Christian Vietoris war auf dem Hockenheimring ganz stark unterwegs

DTM 2013

— 05.05.2013

Wolff: Gutes Zeugnis für die Rasselbande

Der Mercedes-Motorsportchef nimmt sich selbst in die Pflicht, wenn es um die Rennstrategie geht - DRS und Option-Reifen überzeugen als neues Element

Nach einer bärenstarken Qualifying-Leistung wirkte Mercedes trotz des Podestplatzes für Christian Vietoris als Dritter wie die geschlagene der drei Marken. Aus fünf Fahrern unter den Top 10 waren am Ende nur zwei übrig, die Fraktion der Youngster ging komplett leer aus. Doch bei den Stuttgartern stecke eine Menge Pech im Getriebe. "Man darf sich nicht schlecht reden", findet Motorsport-Chef Toto Wolff und stellt seinem Nachwuchs ein gutes Zeugnis aus: "Im Rennen konnten sie Highlights setzen."

Der Österreicher spricht außerdem von einer "tadellosen Leistung" in den Tagen von Hockenheim. Dass es nicht für ganz vorne reichte, lag allen voran an der Rennstrategie. "Wir waren sehr konkurrenzfähig, solange wir den weichen Reifen drauf hatten", weiß Wolff, der Pascal Wehrlein und Daniel Juncadella lange auf dem Option-Reifen um den Kurs fliegen sah. "Was dann doch eine Überraschung war, war der Abfall der harten Reifen", zeigt sich der Mercedes-Verantwortliche verwundert über den so genannten "Drop-Off".

Er macht der Konkurrenz ein Kompliment für ihr Vorgehen: "Da war BMW schnell und schlau", lobt Wolff die Taktik bei Augusto Farfus und Dirk Werner, die das Ziel auf den Rängen eins und zwei erreichten. "Die Strategie, den gebrachten weichen Reifen nochmals zu fahren, war mutig. Das hatten wir so nicht bedacht", räumt Wolff eine Niederlage im Asphaltschach der DTM ein. "Das haben wir nicht gemacht und das muss ich auf meine Kappe nehmen. Daraus muss man lernen und es in Zukunft besser machen."

Juncadella kämpfte mit havariertem Auto

Hinzu kam allerdings auch, dass Robert Wickens als der bestplatzierte auf der weicheren Mischung gestartete Mercedes-Pilot einen frühen Ausfall wegen eines steckengeblieben Gaspedals zu vermelden hatte und so nicht zeigte, was diese taktische Variante gebracht hätte. "Was am Ende das Richtige gewesen wäre, muss man analysieren", fordert Mercedes-Rennleiter Gerhard Ungar. "Ganz zufrieden sind wir nicht, eine Zeit lang hat es ein bisschen besser ausgesehen. Ich denke, das ist die neue Situation, dass sich viel verschiebt."

Lobend äußert sich Wolff über die Auswirkungen von DRS und Option-Reifen als Überholhilfen. "Mir gefällt von der sportlichen Seite gut, dass ein Fahrer, der den Samstag nicht optimal hinbekommen hat, am Sonntag - wenn er eine super Leistung bringt - auch ganz vorne landen kann", findet der Motorsport-Chef, der wohl an Roberto Merhi denkt. Der Spanier holte trotz eines zusätzlichen Boxenstopps zehn Ränge auf. Ungar ist von der Wirksamkeit des umklappbaren Heckflügels nicht überrascht.

"Mit DRS ist es so gekommen, wie man es nach den Testfahrten erwartet hatte", findet der technische Geschäftsführer von HWA. "Was schwieriger ist: den Option-Reifen einzuschätzen. Das hängt immer von Strecken und Bedingungen ab. Man wusste, dass man länger fahren kann als geplant." Aber eben nicht so lange, wie es Mercedes versucht hatte. Das bekam auch Juncadella zu spüren, der mit seinem DTM-Debüt und Platz zwölf nach eigener Aussage "zufrieden" ist: "Es war wichtig, die Ziellinie zu sehen."

Das Ex-Formel-3-Ass merkt an, dass das zu harte Überfahren eines Randsteine eine bessere Platzierung verhindert hätte. Offenbar war das Fahrverhalten des Autos danach nicht mehr optimal. "Solche Fehler gehören zum Lernprozess dazu", weiß Juncadella.

Fotoquelle: xpbimages.com

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