünen leer blieben und zweitens das technische Wettrüsten an den Teilnehmern nagte. Aus den Fehlern von damals wollen die Verantwortlichen des DTM-Dachverbandes ITR gelernt haben - und vielleicht gehen sie gerade deshalb nicht mit der Kernserie nach Übersee.

Ihre Stars hingegen scheinen begeistert von der Perspektive, Rennen in ihren Heimatländern auszutragen. Bruno Spengler würde seinen M3 DTM zu gerne seinen Landsleuten präsentieren und zeigt sich im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' davon überzeugt, dass ein Meisterschaftslauf keinen Schiffbruch erleiden würde: "Ich glaube auf jeden Fall, dass die DTM etwas für die kanadischen Fans wäre", erklärt der amtierende Champion. "Das ist es, was ihnen gefällt: schöne Autos, schnelle Autos mit tollen Sound."

In der Tat war ein Rennen in Montreal schon für diese respektive die nächste Saison ein heißes Gerücht, mit der Weichenstellung für eine US-DTM ab 2015 ist dieses jedoch zunächst in weite Ferne gerückt. In Südamerika dürfte die Tourenwagen-Serie gerne wieder gastieren, ginge es nach Augusto Farfus. "Brasilien wäre nach wie vor heiß auf die DTM. Ich weiß es, weil ich mit dem Bürgermeister meiner Heimatstadt Curitiba gesprochen habe", meint der BMW-Pilot gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Den lauf zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) auf der Hausstrecke organisierte Farfus' Familie fleißig mit. Trotzdem: Koffer packen will "Gustl" noch nicht: "Es muss langsam gehen. Wir gehen nach Russland, in die USA und wer weiß, wohin sonst noch." Er nennt die DTM eine "tolle Plattform und gute Show", kennt jedoch die kommerziellen Barrieren auf dem Weg nach Brasilien. Das aufstrebende Schwellenland ist zwar ein schnell wachsender Absatzmarkt, aber eben doch noch ein kleiner und schwieriger.

Farfus kennt die Hürden, die deutschen Automobilbauern im größten Land Südamerikas begegnen: "Die Wagen sind teuer, die Steuern für Importprodukte sind hoch", erklärt der 29-Jährige, der in seiner Heimat ein bekanntes Gesicht ist. Auf Spengler trifft das nur eingeschränkt zu, doch die Zeiten ändern sich: "Ich bekomme immer mehr E-Mails von Fans aus Kanada, ich werde in Montreal in der Stadt immer mehr erkannt - wenn ich zum Beispiel in ein Restaurant gehe", berichtet er. "Speziell in Deutschland bin ich noch ein bisschen bekannter als in Kanada, weil wir einfach mehr Rennen haben."

Fotoquelle: BMW

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