Augusto Farfus erwischte in Hockenheim einen Traumstart in die Saison

DTM 2013

— 05.05.2013

Alles neu und beim Alten: "Gustl" siegt!

Augusto Farfus gewann einen hochspannenden DTM-Saisonauftakt vor BMW-Kollege Dirk Werner, der vom letzten Startplatz aus das Podium erklomm

Die DTM-Saison 2013 startete, wie die vergangene geendet hatte: mit einem bärenstarken Augusto Farfus. Der Brasilianer siegte nach Startplatz zwei im Qualifying in überragender Manier zum Auftakt am Sonntag auf dem Hockenheimring. Ohne den kleinsten Fehler und mit konstantem Speed manövrierte sich "Gustl" durch das Rennen. "Das hat so viel Spaß gemacht mit Option-Reifen und DRS, so viel Aciton, das war so interessant", jubelt Farfus. "Klasse, so in die Saison zu starten. Danke Gott."

Farfus übernahm in der fünften Runde von Timo Scheider die Spitze, als er ihn vor der Spitzkehre nach DRS-Einsatz ausbremste. Im Anschluss absolvierte der 29-Jährige wie alle Spitzenpiloten seinen ersten Pflichtboxenstopp in einer frühen Safety-Car-Phase und fiel mit den dann montierten härten Option-Reifen zurück. Farfus zeigte sich jedoch als Reifenflüsterer, hielt die Rundenzeiten konstant und übernahm nach dem zweiten Halt bei der RBM-Mannschaft ohne direktes Duell wieder die Führung, die er bis zum Schluss nicht mehr abgab.

Die eigentliche Sensation des Rennens jedoch war Dirk Werner. Der Schnitzer-Pilot startete auf dem 22. und letzten Rang, pflügte durch das Feld und profitierte von Pech und Unvermögen der Konkurrenz. "Die Strategie war einfach der Wahnsinn, das Auto eine Wunderwaffe", überschlägt sich Werner. Zwischenzeitlich übernahm der auf Standard-Reifen gestartete Würzburger sogar die Führung von Christian Vietoris, ehe er fünf Runden vor Schluss nach dem zweiten Pflichtboxenstopp als Zweiter wieder auf die Strecke kam.

2012er Protagonisten nur in zweiter Reihe

Der Mercedes-Pilot schaffte es mit fast identischer Strategie auf Rang drei und war damit wie schon im Qualifying bester Stuttgarter. Gary Paffett lieferte sich insbesondere in der Anfangsphase von Startplatz sechs kommend harte Zweikämpfe - darunter auch die Neuauflage des Meisterschaftsduells mit Bruno Spengler, bei dem ihm der Kanadier eine dicke Delle in der Fahrertür beibrachte. Zuvor jedoch hatte Paffett selbst ihn konsequent in Richtung Streckenbegrenzung geschickt.

Letztlich gab es für den Briten jedoch keine Chance auf den Laufsieg, sondern nur Blech für den vierten Platz. Spengler kam unmittelbar dahinter auf Rang fünf ins Ziel. Immerhin war es der amtierende Champion, der in Runde vier das erste Überholmanöver mit DRS setzte, als er vor der Spitzkehre Robert Wickens überholte. Timo Scheider konnte seine Pole-Position wieder nicht in ein Spitzenresultat ummünzen und wurde nach einem unauffälligen Rennen Sechster. "Das war heute ein kompletter Griff ins Klo. Am Ende hat es nicht sollen sein", redet der Audi-Star - noch immer bester Pilot seiner Marke - Klartext.

Gefolgt wurde Scheider von BMW-Pilot Joey Hand (7.), Mike Rockenfeller (8.) und Neuling Marco Wittmann (9.), der am Samstag im Qualifying mit einem technischen Defekt unter Wert geschlagen wurde. Den letzten Punkt rettete Roberto Merhi ins Ziel. Sah es zunächst danach aus, als hätte die HWA-Mannschaft ihn mit einem taktischen Meisterstück zwischenzeitlich boxenstoppbereinigt in Führung gebracht, stellte sich später alles als ein großes Malheur hinaus. In der Safety-Car-Phase absolvierte Merhi nicht beide Pflichtboxenstopps, sondern wechselte erst wegen eines mechanischen Problems nur drei Reifen, um dann hektisch Platz für Paffett zu machen.

Wehrlein mit verkorkster Strategie

Anschließend kam der Mann aus Castellon erneut, um den Stopp zu vollenden. Mit stark gebrauchten Option-Reifen konnte Merhi den Speed der Spitze nicht halten, wurde sukzessive von den Konkurrenten aufgeschnupft und legte den dritten Stopp ein. Pascal Wehrlein, zwischenzeitlich mit einer anderen Strategie in Führung und mit einem perfekten Restart erneut glänzend, ging als Elfter genauso wie Mercedes-Co-Junior Daniel Juncadella (12.) leer aus. Das galt auch für Audi-Neuzugang Jamie Green (14.), dessen Hoffnungen auf Meisterschaftszähler eine Durchfahrtsstrafe endgültig erstickte.

Timo Glock vergab die Chance auf ein Spitzenresultat als er - noch ohne Stopp nach vorne gespült - auf Platz zwei liegend in der Sachs-Kurve einen massiven Fahrfehler einstreute, sich einen Bremsplatten einfing, im Motodrom deshalb nochmal durch das Kiesbett pflügte und auf Rang sieben zurückfiel. Der Ex-Formel-1-Pilot hatte die zweifelhafte Ehre, als erster Fahrer der DTM die neue Laptime-Penalty für das Überfahren der Streckenbegrenzung in Kurve eins zu kassieren. In der Folge hagelte es die neue Strafe für zahlreiche Piloten.

Schluss war für Glock schon nach 17 Runden und dem ersten Stopp, nachdem sein M3 ein von der neuen MTEK-Mannschaft nicht festgezogenes Hinterrad verlor. Die Stimmung in der Audi-Hospitality torpedierte Mattias Ekström, der Edoardo Mortara in der Anfangsphase ins Heck fuhr und den Rosberg-Piloten umdrehte. Die Rennleitung schickte den Ex-Champion, der später ohne Vortrieb ausrollte, dafür durch die Boxengasse. Bereits zuvor hatte der Schwede seine Motorhaube verloren, nachdem er eingangs der Parabolica über den Rasen geräubert war.

"Iron Man" Tambay mit Special-Effects

Sein italienischer Markenkollege beendete ein verkorkstes Wochenende zur Rennhalbzeit, als ihn ein havarierter Frontsplitter zur Aufgabe zwang. Ihr Rennen früh ruiniert hatten Martin Tomczyk, am Ende noch 13., und Miguel Molina. Während der BMW-Pilot einen kapitalen Frühstart hingelegte und eine Durchfahrtsstrafe kassiert hatte, wurde der Spanier unmittelbar nach der grünen Ampel Opfer eines Reifenschadens und fiel zurück. Auch Filipe Albuquerque vergab alle Chancen auf ein Spitzenresultat, als er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse diese nochmals durchfahren musste.

Der Pechvogel des Saisonauftaktes war Robert Wickens, der nach sechs Runden seinen Mercedes mit einem stecken gebliebenen Gaspedal auf Platz vier liegend in die Auslaufzone der Haarnadel steuerte, nachdem er sofort manuell den Motor ausgestellt hatte. Der Kanadier hatte zuvor dem Tempo der Spitze allerdings nicht folgen können und war unter Druck von Wehrlein geraten. Zeitgleich sorgte Adrien Tambay für eine Schrecksekunde, als er seinen RS 5 DTM mit massiver Rauchentwicklung parkte und so eine Safety-Car-Phase verursachte. Offensichtlich hatte es einen kapitalen Brand gegeben, die Ursache ist noch ungeklärt.

Fotoquelle: xpb.cc

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